Zuletzt aktualisiert: 3. Oktober 2026 · Autor: Raphael Lulay
Wer bei eToro handelt, kommt früher oder später zwangsläufig mit der Frage nach den eToro Steuern in Berührung. Die Plattform ist einfach zu bedienen, der Einstieg ins Investieren gelingt in wenigen Minuten – doch beim Thema Steuern sieht die Sache komplizierter aus. Denn eToro führt grundsätzlich keine deutsche Abgeltungsteuer automatisch ab, wie das deutsche Kreditinstitute tun. Das bedeutet: Du bist als Anleger selbst in der Pflicht.
Gewinne aus dem Handel bei eToro unterliegen in Deutschland dem Steuerrecht – egal ob Krypto, Aktien oder CFDs. Ob tatsächlich Steuern anfallen, hängt von Anlageklasse, Haltedauer und Freigrenzen beziehungsweise Freibeträgen ab. Anders als deutsche Banken führt eToro grundsätzlich keine deutsche Abgeltungsteuer automatisch ab. Du bist selbst dafür verantwortlich, erklärungspflichtige Erträge anzugeben. Seit 2026 werden Krypto-Transaktionsdaten zusätzlich für DAC8 erfasst; der erste Meldezeitraum ist 2026, der erste Datenaustausch erfolgt 2027.
- Die Grundregel: Wann werden eToro-Gewinne versteuert?
- Kein automatischer Steuerabzug – was das bedeutet
- DAC8: Was sich 2026 für eToro-Nutzer ändert
- eToro Steuern auf Kryptowährungen
- eToro Steuern auf Aktien und ETFs
- eToro Steuern auf CFDs und Derivate
- Den eToro Steuerbericht richtig nutzen
- Steuererklärung: Welche Anlage ist die richtige?
- Steuerregeln im Überblick – Vergleichstabelle
- Fazit und Handlungsempfehlung
- FAQ
In diesem Ratgeber erfährst du genau, was auf dich zukommt – gegliedert nach Anlageklasse, mit konkreten Zahlen, Freigrenzen und dem Hinweis, welche Formulare du für die Steuererklärung brauchst. Kein Steuerrecht-Kauderwelsch, sondern klare Orientierung für den Alltag.
eToro Steuern – die Grundregel
Der erste Punkt, den du kennen musst: In Deutschland gilt das Wohnsitzprinzip. Du versteuerst alle Kapitalerträge dort, wo du deinen steuerlichen Wohnsitz hast – also in Deutschland. Welche Plattform du nutzt und wo diese ansässig ist, spielt dabei keine Rolle. eToro (Europe) Ltd. ist in Zypern zugelassen und wurde 2025 unter MiCA lizenziert; für deutsche Anleger ist diese Plattform seit Oktober 2025 offiziell aktiv.
Das bedeutet konkret: Gewinne, die du auf eToro realisierst, unterliegen dem deutschen Steuerrecht – genauso wie Gewinne bei einer deutschen Bank oder Direktbank.
Was gilt als steuerlich relevantes Ereignis bei eToro?
Nicht jede Transaktion ist sofort steuerpflichtig. Entscheidend ist der Realisierungszeitpunkt – also der Moment, in dem du eine Position mit Gewinn schließt. Auf dem Papier eine Aktie zu halten, die 50 % gestiegen ist, löst noch keine Steuerpflicht aus. Erst der Verkauf macht den Kursgewinn steuerlich relevant. Auch ein Tausch echter Coins gegen andere Kryptowährungen zählt als Veräußerung. Dividenden und Zinsen sind bereits beim Zufluss relevant; bei echten ETFs kann zudem eine Vorabpauschale anfallen. Eine Auszahlung auf dein Bankkonto ist dafür nicht erforderlich.
Kein automatischer Steuerabzug – das ist der entscheidende Unterschied
Wer bei einer deutschen Bank ein Depot hält, muss sich um Vieles nicht kümmern: Die Bank führt Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer automatisch ans Finanzamt ab – soweit kein ausreichender Freistellungsauftrag oder eine andere Befreiung vorliegt.
