Ripple Prognose: Bringt die letzte Februarwoche den Durchbruch? XRP News analysiert

Alex Merten

23.02.2026, 12:53 Uhr

XRP steht zum Wochenauftakt bei 1,40 US-Dollar und damit deutlich unter Druck. Trotz positiver Schlagzeilen rund um Ripple bleibt die Kursentwicklung schwach – Anleger fragen sich, ob die letzte Februarwoche eine Wende bringen kann.

Am Montagmittag notiert der Token bei 1,40 US-Dollar. Auf Sicht von 30 Tagen summiert sich der Verlust auf rund 26,9 Prozent. Vom Allzeithoch des vergangenen Sommers ist der Kurs inzwischen 61,6 Prozent entfernt. Der Abwärtstrend ist damit klar definiert – und das, obwohl die Nachrichtenlage zuletzt durchaus konstruktiv wirkte.

Positive Ripple News, doch der Kurseffekt bleibt aus

In den vergangenen Wochen sorgten mehrere Entwicklungen für Aufmerksamkeit. Unter anderem setzt die Deutsche Bank verstärkt auf Ripple-Technologie. Ziel ist es, den internationalen Zahlungsverkehr effizienter zu gestalten und bestehende Schwächen im grenzüberschreitenden Transfer zu reduzieren. Die Integration von Blockchain-Lösungen soll Prozesse beschleunigen und Kosten senken.

Parallel baut das Institut seine Aktivitäten im Bereich „Digital Asset Custody“ aus. Strategisch bemerkenswert ist dabei die Verzahnung mit der Weiterentwicklung des neuen SWIFT-Standards. Die Frankfurter bringen ihr Know-how aus Settlement- und Verwahrprozessen ein, um ein System mitzugestalten, das künftig grenzüberschreitende Transaktionen in Billionenhöhe abwickeln soll. Die Rolle der Bank deutet darauf hin, dass Ripple-Technologie zunehmend in institutionelle Strukturen eingebunden wird.

Die Grafik zeigt das Google-Suchvolumen für „Ripple“ im 5-Jahres-Rückblick. Bildquelle: trends.google.de

Am Markt blieb die erhoffte Rückenstütze jedoch aus. Der XRP-Kurs reagierte nicht mit nachhaltiger Stärke, sondern setzte seinen Abwärtstrend fort. Das zeigt: Fundamentale Impulse allein reichen derzeit nicht aus, um das Sentiment zu drehen.

Regulierung als möglicher Katalysator

Zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugte zuletzt die Debatte um den sogenannten CLARITY Act. Brad Garlinghouse zeigte sich in einem Interview mit Fox Business zuversichtlich, dass das Gesetz zeitnah verabschiedet werden könnte. Die Wahrscheinlichkeit einer Einigung bis April bezifferte er auf 80 Prozent.

Hintergrund sind erneute Gespräche zwischen US-Abgeordneten, Vertretern des Weißen Hauses sowie Führungskräften aus der Krypto- und Bankenbranche. Laut Garlinghouse habe sich die Dynamik zuletzt beschleunigt. Der CLARITY Act gilt als zentral für die regulatorische Einordnung von Kryptowerten in den USA und könnte die Rechtssicherheit für Unternehmen wie Ripple deutlich erhöhen.

Die Grafik zeigt die Ripple (XRP) Kursentwicklung. Bildquelle: Coingecko.com

Für XRP wäre eine klare regulatorische Grundlage grundsätzlich positiv. Sie könnte institutionelle Investoren anziehen und bestehende Unsicherheiten abbauen. Allerdings bleibt offen, ob das Gesetz tatsächlich wie angekündigt verabschiedet wird. Verzögerungen in der US-Politik sind keine Seltenheit. Entsprechend preist der Markt die optimistischen Aussagen bislang nicht ein.

Abflüsse bei XRP-Indexfonds

Ein weiterer Belastungsfaktor kommt von institutioneller Seite. Die XRP-Indexfonds verzeichnen seit mehreren Wochen Nettoabflüsse. In den vier zurückliegenden Handelswochen summierten sich diese auf rund 46 Millionen US-Dollar. Parallel sank das verwaltete Nettovermögen der XRP-Spot-ETFs infolge des Kursrückgangs deutlich – von 1,52 Milliarden US-Dollar auf aktuell rund 1,02 Milliarden US-Dollar.

Die Entwicklung signalisiert Zurückhaltung bei professionellen Anlegern. Während die Produkte nach ihrer Genehmigung im November zunächst kontinuierliche Zuflüsse verbuchten, hat sich das Bild inzwischen gedreht. Sinkende Mittelzuflüsse verstärken den Verkaufsdruck und erschweren eine technische Stabilisierung.

Ripple Kurs Vorhersage: Stimmung optimistisch – Kursbild angeschlagen

Bemerkenswert ist die Diskrepanz zwischen Community-Stimmung und Marktrealität. Laut Daten vom 23. Februar zeigen sich rund 80 Prozent der befragten Anleger optimistisch für die weitere XRP Prognose. Die Erwartung einer baldigen Erholung ist also weit verbreitet.

Historisch betrachtet können derart einseitige Stimmungsbilder jedoch auch als Kontraindikator wirken. Solange sich keine klare Trendwende im Chart abzeichnet und Kapital zurück in die Produkte fließt, bleibt Vorsicht angebracht. Der Kursverlauf der vergangenen Wochen zeigt eine Serie tieferer Hochs und tieferer Tiefs – ein klassisches Muster eines intakten Abwärtstrends.

Letzte Februarwoche als Richtungsentscheidung?

Die Kombination aus regulatorischer Hoffnung, institutionellen Abflüssen und schwachem Chartbild macht die aktuelle Lage komplex. Sollte es in Washington tatsächlich zu greifbaren Fortschritten beim CLARITY Act kommen, könnte dies als Katalysator dienen. Ebenso würde eine Stabilisierung der ETF-Zuflüsse das Vertrauen stärken.

Bleiben diese Impulse jedoch aus, dürfte der Markt weiter auf Liquidität und Risikoaversion reagieren. In einem Umfeld, das insgesamt von erhöhter Volatilität im Kryptosektor geprägt ist, bleibt XRP anfällig für schnelle Bewegungen in beide Richtungen.

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