Tapbit ist eine international ausgerichtete Krypto-Trading-Plattform mit niedrigen Gebühren, Futures bis 100x Hebel und optionalem KYC. In diesem Test ordnen wir Angebot, Kosten, Sicherheit und – besonders wichtig – den Regulierungsstatus für Anleger aus Deutschland nüchtern ein.
Tapbit ist eine centralized Krypto-Börse mit Spot- und Futures-Handel, günstigen Gebühren (0,1 % Spot) und optionaler Verifizierung. Der zentrale Punkt für deutsche Anleger: Tapbit besitzt keine MiCAR-Lizenz und ist damit in der EU nicht als Krypto-Dienstleister (CASP) zugelassen. Wer regulierten EU-Anlegerschutz will, ist bei MiCAR-lizenzierten Anbietern wie eToro oder OKX besser aufgehoben.
Was ist Tapbit?
Tapbit ist eine zentralisierte Krypto-Börse (CEX), die Spot- und Derivatehandel für ein internationales Publikum anbietet. Die Plattform ging 2021 zunächst unter dem Namen „Billance“ an den Start und wurde im September 2022 in Tapbit umbenannt. Der Fokus liegt auf aktivem Trading: neben dem Spot-Markt bietet Tapbit USDT-Perpetual-Futures mit hohem Hebel, Copy-Trading, Grid-Bots und ein Earn-Programm.
Auffällig ist die uneinheitliche Angabe zum Firmensitz: Je nach Quelle wird Tapbit den Seychellen, Singapur oder einer US-Struktur zugeordnet. Diese Intransparenz bei Unternehmensstandort und Team ist bereits ein erster Datenpunkt, den Anleger im Hinterkopf behalten sollten. Für deutschsprachige Privatanleger ist Tapbit vor allem wegen der niedrigen Gebühren und des optionalen KYC (Identitätsprüfung) interessant – genau hier beginnt aber auch die regulatorische Grauzone.
Ist Tapbit in Deutschland reguliert und seriös?
Nein – Tapbit verfügt über keine MiCAR-Lizenz und ist damit nicht als Crypto-Asset Service Provider (CASP) in der EU zugelassen. Seit dem 30. Dezember 2024 benötigen Krypto-Dienstleister eine Zulassung der nationalen Aufsichtsbehörde ihres EU-Sitzstaates, um Dienste legal in der Union anzubieten. Tapbit taucht in keinem EU-CASP-Register auf.
Was Tapbit stattdessen vorweist, sind Registrierungen mit deutlich geringerer Schutzwirkung: eine US-Registrierung als Money Services Business (MSB) bei FinCEN, Verweise auf die NFA sowie eine Lizenz der Financial Services Authority von St. Vincent und den Grenadinen (SVGFSA). Wichtig zur Einordnung: Eine MSB-Registrierung ist eine reine Geldwäsche-Meldepflicht, keine aufsichtsrechtliche „Lizenz“ mit Kapital- und Anlegerschutzauflagen. Die SVGFSA gilt als klassische Offshore-Registrierung ohne strenge Aufsicht. Keine dieser Registrierungen ersetzt eine MiCAR-Zulassung oder gewährt EU-Anlegern regulatorischen Schutz.
Zur Seriosität im engeren Sinn: Tapbit ist seit 2021 aktiv und hat nach eigenen Angaben keinen größeren Hack erlitten. Gleichzeitig finden sich auf Trustpilot und Scam-Bewertungsportalen wiederkehrend kritische Erfahrungsberichte, insbesondere zu blockierten Auszahlungen und dubiosen „Gebühren“-Forderungen vor der Auszahlung – ein Muster, das bei unregulierten Plattformen ohne EU-Beschwerdeweg besonders schwer wiegt. Ein pauschaler Betrugsvorwurf lässt sich daraus nicht ableiten, aber das Fehlen einer EU-Aufsicht bedeutet: Bei Streitfällen gibt es für deutsche Nutzer keine zuständige heimische Behörde und keine Einlagensicherung.
Regulierungs-Hinweis: Ohne MiCAR-Lizenz unterliegt Tapbit keiner EU-Aufsicht. Es greifen weder EU-weite Kapital- und Verwahrvorschriften noch ein geregelter Beschwerde- oder Entschädigungsweg. Für Anleger aus Deutschland empfehlen wir ausschließlich EU-lizenzierte Anbieter. Der fehlende MiCAR-Status ist damit das entscheidende Argument gegen die Plattform – unabhängig davon, wie günstig die Gebühren sind.
Welche regulierten Alternativen zu Tapbit gibt es?
Wer den günstigen Handel schätzt, aber auf regulierten EU-Anlegerschutz nicht verzichten will, findet bei zwei MiCAR-lizenzierten Anbietern eine solide Grundlage. Beide sind in der EU zugelassen und unterliegen der europäischen Aufsicht – im Gegensatz zu Tapbit.