Bei eToro läuft das nicht automatisch. Für deutsche Anleger führt eToro grundsätzlich keine deutsche Abgeltungsteuer ab und bietet keinen deutschen Freistellungsauftrag an. Ausländische Quellensteuer, etwa auf Dividenden, kann trotzdem einbehalten werden. Das hat zwei Konsequenzen:
- Deutsche Abgeltungsteuer wird zunächst nicht einbehalten; ausländische Quellensteuer kann deine Erträge dennoch mindern.
- Du bist aber verpflichtet, erklärungspflichtige Erträge selbstständig in deiner Steuererklärung anzugeben – unabhängig davon, ob eToro sie meldet oder nicht.
Wer eToro mit einer deutschen Direktbank gleichsetzt, denkt falsch. Das Fehlen des automatischen Steuerabzugs ist kein Vorteil, sondern eine Verantwortungsverlagerung auf den Anleger. Wer das ignoriert, riskiert Nachzahlungen mit Zinsen. Ein einfacher Kalender-Reminder zur Steuersaison reicht als erste Maßnahme – besser ist ein ordentliches Transaktionsprotokoll das ganze Jahr über.
DAC8: Was sich 2026 für eToro-Nutzer ändert
Seit Januar 2026 gilt die EU-Richtlinie DAC8, in Deutschland umgesetzt durch das Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz (KStTG). Konkret bedeutet das: Kryptobörsen und Broker wie eToro, die Kunden in der EU betreuen, sind jetzt gesetzlich verpflichtet, Kundendaten – inklusive Transaktionsvolumen und Steueridentifikationsnummer – an die Steuerbehörden zu melden. Erster Meldezeitraum ist das Kalenderjahr 2026. In Deutschland meldepflichtige Anbieter übermitteln diese Daten grundsätzlich bis zum 31. Juli 2027 an das Bundeszentralamt für Steuern. Ein in einem anderen EU-Staat meldepflichtiger Anbieter meldet an die dort zuständige Behörde; die Informationen werden anschließend zwischen den Steuerbehörden ausgetauscht.
Wer bisher dachte, Krypto-Gewinne bei eToro seien dem Finanzamt nicht bekannt, liegt spätestens jetzt falsch. Auch schon vor DAC8 konnten Finanzbehörden über Sammelauskunftsverfahren und Blockchain-Analysen an Transaktionsdaten gelangen.
Fazit: Erklärungspflichtige Erträge bei eToro müssen angegeben werden. Das war immer so – seit 2026 wird die Durchsetzung nur deutlich einfacher für das Finanzamt.
Investitionen in Kryptowerte sind mit Risiken verbunden und möglicherweise nicht für Privatanleger geeignet. Es kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Informiere dich hier über die Risiken.
eToro Steuern auf Kryptowährungen
Kryptowährungen werden in Deutschland steuerlich als privates Veräußerungsgeschäft behandelt – geregelt in § 23 EStG. Das ist ein wichtiger Unterschied zu Aktien: Hier greift nicht die pauschale Abgeltungsteuer von 25 %, sondern dein persönlicher Einkommensteuersatz.
Die Jahresfrist und die Freigrenze
Zwei Regeln bestimmen, ob und wie viel Steuer anfällt:
Haltefrist: Hältst du eine Kryptowährung länger als 12 Monate, ist der Gewinn beim Verkauf steuerfrei – komplett, ohne Obergrenze. Das gilt für echte Coins bei eToro (nicht für Krypto-CFDs, dazu unten mehr).
Freigrenze: Liegt der Gesamtgewinn aus sämtlichen privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr unter 1.000 Euro (seit 2024; vorher 600 Euro), bleibt er steuerfrei. Achtung: Das ist eine Freigrenze, kein Freibetrag – bereits ab genau 1.000 Euro ist der gesamte steuerpflichtige Gewinn zu versteuern. Sie gilt über alle Plattformen hinweg.
