Kalshi plant Bitcoin-Perpetuals: Prognosemärkte und Krypto-Derivate verschmelzen

Raphael Lulay

22.04.2026, 08:29 Uhr

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Der US-amerikanische Prognosemarkt-Betreiber Kalshi will nach Informationen von The Information künftig auch Perpetual Futures auf Bitcoin und andere Kryptowährungen anbieten. Der Schritt markiert eine bemerkenswerte Ausweitung des Geschäftsmodells — und könnte für US-Anleger bedeutsamer sein, als es auf den ersten Blick wirkt.

Perpetual Futures gehören weltweit zu den meistgehandelten Krypto-Produkten. Plattformen wie Binance oder Hyperliquid verzeichnen täglich Milliardenumsätze mit diesen unbefristeten Kontrakten. Für Nutzer aus den Vereinigten Staaten waren Perps bislang jedoch weitgehend gesperrt — regulatorische Hürden machten den Zugang über internationale Plattformen riskant oder schlicht illegal.

Genau hier liegt Kalshis strategischer Vorteil: Das Unternehmen verfügt bereits über mehrere Lizenzen der US-Derivateaufsicht CFTC und erhielt zuletzt eine zusätzliche Zulassung für Margin-Trading. Damit wäre Kalshi einer der wenigen Anbieter, der Perpetual Futures legal und reguliert auf dem US-Markt anbieten dürfte — sofern die CFTC tatsächlich grünes Licht gibt. CFTC-Chef Michael Selig hatte im vergangenen Monat erklärt, die Behörde wolle entsprechende Produkte in den USA grundsätzlich zulassen.

Das Timing ist kein Zufall. Die Krypto-Regulierung in den USA gewinnt unter der neuen Regierung deutlich an Fahrt, und lizenzierte Anbieter mit bestehender CFTC-Infrastruktur sind gut positioniert, um von diesem Wandel zu profitieren.

Interessant ist auch der Blick auf die Wettbewerbsdynamik: Ausgerechnet Hyperliquid, einer der führenden Perps-Anbieter weltweit, arbeitet derzeit seinerseits an einem Einstieg in Prognosemärkte — über sogenannte Outcome Token im Rahmen des HIP-4-Protokolls. Prognosemärkte und Krypto-Derivate rücken damit von zwei Seiten aufeinander zu. Kalshi kommt von den Event-Märkten, Hyperliquid kommt vom Derivatehandel — beide bewegen sich aufeinander zu.

Für europäische Anleger ist das Geschehen zunächst ein US-Thema, Prognosemärkte wie Kalshi und Polymarket sind von Deutschland aus nicht legal nutzbar. Doch die strukturelle Entwicklung dürfte auch hierzulande Spuren hinterlassen: Wenn regulierte Perpetual Futures in den USA salonfähig werden, steigt der Druck auf europäische Regulierer und Plattformen, vergleichbare Produkte anzubieten.

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