Investitionen in Kryptowerte sind mit Risiken verbunden und möglicherweise nicht für Privatanleger geeignet. Es kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Informiere dich hier über die Risiken.
Einen vollständigen Überblick regulierter Anbieter bietet unser Vergleich der besten Krypto-Börsen. Wer die MiCAR-Verordnung genauer verstehen möchte, findet die Grundlagen in unserem Leitfaden zur EU-Krypto-Regulierung.
Wie hoch sind die Gebühren bei Tapbit?
Die Gebühren zählen zu den stärksten Argumenten von Tapbit. Im Spot-Handel liegt die Maker- und Taker-Gebühr bei 0,1 %, im Futures-Handel bei 0,02 % (Maker) bzw. 0,06 % (Taker). Das ist im Marktvergleich günstig. Zu beachten sind allerdings Zusatzkosten: Fiat-Einzahlungen laufen über Drittanbieter, deren Gebühren und KYC-Anforderungen variieren, und die netzabhängigen Auszahlungsgebühren kommen obendrauf.
| Bereich | Maker | Taker | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Spot-Handel | 0,10 % | 0,10 % | Standard-Konditionen |
| Futures (USDT-Perp.) | 0,02 % | 0,06 % | bis zu 100x Hebel |
| Krypto-Einzahlung | kostenlos | Netzwerkgebühr möglich | |
| Fiat-Kauf | variabel | über Drittanbieter (USDT/USDC) | |
| Auszahlung | netzabhängig | je Coin unterschiedlich | |
Die genannten Werte sollten Anleger vor größeren Transaktionen stets in der Live-Gebührenübersicht der Plattform prüfen, da sich Konditionen und coin-spezifische Auszahlungslimits ändern können.
Handelsangebot: Coins, Derivate und Funktionen
Tapbit deckt ein breites Spektrum an Kryptowährungen ab. Die Angaben zur Coin-Anzahl schwanken je nach Quelle und Stichtag zwischen rund 380 und über 700 handelbaren Assets – von Bitcoin, Ethereum und Solana bis zu zahlreichen Altcoins. Neben dem Spot-Markt bietet Tapbit USDT-Perpetual-Futures mit hohem Hebel, Copy-Trading, Grid-Trading-Bots sowie ein Earn-Programm mit variablen Renditen.
| Kriterium | Tapbit |
|---|---|
| Typ | Zentralisierte Börse (CEX) |
| Handelbare Coins | ca. 380–700+ (je nach Quelle) |
| Produkte | Spot, USDT-Futures, Copy-Trading, Grid-Bots, Earn |
| Max. Hebel | bis 100x (teils bis 150x angegeben) |
| KYC | optional (Limits ohne Verifizierung) |
| Fiat-Zugang | eingeschränkt, über Drittanbieter |
| MiCAR-Status | keine EU-Lizenz |
Kritisch anzumerken: Mehrere unabhängige Tests bemängeln dünne Liquidität bei einigen Handelspaaren sowie fehlende Open-Interest-Anzeigen im Futures-Interface. Für sehr große Orders kann das zu spürbarem Slippage führen. Auch das P2P-Angebot war zeitweise faktisch inaktiv.
Sicherheit und Verwahrung
Tapbit gibt an, den überwiegenden Teil der Kundengelder in Cold Storage mit Multi-Signatur zu verwahren und Hot Wallets nur für den Betrieb zu nutzen. Ergänzt wird das durch 2FA, Anti-Phishing-Code, Whitelisting von Auszahlungsadressen sowie einen Versicherungsfonds, dessen Höhe je nach Quelle mit 40 bis 50 Millionen USDT beziffert wird. Ein größerer öffentlich bekannter Hack ist bislang nicht dokumentiert.
Der entscheidende Punkt bleibt jedoch das Verwahrmodell: Bei jeder zentralen Börse liegen die Coins in fremder Obhut. Ohne MiCAR-Aufsicht fehlen die EU-Vorgaben zur Trennung von Kunden- und Firmenvermögen. Wer Coins langfristig hält, sollte über Eigenverwahrung nachdenken.
Für die sichere Selbstverwahrung eignet sich ein Hardware-Wallet. Die smartcard-basierte Lösung von Tangem ist dabei besonders einsteigerfreundlich – Details dazu in unserem Tangem Wallet Test.
Steuern: Was Trader beachten müssen
Der Handel auf einer Plattform wie Tapbit erzeugt schnell viele steuerpflichtige Vorgänge – gerade bei aktivem Trading, Futures und Copy-Trading. In Deutschland sind Gewinne aus Krypto-Verkäufen innerhalb der einjährigen Haltefrist steuerpflichtig; die Grundlagen erklärt unser Hub Kryptowährungen und Steuern.
Da unregulierte Börsen selten brauchbare Steuerreports liefern, ist eine lückenlose eigene Dokumentation Pflicht. Ein Tool wie CoinTracking erfasst Trades plattformübergreifend und erstellt Finanzamt-taugliche Auswertungen – für Trader mit vielen Transaktionen praktisch unverzichtbar.