Nach der aktuell geltenden Fassung des § 23 EStG bleibt die einjährige Haltefrist für echte Kryptowährungen im Privatvermögen bestehen. Politische Vorschläge ändern die Besteuerung nicht; maßgeblich sind ein beschlossenes Gesetz und dessen Anwendungszeitpunkt.
Staking-Erträge bei eToro gesondert beachten
eToro bietet international für ausgewählte Coins ein Staking-Programm an. Für deutsche Nutzer hängt die Verfügbarkeit vom Konto, der Verwahrung und dem unterstützten Coin ab: Die Deutschland-Hilfe nennt Staking für geeignete Bestände bei eToro Europe; für weiterhin bei Tangany verwahrte Bestände ist es nicht verfügbar. Da die allgemeine Staking-Seite Deutschland weiterhin ausschließt, prüfe die aktuelle Berechtigung in deinem Konto. Die folgenden Regeln betreffen erhaltene Belohnungen aus passivem Staking im Privatvermögen. Sie gelten steuerlich nicht als Veräußerungsgewinn, sondern als sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG. Sie werden mit deinem persönlichen Steuersatz besteuert – wenn die gesamten Einkünfte aus Leistungen nach § 22 Nr. 3 EStG im Kalenderjahr mindestens 256 Euro betragen – und werden in der Anlage SO der Steuererklärung angegeben.
| Szenario | Haltezeit | Gewinn | Steuerpflicht | Steuersatz |
|---|---|---|---|---|
| Bitcoin-Verkauf nach 8 Monaten | Unter 12 Monate | 800 € | Steuerfrei (unter Freigrenze) | 0 % |
| Bitcoin-Verkauf nach 8 Monaten | Unter 12 Monate | 1.500 € | Steuerpflichtig | Persönl. ESt-Satz (z. B. 30 % = 450 €) |
| Bitcoin-Verkauf nach 14 Monaten | Über 12 Monate | 20.000 € | Steuerfrei | 0 % |
| ETH-Staking-Belohnungen (allgemeines Beispiel) | – | 300 € | Steuerpflichtig (über 256 € Freigrenze, § 22 EStG) | Persönl. ESt-Satz |
| Krypto-CFD-Gewinn (eToro) | – | 2.000 € | Steuerpflichtig (Kapitalertrag) | 25 % + Soli |
Quelle: § 23 EStG, § 22 EStG; eigene Darstellung (Stand: Oktober 2026). Beispiele für das Privatvermögen; bei 800 € Gewinn sind keine weiteren privaten Veräußerungsgewinne unterstellt. Beim CFD-Beispiel ist der Sparerpauschbetrag bereits ausgeschöpft. Die Staking-Verfügbarkeit bei eToro hängt für deutsche Nutzer vom Konto, der Verwahrung und dem Coin ab; Tangany-Bestände sind ausgeschlossen. Keine Steuerberatung.
eToro Steuern auf Aktien und ETFs
Beim Kauf und Verkauf von echten Aktien und ETFs bei eToro greift die klassische Abgeltungsteuer. Gewinne gelten als Kapitalerträge und werden pauschal mit 25 Prozent besteuert, hinzu kommen Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent auf die Steuer) und ggf. Kirchensteuer.
Der effektive Steuersatz ohne Kirchensteuer beträgt damit 26,375 Prozent auf den steuerpflichtigen Betrag.
Sparerpauschbetrag: Der Freibetrag für Kapitalerträge
Seit 2023 gilt ein erhöhter Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr für Einzelpersonen (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung, § 20 Abs. 9 EStG). Gewinne aus Aktien- und ETF-Verkäufen, Dividenden und Zinsen, die zusammen diesen Betrag nicht übersteigen, sind komplett steuerfrei.
Da eToro keinen Freistellungsauftrag kennt, wird keine deutsche Abgeltungsteuer einbehalten; ausländische Quellensteuer kann dennoch anfallen. Ob du den Pauschbetrag ausgeschöpft hast, klärst du am Ende über die Anlage KAP in der Steuererklärung.
