IOTA-Foundation: Afrikanische Freihandelszone startet ADAPT in drei Pilotländern

Raphael Lulay

20.05.2026, 06:34 Uhr

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Die African Continental Free Trade Area (AfCFTA) hat am 19. Mai 2026 bekannt gegeben, dass Kenia, Marokko und Nigeria die ersten Länder sind, in denen ADAPT (Africa Digital Access and Public Infrastructure for Trade) implementiert wird. Die Initiative war im November 2025 angekündigt worden und geht nun in die operative Umsetzung.

Hinter ADAPT steht ein Konsortium aus dem AfCFTA-Sekretariat als Lead, dem Tony Blair Institute for Global Change, dem World Economic Forum und der IOTA-Foundation. Ziel ist eine gemeinsame digitale Infrastruktur für den innerafrikanischen Handel, die digitale Identitäten, grenzüberschreitenden Datenaustausch und interoperable Zahlungssysteme zusammenführt. Die technische Basis bildet TWIN, eine Open-Source-Infrastruktur, die unter anderem bereits im britischen Cabinet Office getestet wurde.

Drei Länder, drei Bausteine

Die Auswahl der Pilotländer erfolgte nach Kriterien wie politischer Unterstützung, regulatorischer Bereitschaft, digitaler Infrastrukturreife und Einbindung des Privatsektors. In jedem der drei Länder werden sogenannte ADAPT Country Implementation Forums eingerichtet, die nationale Systeme an kontinentale Interoperabilitätsstandards angleichen sollen.

Im Fokus der ersten Umsetzungsphase stehen der Live-Austausch grenzüberschreitender Handelsdaten und die digitale Erfassung von Handelsdokumenten direkt am Entstehungsort – papierbasierte Prozesse sollen durch fälschungssichere digitale Nachweise ersetzt werden. Zusätzlich beginnen die drei Länder mit der Erprobung regulatorischer Rahmen für digitale Währungen, einschließlich Stablecoins für grenzüberschreitende Zahlungen.

Strukturelle Lücke im afrikanischen Handel

ADAPT zielt auf bekannte Hürden des innerafrikanischen Handels: fragmentierte Regulierung, fehlende standardisierte digitale Identitäten, langsame und teure Zahlungswege sowie eine Trade-Finance-Lücke, die laut Afreximbank auf rund 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr geschätzt wird. Bis zu 90 Prozent der afrikanischen Unternehmen sind KMU und vom bestehenden System strukturell benachteiligt.

Dominik Schiener, Co-Gründer und Vorstandsvorsitzender der IOTA-Foundation, sieht in der Initiative eine Chance, fragmentierte Strukturen zu überspringen und eine interoperable Vertrauensinfrastruktur aufzubauen. Die in den drei Pilotländern erarbeiteten Governance-Modelle und technischen Ansätze sollen den Maßstab für die spätere Skalierung auf weitere AfCFTA-Mitgliedstaaten setzen.

Einordnung

Mit der Bekanntgabe der Pilotländer wechselt ADAPT von der Ankündigungs- in die Umsetzungsphase – ein Schritt, der für die Glaubwürdigkeit der Initiative entscheidend ist. Belastbare Aussagen über den realen Nutzen werden sich allerdings erst zeigen, wenn aus den Implementation Forums messbare Handelsdaten, Transaktionsvolumina oder konkrete Effizienzgewinne hervorgehen. Offen ist zudem, welche Rolle der IOTA-Token im laufenden Betrieb tatsächlich spielt – die offizielle Mitteilung adressiert primär die Infrastrukturebene, nicht die Token-Ökonomie.

Hier geht es zu unserer aktuellen IOTA Prognose.

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