Joe Rogan: Podcaster geht mit Trumps Krypto-Milliarden hart ins Gericht

Alex Merten

16.08.2026, 09:15 Uhr

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Joe Rogan hat in einer aktuellen Folge seines Podcasts „The Joe Rogan Experience“ die Krypto-Aktivitäten von Donald Trump und dessen Familie ungewöhnlich deutlich angegriffen. Bemerkenswert ist das vor allem deshalb, weil Rogan Trump im Wahlkampf 2024 noch offen unterstützt hatte. In den Monaten seit Amtsantritt äußerte er sich zunehmend kritisch, unter anderem zu Migrationsfragen und zum Iran-Konflikt. Die neue Kritik richtet sich nun direkt gegen die Vermischung von politischem Amt und familiären Geschäftsinteressen.

Rogan bezeichnete das Krypto-Engagement der Regierung in der am Donnerstag veröffentlichten Folge als beispiellos. Sinngemäß sagte er, diese Regierung habe Dinge getan, die zuvor keine Regierung getan habe – und das Krypto-Thema sei „nuts“. Trump habe Milliarden mit Krypto verdient. Zugleich verwies er auf die Söhne des Präsidenten, die in zahlreiche Geschäfte verwickelt seien. Es fließe so viel Geld, dass man bei genauerem Hinsehen Leute verhaften könnte. Die Krypto-Aktivitäten nannte er „shady“, also zwielichtig, fügte aber hinzu, dass sie legal seien – auch wenn er bezweifle, dass das so bleiben sollte.

Warum sorgt Trumps Krypto-Engagement für Kritik?

Hintergrund der Debatte ist die Größenordnung der familiären Krypto-Geschäfte. Aus der im Juni 2026 veröffentlichten Finanzoffenlegung für das Jahr 2025 gehen mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar an Einkünften aus krypto-nahen Unternehmungen der Familie hervor. Ein Großteil davon entfällt auf World Liberty Financial, ein von Trump gemeinsam mit seinen Söhnen gegründetes Projekt, sowie auf Erlöse aus dem Verkauf eines Trump-Memecoins. Trump bleibt Begünstigter des Trusts, der diese Einnahmen erhält, überlässt die operative Führung nach eigenen Angaben aber seinen Kindern.

Seit der Rückkehr ins Weiße Haus hat Trump die Krypto-Branche politisch stark eingebunden und Maßnahmen vorangetrieben, die die USA zu einem globalen Zentrum für digitale Vermögenswerte machen sollen. Parallel bauten familiennahe Unternehmen ihre Präsenz in der Branche aus. Genau diese Gleichzeitigkeit von Regulierungspolitik und privatem Geschäftsinteresse steht im Zentrum der Interessenkonflikt-Vorwürfe. Das Weiße Haus hat entsprechende Bedenken wiederholt zurückgewiesen und erklärt, die Vermögenswerte des Präsidenten würden treuhänderisch verwaltet.

Was kritisiert Rogan konkret an Trump Media?

Neben den Krypto-Geschäften nahm Rogan auch einen kostenpflichtigen Dienst des zu Trump gehörenden Medienunternehmens ins Visier. Über diesen sollen Nutzer gegen eine hohe monatliche Gebühr früheren Zugang zu Beiträgen des Präsidenten und weiterer ranghoher Amtsträger erhalten. Rogan stellte offen infrage, wer Trump zu einem solchen Angebot rate.

Für Anleger bleibt die Einordnung nüchtern: Rogans Aussagen sind eine politische Meinungsäußerung eines reichweitenstarken Podcasters, keine juristische Bewertung. Die genannten Milliardenbeträge stammen aus offiziellen Offenlegungen, die konkreten Vorwürfe rund um mögliche Rechtsverstöße sind bislang jedoch nicht belegt. Die Episode zeigt vor allem, dass die Kritik an Trumps Krypto-Kurs inzwischen bis in sein eigenes Unterstützerlager reicht.

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