Verlustverrechnung bei eToro-Aktien
Verluste aus Aktiengeschäften dürfen ausschließlich mit Gewinnen aus Aktiengeschäften verrechnet werden – nicht mit anderen Kapitalerträgen. Das ist eine wichtige Einschränkung, die beim Jahresabschluss oft übersehen wird. Verluste aus echten Krypto-Geschäften innerhalb der Jahresfrist hingegen lassen sich mit anderen privaten Veräußerungsgewinnen verrechnen.
Bei echten Aktien-ETFs sind grundsätzlich 30 Prozent der Erträge teilfreigestellt, wenn der Fonds steuerlich als Aktienfonds qualifiziert ist. Ausschüttungen, Veräußerungsgewinne und gegebenenfalls Vorabpauschalen gehören bei fehlendem inländischen Steuerabzug in die Anlage KAP-INV; Angaben zum Sparerpauschbetrag erfolgen zusätzlich in der Anlage KAP.
| Kapitalertrag | Steuerpflicht | Steuersatz | Anlage in Steuererklärung |
|---|---|---|---|
| Aktiengewinn (real, eToro) | Ja, über Sparerpauschbetrag (1.000 € / Jahr) | 25 % + Soli auf die Steuer = 26,375 % | Anlage KAP |
| ETF-Gewinn (real, eToro) | Ja, über Sparerpauschbetrag | 26,375 % (nach 30 % Teilfreistellung bei Aktien-ETFs) | Anlage KAP-INV + KAP |
| Dividenden (eToro) | Ja, über Sparerpauschbetrag | 26,375 % | Anlage KAP |
| Krypto-Gewinn (real, bis einschließlich 12 Monate) | Ja, ab Gesamtgewinn von 1.000 € | Persönlicher ESt-Satz | Anlage SO |
| Krypto-Gewinn (real, über 12 Monate) | Nein | 0 % | Keine Pflicht |
| Staking-Erträge (allgemein) | Ja, ab 256 € / Jahr (§ 22 Nr. 3 EStG) | Persönlicher ESt-Satz | Anlage SO |
Quelle: EStG §§ 20, 22, 23; InvStG; ELSTER-Ausfüllhilfe; BMF-Schreiben zu Kryptowerten vom 6. März 2025. Steuersätze ohne Kirchensteuer; Pauschbetrag gilt insgesamt über alle Anbieter. Stand: Oktober 2026. Keine Steuerberatung.
eToro Steuern auf CFDs und Derivate
eToro ermöglicht neben dem Kauf echter Assets auch den Handel mit CFDs (Contracts for Difference). Steuerlich gilt hier: CFD-Gewinne sind Kapitalerträge nach § 20 EStG und werden mit dem pauschalen Satz von 25 Prozent plus Soli besteuert.
Wichtig: Die Haltefrist-Regelung für Krypto gilt für CFDs nicht. Wer einen Krypto-CFD bei eToro über 14 Monate hält und dann mit Gewinn schließt, zahlt trotzdem Steuern – denn er hält keinen echten Coin, sondern ein Differenzgeschäft.
Hast du dich schon einmal gefragt, ob du bei eToro überhaupt echte Coins oder nur CFDs hältst? Das lässt sich in der Plattform direkt einsehen: Echte Assets werden im „Portfolio“ als reale Positionen geführt, CFD-Positionen sind als „CFD“ gekennzeichnet. Prüfe diese Kennzeichnung und die Orderdetails; der Hebel allein ist kein verlässliches Unterscheidungsmerkmal.
Besonders wichtig: eToro arbeitet beim Krypto-Handel mit einer Gebühr plus variablem Marktspread – die genauen Handelskosten sind damit nicht vollständig als separate Position ausgewiesen. Das macht die exakte Berechnung der steuerlichen Anschaffungskosten bei kleinen Positionen unübersichtlicher als bei Brokern mit rein fixen Kommissionen. Für die Steuererklärung solltest du den Transaktionsbericht als Basis nehmen – und im Zweifel einen Steuerberater hinzuziehen. Mehr zu den konkreten Kostenstrukturen erfährst du in unserem Überblick zu den eToro Gebühren.
