Kryptowoche startet unter guten Vorzeichen: ETF-Comeback, Fear-and-Greed klettert ins Neutrale, Strategy-Zahlen im Blick

Alex Merten

03.05.2026, 19:53 Uhr

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Die neue Kryptowoche beginnt mit einem deutlich freundlicheren Marktbild als noch vor sieben Tagen. Bitcoin notiert am Sonntagabend bei 78.778,72 US-Dollar und damit 0,9 Prozent höher als vor einer Woche. Die Marktkapitalisierung der ältesten Kryptowährung liegt bei 1,577 Billionen US-Dollar, das 24-Stunden-Volumen bei 18,52 Milliarden US-Dollar. Ethereum kommt auf 2.333,58 US-Dollar und damit ein Plus von 1,2 Prozent auf 24-Stunden-Sicht.

Der größere Kontext liefert die eigentliche Geschichte. Der Crypto Fear and Greed Index von alternative.me steht aktuell bei 47 Punkten und damit im neutralen Bereich. Vor einer Woche notierte das Sentiment-Barometer noch bei 33 Punkten („Fear“), vor einem Monat sogar bei 9 Punkten („Extreme Fear“). Innerhalb von vier Wochen hat sich die Marktstimmung also komplett gedreht – ohne dass Bitcoin dafür ein neues Allzeithoch markieren musste.

Spot-ETFs: April war der stärkste Monat 2026

Den klarsten Hinweis auf institutionelles Interesse liefern die Bitcoin-Spot-ETFs. Allein am 1. Mai flossen 629,8 Millionen US-Dollar netto in die US-Produkte – getragen von BlackRocks IBIT mit 284,4 Millionen US-Dollar und Fidelitys FBTC mit 213,4 Millionen US-Dollar. Es war der zweitgrößte Tagesinflow seit Wochen, übertroffen nur vom 17. April mit 663,9 Millionen US-Dollar.

Der April insgesamt zeigt ein gemischtes, am Ende aber positives Bild. Auf eine starke erste Monatshälfte folgten Ende April drei Abflusstage in Folge (27. April: -263,2 Millionen US-Dollar; 28. April: -89,7 Millionen US-Dollar; 29. April: -137,6 Millionen US-Dollar), bevor der Monat mit dem 30. April und vor allem dem 1. Mai stark drehte. Über alle elf US-Spot-Bitcoin-ETFs hinweg war der April der stärkste Zuflussmonat des laufenden Jahres.

Bei den Ethereum-Spot-ETFs ist das Bild ähnlich gedreht. Am 1. Mai verbuchten die Produkte zusammen 101,2 Millionen US-Dollar Nettozuflüsse, wieder mit BlackRocks ETHA und Fidelitys FETH als Hauptträger. Damit endet ein Mai-Auftakt, der die negative Endaprilphase (29. April: -87,8 Millionen US-Dollar; 27. April: -50,4 Millionen US-Dollar) deutlich konterkariert.

Diese Termine bestimmen die Woche

Der wichtigste Termin der kommenden Tage ist der 5. Mai. Strategy Inc. (vormals MicroStrategy) legt nach US-Börsenschluss die Quartalszahlen für Q1 2026 vor. Das Unternehmen ist mit über 818.000 Bitcoin der größte Corporate-Halter der Kryptowährung und damit ein zentraler Indikator für die institutionelle Nachfrageseite. Die Marktteilnehmer warten dabei nicht nur auf die Zahlen selbst, sondern auf die Aussagen zu künftigen BTC-Käufen und zur Kapitalmarktstrategie.

Die Federal Reserve hat ihre Sitzung am 28. und 29. April bereits hinter sich gebracht und den Leitzins zum dritten Mal in Folge bei 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Die nächste FOMC-Sitzung steht erst am 17. Juni an. Dafür rückt nun der personelle Übergang an der Fed-Spitze in den Fokus: Powells Amtszeit endet am 15. Mai, sein wahrscheinlicher Nachfolger Kevin Warsh gilt als geldpolitisch restriktiver. In den kommenden Wochen werden Reden und Statements aus dem FOMC-Umfeld entsprechend genau gelesen.

Auf der Datenseite stehen unter der Woche vor allem die ISM-Indizes für den US-Dienstleistungssektor und mehrere Reden von Fed-Mitgliedern auf dem Programm. Die nächsten harten US-Arbeitsmarktdaten kommen erst am 6. Juni mit dem Mai-NFP-Bericht – die Vorlauffrequenz ist also überschaubar.

Einschätzung

Die Gemengelage ist für die kommenden Tage erkennbar konstruktiv, ohne dass von einem klaren Bullenmarkt gesprochen werden kann. Drei Punkte stehen im Vordergrund.

Erstens hat sich das Sentiment-Bild fundamental gedreht. Ein Sprung von „Extreme Fear“ (9) auf „Neutral“ (47) innerhalb von vier Wochen ist historisch häufig der Boden, von dem aus mittelfristige Aufwärtsbewegungen starten – nicht das Ende einer Rally. Wer Anfang April panisch verkauft hat, könnte jetzt zu deutlich höheren Kursen wieder einsteigen müssen.

Zweitens zeigt der ETF-Inflow vom 1. Mai mit 629,8 Millionen US-Dollar, dass institutionelle Allokatoren die Endaprilkorrektur zum Wiedereinstieg genutzt haben. Das ist kein Einzelphänomen: Die Aprilbilanz bleibt der stärkste Monat 2026 für Spot-Bitcoin-ETFs. Solange BlackRock und Fidelity dreistellige Millionenzuflüsse pro Tag verbuchen, hat der Markt eine strukturelle Käuferseite, die es 2021 in dieser Form nicht gab.

Drittens bleibt das Setup für die Woche zweischneidig. Bitcoin steht bei 78.778 US-Dollar deutlich unter dem 200-Tage-Schnitt, der laut technischen Analysen aktuell bei rund 83.800 US-Dollar liegt. Erst ein Wochenschluss über dieser Marke würde das übergeordnete Chartbild bestätigen. Solange das nicht passiert, bleibt jede Aufwärtsbewegung eine Erholung im breiteren Konsolidierungsband zwischen 75.000 und 84.000 US-Dollar.

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