Trump Media verschiebt erneut Bitcoin im Wert von 205 Mio. Dollar – die Krypto-Strategie bröckelt

Raphael Lulay

23.05.2026, 08:00 Uhr

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Die Trump Media & Technology Group (DJT) hat erneut Bitcoin im großen Stil bewegt: 2.650 BTC im Gegenwert von rund 205 Millionen US-Dollar gingen an die Börse Crypto.com. Es ist der zweite Großtransfer innerhalb von vier Monaten – und er fällt in eine Phase, in der das Unternehmen hinter Truth Social erkennbar von seiner ehrgeizigen Krypto-Strategie abrückt.

Auf dem Papier sitzt der Konzern inzwischen auf einem unrealisierten Verlust von etwa 455 Millionen Dollar. Trump Media hatte ursprünglich 11.542 BTC zu einem durchschnittlichen Einstandspreis von 118.522 Dollar pro Coin gekauft und damit rund 1,37 Milliarden Dollar an Unternehmenskapital in Bitcoin gesteckt. Der verbleibende Bestand liegt nach dem jüngsten Abfluss bei etwa 6.889 BTC – und damit grob 34 Prozent unter dem Einstand.

Verkauf oder Umschichtung? Die On-Chain-Daten lassen beides zu

Die naheliegende Deutung eines Transfers an eine Börse ist ein Verkauf – schließlich sind Handelsplätze der Ort, an dem Bitcoin zu Bargeld wird. Doch ganz so eindeutig ist der Fall nicht. Crypto.com fungiert zugleich als offizieller Verwahrer der Bitcoin-Bestände von Trump Media, gemeinsam mit Anchorage Digital. Eine Einzahlung auf die eigene Verwahrungsbörse muss also nicht zwingend ein Verkauf sein, sondern könnte auch eine interne Umstrukturierung der Verwahrung abbilden.

Gegen die reine Umschichtungs-These spricht allerdings, dass die Coins laut On-Chain-Analysten aus einer eigenen Wallet von Trump Media stammen. Genau diese Mehrdeutigkeit unterscheidet die Lage von einer schlichten „Trump verkauft“-Schlagzeile. Bestätigt ist bislang nur die Bewegung selbst, nicht ihre Absicht. Bereits vor vier Monaten hatte das Unternehmen 2.000 BTC abgegeben – damals rund 175 Millionen Dollar wert, bei einem deutlich höheren Bitcoin-Kurs als heute.

ETF-Rückzug und Milliardenverlust – ein Muster verdichtet sich

Brisanz erhält der Transfer durch das Timing. Erst wenige Tage zuvor hatte Trump Media seinen Antrag für einen Spot-Bitcoin-ETF zurückgezogen. ETF-Analysten führten den Schritt weniger auf regulatorische Hürden zurück als auf die zunehmend schwierige Wirtschaftlichkeit im überfüllten Markt für Spot-Bitcoin-Produkte. In Kombination mit dem zweiten Großtransfer ergibt sich das Bild eines schrittweisen Rückzugs aus der Krypto-Offensive.

Hinzu kommt der finanzielle Druck. Für das erste Quartal 2026 meldete Trump Media einen Nettoverlust von 405,9 Millionen Dollar – bei einem Umsatz von lediglich 871.200 Dollar. Der Großteil dieses Verlusts war buchhalterischer Natur und ging auf Wertminderungen bei den Bitcoin– und Cronos-Beständen zurück. Das operative Mediengeschäft erwirtschaftete im selben Zeitraum einen positiven Cashflow, was zeigt: Die roten Zahlen entstehen nicht im Kerngeschäft, sondern an der Krypto-Bilanz.

Für Anleger bleibt die zentrale Frage offen, ob die jüngste Bewegung der Auftakt zu einem geordneten Ausstieg ist oder eine technische Umschichtung. Klarheit dürfte erst der nächste Quartalsbericht oder eine offizielle Mitteilung des Unternehmens bringen.

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