XRP Suchinteresse auf 2 von 100 (»Ripple kaufen«) – aber Wall Street investiert: ETF-Zuflüsse erreichen Jahreshoch

Raphael Lulay

27.04.2026, 14:21 Uhr

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Während sich Privatanleger im April 2026 sichtbar von XRP abwenden, kauft die institutionelle Seite weiter zu. Eine Auswertung von Google Trends und ETF-Daten zeigt eine seltene Konstellation: Das öffentliche Interesse an Ripple ist auf einem Mehrjahrestief, gleichzeitig nehmen Mittelzuflüsse in regulierte Anlageprodukte sichtbar zu.

Der Trend-Score für die Suchanfrage „Ripple kaufen“ liegt in Deutschland aktuell bei 2 von 100 – ein 5-Jahres-Tief und damit einer der niedrigsten Werte seit Beginn der Erhebung. Zum Vergleich: „Bitcoin kaufen“ notiert bei 19 von 100. Die Diskrepanz ist bemerkenswert, weil XRP gemessen an der Marktkapitalisierung weiterhin zur Top 4 der Kryptowährungen zählt. Die Daten stammen aus einer aktuellen Analyse von boersen-parkett.de und liegen in der aktuellen Infografik im Detail vor.

Institutionelle scheinen von optimistischer Ripple Prognose überzeugt

Ein Blick auf den Kurs erklärt den Stimmungsabfall nur teilweise. XRP notiert am 27. April 2026 bei rund 1,42 US-Dollar und damit etwa 61 Prozent unter dem Zyklus-Hoch von 3,65 US-Dollar aus Juli 2025. Seit Anfang Februar bewegt sich der Kurs in einer engen Range zwischen 1,31 und 1,76 US-Dollar. Die fehlende Volatilität nach oben dürfte ein zentraler Treiber für das schwindende Retail-Interesse sein – Privatanleger steigen, wie Umfragen wiederholt zeigen, mehrheitlich erst nach starken Kursanstiegen ein.

Auf der institutionellen Seite ergibt sich ein anderes Bild. Sieben US-Spot-ETFs auf XRP verwalten gemeinsam rund eine Milliarde US-Dollar an Vermögenswerten, mit kumulierten Nettozuflüssen von rund 1,28 Milliarden Dollar seit dem Marktstart Ende 2025. Allein im April 2026 flossen den Produkten netto über 71 Millionen Dollar zu – damit ist der April auf Kurs, der zuflussstärkste Monat des Jahres zu werden. Den März-Verlust von rund 31 Millionen Dollar – den ersten Monatsabfluss in der jungen ETF-Historie – haben die Produkte vollständig aufgeholt.

Bemerkenswert ist die Verteilung der Zuflüsse. Die Anbieter Bitwise und Franklin Templeton haben den Großteil der April-Mittel eingesammelt. Der Bitwise XRP ETF liegt mit kumuliert rund 419 Millionen Dollar nahezu gleichauf mit dem bislang führenden Canary-Capital-Fonds (rund 421 Millionen Dollar).

CLARITY Act bleibt im Fokus – auch für XRP

Auch fundamental gibt es Bewegung. Die französische Großbank Société Générale hat ihren Euro-Stablecoin EURCV auf dem XRP Ledger ausgegeben. Damit wird die XRPL-Infrastruktur erstmals von einer systemrelevanten europäischen Bank für ein reguliertes Stablecoin-Produkt genutzt. Parallel hat Ripple eine bedingte Genehmigung für eine US-Treuhand-Banklizenz erhalten und arbeitet nach eigenen Angaben an einer Quanten-resistenten Architektur des XRP Ledgers bis 2028.

Ein zentraler regulatorischer Faktor bleibt der CLARITY Act. Der Gesetzentwurf würde XRP dauerhaft als „digital commodity“ einordnen. Die Vorlage muss vor Beginn der Senatspause am 21. Mai durch den zuständigen Banking Committee. Branchenvertreter, darunter Coinbase und Ripple, haben zuletzt öffentlich auf eine Beschleunigung des Verfahrens gedrängt.

Auf dem Chart ergibt sich aus Sicht technischer Analysten eine Konstellation, die in den vergangenen 18 Monaten zweimal größere Bewegungen ausgelöst hat. XRP testet aktuell die untere Kante der wöchentlichen Ichimoku-Wolke. Die letzten beiden Bestätigungen über diesem Niveau führten zu Anstiegen von 0,50 auf 3,40 US-Dollar (Ende 2024) sowie von 2,20 auf das Hoch bei 3,65 US-Dollar (Juli 2025). Für eine Bestätigung des Setups wäre nach Einschätzung der Analysten ein Wochenschluss oberhalb von rund 1,67 US-Dollar erforderlich. Der RSI auf dem Tageschart hat zuletzt ein bullisches Crossover gebildet und notiert mit 55 Punkten in der neutralen Zone, auch der MACD hat unterhalb der Nulllinie ein bullisches Signal erzeugt.

Hier geht es zum Beitrag: Ripple Sparplan.

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