Den eToro Steuerbericht richtig nutzen
eToro stellt seinen Nutzern einen Steuerbericht zur Verfügung – allerdings nicht für alle. Der umfassende Jahresbericht, der Gewinne, Verluste und Erträge nach deutschem Steuerrecht aufschlüsselt, ist derzeit ein Angebot des eToro Club. Der Steuerbericht ist für berechtigte Mitglieder ab der Silver-Stufe verfügbar. Für die automatische Silver-Mitgliedschaft nennt eToro eine Kontostufe von 5.000 US-Dollar; der Gegenwert in Euro schwankt mit dem Wechselkurs.
Was der eToro Steuerbericht enthält
Der Bericht listet alle steuerlich relevanten Transaktionen des Kalenderjahres auf: Zeitstempel, Asset, Betrag, realisierte Gewinne und Verluste sowie erfasste laufende Erträge. Er wird nach den Steuergesetzen des eingetragenen Wohnsitzes berechnet – für deutsche Nutzer also nach deutschem Recht.
Wichtig: Der Steuerbericht ist ein Hilfsmittel, aber kein Ersatz für eine professionelle Steuerberatung und nicht rechtsverbindlich. eToro weist ausdrücklich darauf hin.
Wenn du kein Club-Mitglied bist
Unterhalb der Club-Schwelle bleibt der reguläre Kontoauszug (Account Statement) als Grundlage. Diesen findest du im eToro-Dashboard unter „Portfolio“ → „Transaktionshistorie“. Die erfassten Käufe, Verkäufe und Erträge können als Excel- oder PDF-Datei heruntergeladen werden – die Basis für die manuelle Aufbereitung oder den Import in ein Steuer-Tool.
Investitionen in Kryptowerte sind mit Risiken verbunden und möglicherweise nicht für Privatanleger geeignet. Es kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Informiere dich hier über die Risiken.
Die 25 € sind eine Beispielrate für den Krypto-Sparplan. eToro nennt einen Mindestbetrag von 25 USD; der Eurogegenwert hängt vom Wechselkurs ab. Den jeweils gültigen Mindestbetrag zeigt die App.
Steuererklärung: Welche Anlage ist die richtige?
Je nachdem, was du bei eToro gehandelt hast, kommen unterschiedliche Anlagen der Einkommensteuererklärung zum Einsatz:
- Anlage KAP: Für Kapitalerträge aus Aktien, Dividenden, Zinsen und CFD-Gewinnen sowie Angaben zum Sparerpauschbetrag
- Anlage KAP-INV: Für Erträge aus echten ETFs beziehungsweise Investmentfonds ohne inländischen Steuerabzug, einschließlich gegebenenfalls anfallender Vorabpauschalen
- Anlage SO: Für Gewinne aus Kryptowährungen (private Veräußerungsgeschäfte) und Staking-Erträge
Für in US-Dollar geführte Transaktionen benötigst du die steuerlich maßgeblichen Werte in Euro; dokumentiere die Umrechnung zum jeweiligen Transaktions- beziehungsweise Zuflusszeitpunkt.
Die Abgabefrist für die Steuererklärung ist in Deutschland in der Regel der 31. Juli des Folgejahres. Mit einem Steuerberater verlängert sich die Frist in der Regel bis Ende Februar des übernächsten Jahres.
Das FIFO-Verfahren (First In, First Out) ist eine zulässige Vereinfachungsmethode für Kryptowährungen: Die zuerst gekauften Coins gelten als zuerst verkauft. Vorrangig gilt die Einzelbetrachtung. Die gewählte Methode ist walletbezogen und für die jeweilige Kryptowährung grundsätzlich bis zur vollständigen Veräußerung dieses Bestands beizubehalten. Das ist relevant für die Berechnung der Haltedauer und des Gewinns.