Tapbit: Vor- und Nachteile
Vorteile
- Niedrige Handelsgebühren (0,1 % Spot)
- Großes Coin- und Futures-Angebot
- Optionales KYC, hohe Privatsphäre
- Copy-Trading und Grid-Bots integriert
- Bislang kein bekannter größerer Hack
Nachteile
- Keine MiCAR-Lizenz / kein EU-Anlegerschutz
- Intransparenz bei Sitz, Team und Reserven
- Wiederkehrende Auszahlungs-Beschwerden
- Teils dünne Liquidität, verdeckte Futures-Daten
- Eingeschränkter, teurer Fiat-Zugang
Fazit: Für wen eignet sich Tapbit?
Tapbit ist eine funktional solide Trading-Plattform mit günstigen Gebühren und breitem Angebot, die vor allem preisbewusste, privatsphäre-orientierte Trader anspricht. Der entscheidende Nachteil für Anleger aus Deutschland wiegt jedoch schwer: Ohne MiCAR-Lizenz gibt es keine EU-Aufsicht, keine geregelte Vermögenstrennung und keinen heimischen Beschwerdeweg. Die wiederkehrenden Auszahlungs-Beschwerden verstärken diese Bedenken.
Unsere nüchterne Einordnung: Wer maximale Sicherheit und regulierten EU-Anlegerschutz sucht – und das sollte für die meisten Privatanleger im DACH-Raum Priorität haben – ist bei einem MiCAR-lizenzierten Anbieter deutlich besser aufgehoben. Regulierte Alternativen wie eToro (seit 2007 am Markt, MiCAR-lizenziert, börsennotiert) oder OKX bieten vergleichbaren Zugang zum Krypto-Handel, aber innerhalb des europäischen Aufsichtsrahmens. Für erfahrene Trader, die die Risiken einer unregulierten Offshore-Plattform bewusst tragen, bleibt Tapbit eine Option – für sicherheitsorientierte Einsteiger nicht die erste Wahl.
Häufige Fragen zu Tapbit
Ist Tapbit in Deutschland reguliert?
Nein. Tapbit besitzt keine MiCAR-Lizenz und ist nicht als Krypto-Dienstleister (CASP) in der EU zugelassen. Vorhandene Registrierungen (US-MSB, SVGFSA) ersetzen keine EU-Aufsicht und bieten deutschen Anlegern keinen regulatorischen Schutz.
Ist Tapbit seriös oder Betrug?
Tapbit ist seit 2021 aktiv und hatte keinen bekannten größeren Hack. Es gibt jedoch wiederkehrende Beschwerden zu blockierten Auszahlungen. Ein pauschaler Betrugsvorwurf ist nicht belegt, doch das Fehlen einer EU-Aufsicht erhöht das Risiko im Streitfall deutlich.
Welche regulierte Alternative zu Tapbit gibt es?
MiCAR-lizenzierte Anbieter wie eToro und OKX sind in der EU zugelassen und unterliegen europäischer Aufsicht. Sie bieten ähnlichen Zugang zum Krypto-Handel, aber mit regulatorischem Anlegerschutz – für Anleger aus Deutschland die sicherere Wahl.
Wie hoch sind die Gebühren bei Tapbit?
Der Spot-Handel kostet 0,1 % (Maker/Taker), Futures 0,02 % (Maker) und 0,06 % (Taker). Hinzu kommen variable Fiat-Gebühren über Drittanbieter sowie netzabhängige Auszahlungskosten. Die genauen Werte sollten vor jeder Transaktion live geprüft werden.
Braucht man bei Tapbit eine Verifizierung (KYC)?
Nein, KYC ist bei Tapbit optional. Ohne Verifizierung gelten jedoch niedrigere Ein- und Auszahlungslimits. Volle Funktionalität und höhere Limits erfordern eine Identitätsprüfung.
Muss ich Gewinne von Tapbit versteuern?
Ja. In Deutschland sind Krypto-Gewinne innerhalb der einjährigen Haltefrist steuerpflichtig, unabhängig von der Plattform. Da unregulierte Börsen selten Steuerreports liefern, empfiehlt sich ein Tool wie CoinTracking zur lückenlosen Dokumentation.
Regulierte Alternativen
Dieser Anbieter ist nach unserem aktuellen Kenntnisstand derzeit nicht Bestandteil unseres MiCA-basierten Krypto-Börsen-Vergleichs.
Hinweis für Anleger aus Deutschland und der Europäischen Union: Anleger mit Wohnsitz in Deutschland oder einem anderen EU-Mitgliedstaat sollten die regulatorische Einordnung eines Anbieters vor der Nutzung berücksichtigen. Im Krypto-Börsen-Vergleich findest du ausschließlich Plattformen mit gültiger CASP-Zulassung (MiCA).