SpaceX Aktie: Suchinteresse +335 % in einer Woche – FOMO vor dem IPO

Raphael Lulay

22.05.2026, 20:25 Uhr

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Das Interesse deutscher Anleger an der SpaceX Aktie nimmt rapide Fahrt auf. Der Google-Trends-Score für den Suchbegriff „SpaceX Aktie“ sprang in Deutschland von 23 in der Woche vom 10. bis 17. Mai 2026 auf den Maximalwert von 100 in der laufenden Woche (17. bis 24. Mai) – das ist zugleich der höchste Stand der gesamten 12-Monats-Auswertung. Ein Plus von rund 335 Prozent binnen einer Woche ist ein klassisches FOMO-Signal: Die Angst, einen Einstieg zu verpassen, beginnt sich breitzumachen, obwohl die Aktie noch gar nicht handelbar ist.

Der Timing-Zusammenhang ist offensichtlich. Gleich drei Treiber laufen zusammen: der heutige Erstflug der neuen Starship-Generation, die soeben veröffentlichte IPO-Dokumentation und ein konkretes Datum für den Börsengang.

Starship V3: Heute der erste Flug der neuen Generation

SpaceX will heute, am 22. Mai 2026, erstmals die runderneuerte Starship-Version 3 starten. Das Startfenster für den Testflug 12 öffnet sich um 18:30 Uhr EDT (00:30 Uhr MESZ) für 90 Minuten am Standort Starbase in Texas. Ein erster Versuch am Vortag wurde abgebrochen: Laut Elon Musk hatte sich ein Hydraulikstift, der den Turmarm in Position hält, nicht zurückgezogen.

Es ist der erste Starship-Testflug seit sieben Monaten und der erste des Jahres. Die V3 bringt nach SpaceX-Angaben „signifikante Upgrades“ gegenüber den ersten beiden Versionen mit, darunter ein überarbeitetes Antriebssystem und das neue V3-Raptor-Triebwerk. Mit über 120 Metern Höhe bleibt Starship die größte und leistungsstärkste Rakete, die je gebaut wurde. Für die Bewertung relevant: Die NASA hat Starship als einen von zwei bemannten Mondlandern für ihr Artemis-Programm ausgewählt.

Begleitet wird der Start von einer PR-trächtigen Randnotiz: Krypto-Milliardär Chun Wang, der bereits die Fram2-Dragon-Mission kommandierte, soll den ersten Starship-Vorbeiflug am Mars anführen, der auch den Mond passieren wird.

Der IPO rückt konkret näher

Den eigentlichen Nährboden für den Suchansturm liefert aber der nahende Börsengang. SpaceX hat eine S-1 vorgelegt, in der die Preisspanne noch offen ist – sie wird während der Roadshow Anfang Juni anhand der institutionellen Nachfrage festgelegt. Mehrere Berichte nennen den 12. Juni 2026 als erwartetes IPO-Datum.

Die Bewertungsdynamik ist atemberaubend. Das jüngste Tender-Offer im Dezember 2025 lag bei rund 421 Dollar je Aktie und damit bei etwa 800 Milliarden Dollar Bewertung. Im Februar 2026 bewertete die Fusion mit xAI das kombinierte Unternehmen mit 1,25 Billionen Dollar – die angepeilte IPO-Spanne liegt nun bei 1,75 bis 2 Billionen Dollar. Zur Einordnung: Nur drei US-Konzerne werden derzeit über 2 Billionen Dollar gehandelt – Apple, Microsoft und Nvidia. Hinweis für deutsche Anleger: SpaceX hat am 4. Mai 2026 einen Aktiensplit im Verhältnis 5:1 vollzogen, weshalb beim Vergleich von Sekundärmarktpreisen stets auf Pre- oder Post-Split geachtet werden muss.

Die Kehrseite der Euphorie sollte man nicht ausblenden. Die S-1 weist einen Jahresnettoverlust von 4,94 Milliarden Dollar aus, getrieben vor allem von den xAI- und KI-Operationen, die 2025 über 6 Milliarden Dollar Verlust verbuchten. Bei einer Bewertung von 1,75 Billionen Dollar zahlen Anleger also primär für eine Vision – nicht für gegenwärtige Gewinne.

Was das für Anleger bedeutet

Der FOMO-Schub ist nachvollziehbar, aber die direkte Investition bleibt vorerst versperrt: SpaceX ist bis zum Börsengang ein privates Unternehmen, der Zugang zu Sekundärmärkten ist auf akkreditierte beziehungsweise professionelle Investoren beschränkt. Wer auf den ersten Handelstag wartet, sollte den Verlauf des heutigen Starship-Tests und die in der Roadshow festgelegte Preisspanne im Auge behalten – beide werden die Stimmung kurz vor dem Listing maßgeblich prägen.

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