Weltweit gibt es rechnerisch 135.694 Krypto-Millionäre. 92.272 von ihnen sollen allein mit Bitcoin ein Vermögen von mindestens einer Million US-Dollar halten. Hinzu kommen geschätzt 290 Personen mit einem Krypto-Vermögen ab 100 Millionen US-Dollar und 23 Krypto-Milliardäre.
Die Zahlen stammen allerdings nicht aus einer vollständigen Erhebung realer Personen. Sie beruhen auf einem neuen Modell, das Blockchain-Daten mit mehreren Annahmen zu Börsenbeständen, verlorenen Bitcoin, ETFs und der Verteilung des übrigen Kryptomarktes verbindet. Die scheinbar exakte Zahl von 135.694 sollte daher als Mittelwert einer größeren Schätzspanne verstanden werden.
Krypto-Millionäre 2026: Ausgangspunkt sind 123.222 Bitcoin-Adressen
Am 31. August 2026 hielten 123.222 Bitcoin-Adressen jeweils mindestens 12,82 BTC. Bei einem damaligen Bitcoin-Kurs von 78.008 US-Dollar entsprach dies einem Gegenwert von mindestens einer Million US-Dollar.
Eine Bitcoin-Adresse ist jedoch nicht mit einer Person gleichzusetzen. Einzelne Anleger können ihre Bestände auf mehrere Wallets verteilen. Umgekehrt verwahren die größten Adressen häufig die Bitcoin von Tausenden oder sogar Millionen Kunden. Dazu zählen Wallets von Kryptobörsen, Vermögensverwaltern und Fonds.
Das Modell reduziert die 123.222 Adressen deshalb zunächst um geschätzte institutionelle und verwahrte Bestände. Dafür wird ein Abschlag von 22 Prozent angesetzt. Anschließend werden weitere 15 Prozent für verlorene oder dauerhaft inaktive Bitcoin abgezogen.
Im nächsten Schritt werden mehrere Adressen einem gemeinsamen Besitzer zugerechnet. Aus den ursprünglich 123.222 Adressen bleiben auf diese Weise rechnerisch 61.272 Personen übrig, die Bitcoin im Wert von mindestens einer Million US-Dollar direkt halten.
Bitcoin-ETFs erhöhen die geschätzte Zahl der Millionäre
Die Blockchain bildet das Bitcoin-Vermögen allerdings nicht vollständig ab. Anleger können über börsengehandelte Bitcoin-Fonds am Kurs beteiligt sein, ohne selbst eine Wallet-Adresse zu besitzen.
US-Spot-ETFs hielten zum Berechnungszeitpunkt rund 1,26 Millionen BTC. Etwa 79 Prozent davon ließen sich laut der zugrunde gelegten Auswertung nicht den veröffentlichten Beständen großer institutioneller Investoren zuordnen.
Das Modell unterstellt, dass sich ungefähr die Hälfte dieser Bitcoin in privaten Konten befindet, deren jeweiliger Bestand die Millionengrenze überschreitet. Bei durchschnittlich 16 BTC pro Konto kommen so rund 31.000 weitere Bitcoin-Millionäre hinzu.
Zusammen mit den geschätzten 61.272 direkten Besitzern ergibt sich die viel zitierte Zahl von 92.272 Bitcoin-Millionären. Der Bericht selbst nennt jedoch eine mögliche Bandbreite von 74.000 bis 114.000 Personen. Allein diese Spanne umfasst 40.000 Menschen und zeigt, wie stark das Ergebnis von den gewählten Annahmen abhängt.
So entstehen rechnerisch 135.694 Krypto-Millionäre
Noch indirekter ist die Berechnung für den gesamten Kryptomarkt. Bitcoin machte Ende August rund 68 Prozent des Marktwertes aller Kryptowährungen aus, sofern Stablecoins nicht berücksichtigt werden.
Die Zahl der Bitcoin-Millionäre wird deshalb durch 0,68 geteilt. Aus 92.272 werden auf diese Weise exakt 135.694 Krypto-Millionäre. Dabei wird angenommen, dass vermögende Anleger Bitcoin ungefähr in dem Verhältnis halten, das die Kryptowährung am gesamten Markt besitzt.
Eine individuelle Auswertung der Portfolios von 135.694 Personen fand somit nicht statt. Ob vermögende Krypto-Anleger tatsächlich durchschnittlich 68 Prozent ihres digitalen Vermögens in Bitcoin halten, lässt sich aus öffentlich einsehbaren Blockchain-Daten nicht eindeutig ableiten.
Der Bericht weist daher auch für diese Zahl eine Spanne aus. Je nach angenommener Bitcoin-Gewichtung könnte es weltweit zwischen 132.000 und 154.000 Krypto-Millionäre geben.
Zahl der Krypto-Milliardäre ist noch unsicherer
Bei sehr großen Vermögen wird die Datenlage zusätzlich dünn. Hinter vielen Wallets mit dreistelligen Millionen- oder Milliardenbeträgen stehen Börsen, Fonds oder Unternehmen und keine Einzelpersonen.
Nur fünf Krypto-Milliardäre bilden nach öffentlich bekannten Beständen eine verifizierbare Untergrenze. Die häufig genannte Zahl von 23 Personen entsteht durch die statistische Fortschreibung der Vermögensverteilung sowie einen Aufschlag für nicht öffentlich zuordenbare Wallets und Vermögen außerhalb von Bitcoin.
Als realistische Bandbreite werden 17 bis 34 Krypto-Milliardäre angegeben. Unternehmensbestände wie die Bitcoin-Reserve von Strategy zählen dabei ausdrücklich nicht als persönliches Vermögen.
Auch die Schätzung von weltweit 742 Millionen Krypto-Besitzern ist keine direkte Zählung. Sie schreibt eine frühere Nutzerstudie anhand des Wachstums finanzierter Bitcoin-Adressen um 4,9 Prozent fort. Demnach besitzen rechnerisch 371 Millionen Menschen Bitcoin und ebenso viele ausschließlich andere Kryptowährungen.
Die neuen Zahlen liefern damit eine nachvollziehbare Größenordnung für die globale Verteilung von Krypto-Vermögen. Für exakte Vergleiche mit früheren Jahren eignen sie sich jedoch nicht: Die Berechnungsmethode wurde 2026 grundlegend verändert. Aussagen über einen Anstieg oder Rückgang der Zahl der Krypto-Millionäre lassen sich daraus nicht seriös ableiten.

Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com und 99bitcoins.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens.
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