SpaceX beschleunigt IPO-Pläne: Pricing am 11. Juni, Bitcoin-Treasury im Rampenlicht

Raphael Lulay

16.05.2026, 15:05 Uhr

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Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX zieht den Börsengang vor: Das Pricing der Erstplatzierung soll bereits am 11. Juni 2026 erfolgen, der erste Handelstag an der Nasdaq ist für den 12. Juni angesetzt. Das berichtete Reuters am Freitagabend unter Berufung auf drei mit dem Vorgang vertraute Personen. Ursprünglich war der Schritt für Ende Juni rund um Musks Geburtstag geplant – eine schnellere SEC-Prüfung machte die Beschleunigung möglich.

SpaceX strebt eine Kapitalaufnahme von rund 75 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von etwa 1,75 Billionen US-Dollar an. Damit würde der SpaceX Börsengang den bisherigen Rekord von Saudi Aramco (29 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019) deutlich überbieten und in die Geschichte eingehen. Der Ticker steht laut Reuters bereits fest: SPCX. Die Roadshow soll am 4. Juni starten, der Prospekt kommende Woche veröffentlicht werden.

Als Lead-Bookrunner agieren Morgan Stanley, Bank of America, Citigroup, JPMorgan und Goldman Sachs, flankiert von 16 weiteren Banken für institutionelle, Retail- und internationale Vertriebskanäle. Die Nasdaq-Listung wurde unter anderem deshalb gewählt, weil die Börse über ihre kürzlich eingeführten Fast-Entry-Regeln eine zügige Aufnahme in den Nasdaq-100 ermöglicht.

Bitcoin-Treasury macht den IPO zum Krypto-Ereignis

Für Krypto-Investoren ist der Börsengang aus einem ganz konkreten Grund relevant: SpaceX hält laut Unternehmensangaben 8.285 Bitcoin, derzeit etwa 656 Millionen US-Dollar wert, verwahrt bei Coinbase Prime. Damit wäre SPCX der erste Mega-IPO eines Unternehmens mit einer signifikanten Bitcoin-Position, die unter den seit Ende 2024 geltenden Fair-Value-Accounting-Standards bilanziert wird.

Das hat Konsequenzen über das einzelne Listing hinaus. Sobald SpaceX in den Nasdaq-100 aufgenommen wird, bekommen passive Index-Tracker automatisch indirekte Bitcoin-Exposure ins Portfolio. Ein Mechanismus, der bislang vor allem über Strategy unter Michael Saylor diskutiert wurde, würde mit SpaceX eine völlig neue Dimension erreichen.

Liquiditätsfrage: Kapitalabfluss aus Krypto?

Auf der anderen Seite warnen Analysten vor einem Nebeneffekt: Ein 75-Milliarden-Dollar-Deal bindet enorme Liquidität. MSCI hatte bereits im Februar in einer Szenario-Analyse darauf hingewiesen, dass die Megacap-IPOs des Jahres 2026 Milliardenbeträge an passiven Investmentflüssen freisetzen, Sektor-Allokationen in den Benchmark-Indizes verschieben und Liquidität aus Märkten außerhalb der Neuemissionen abziehen könnten.

Bitcoin, Ether und andere große Kryptowährungen weisen in den letzten beiden Marktzyklen eine steigende Korrelation mit Nasdaq und S&P 500 auf. Kapital, das in eine SpaceX-Allokation umgeschichtet wird, könnte deshalb kurzfristig aus volatileren Assets wie Krypto abfließen.

Eigene Einschätzung

Der SpaceX-IPO ist in zweifacher Hinsicht bemerkenswert: Größenrekord auf der einen, präzedenzschaffender Bitcoin-Treasury-Ausweis auf der anderen Seite. Anleger, die in das IPO investieren wollen, bekommen mit SPCX nicht nur ein Raumfahrt- und Satelliteninvestment, sondern auch indirekte Bitcoin-Exposure über die Bilanz. Wer hingegen bereits eine Krypto-Allokation hält, sollte den Liquiditätseffekt rund um den 11. und 12. Juni im Blick behalten – ein Mittelabfluss aus BTC und ETH in Richtung Aktien-Neuemission ist plausibel, aber keineswegs garantiert.

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