eToro Steuern im Überblick – alle Anlageklassen auf einen Blick
| Anlageklasse bei eToro | Steuerart | Steuerfrei? | Steuersatz | Anlage |
|---|---|---|---|---|
| Krypto (real, bis einschließlich 12 Monate) | Privates Veräußerungsgeschäft (§ 23 EStG) | Nur unter 1.000 €/Jahr | Persönlicher ESt-Satz | Anlage SO |
| Krypto (real, > 12 Monate) | Privates Veräußerungsgeschäft (§ 23 EStG) | Ja, vollständig | 0 % | Keine Pflicht |
| Staking-Erträge (allgemein) | Sonstige Einkünfte (§ 22 EStG) | Nur unter 256 €/Jahr | Persönlicher ESt-Satz | Anlage SO |
| Aktien (real) | Kapitalertragsteuer (§ 20 EStG) | Bis 1.000 €/Jahr (Pauschbetrag) | 26,375 % | Anlage KAP |
| ETFs (real) | Kapitalertragsteuer (§ 20 EStG) | Bis 1.000 €/Jahr (Pauschbetrag) | 26,375 % (mit Teilfreistellung) | Anlage KAP-INV + KAP |
| CFDs (alle Assets) | Kapitalertragsteuer (§ 20 EStG) | Bis 1.000 €/Jahr (Pauschbetrag) | 26,375 % | Anlage KAP |
| Dividenden | Kapitalertragsteuer (§ 20 EStG) | Bis 1.000 €/Jahr (Pauschbetrag) | 26,375 %; Quellensteuer ggf. anrechenbar | Anlage KAP |
Quelle: EStG §§ 20, 22, 23; InvStG; ELSTER-Ausfüllhilfe; BMF-Schreiben zu Kryptowerten vom 6. März 2025. Steuersätze ohne Kirchensteuer; Pauschbetrag gilt insgesamt über alle Anbieter. Stand: Oktober 2026. Keine Steuerberatung.
Fazit: eToro Steuern – klar strukturieren, pünktlich erklären
eToro ist eine starke Plattform für den Einstieg in Krypto- und Kapitalmarktinvestments – doch die steuerliche Verantwortung liegt vollständig beim Anleger. Das ist kein Fehler des Anbieters, sondern eine direkte Folge davon, dass eToro nicht als deutsches Kreditinstitut registriert ist.
Wer von Anfang an sauber dokumentiert – Kauf- und Verkaufsdaten, Haltedauern, Staking-Erträge – macht die Steuererklärung zum überschaubaren Aufwand. Der eToro Kontoauszug ist ein guter Ausgangspunkt. Wer als berechtigtes Club-Mitglied mindestens die Silver-Stufe erreicht hat, sollte den Club-Steuerbericht aktiv nutzen.
Langfristige Anleger profitieren am stärksten: Bei einer Haltefrist von mehr als 12 Monaten für echte Krypto-Assets fällt keine Steuer an – ein Steuervorteil nach den Regeln für private Veräußerungsgeschäfte.
Für den Einstieg und den regulierten Krypto-Handel in Deutschland bleibt eToro unsere Empfehlung – besonders für alle, die auch in Aktien und ETFs investieren wollen und dabei eine einheitliche Plattform bevorzugen. Alle Details zur Plattform selbst findest du in unserem ausführlichen eToro Erfahrungsbericht.
Investitionen in Kryptowerte sind mit Risiken verbunden und möglicherweise nicht für Privatanleger geeignet. Es kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Informiere dich hier über die Risiken.
FAQ: eToro Steuern – häufige Fragen
- Muss ich eToro-Gewinne in Deutschland versteuern?
- Grundsätzlich ja. Gewinne und Erträge aus dem Handel bei eToro unterliegen in Deutschland dem Steuerrecht – unabhängig vom Sitz der Plattform. Ob tatsächlich Steuern anfallen, hängt unter anderem von Anlageklasse, Haltedauer, Freigrenzen und Freibeträgen ab.
- Zieht eToro automatisch Steuern ab?
- eToro führt für deutsche Anleger grundsätzlich keine deutsche Abgeltungsteuer automatisch ab. Erklärungspflichtige Erträge musst du selbst in der Steuererklärung angeben. Ausländische Quellensteuer, etwa auf Dividenden, kann dennoch einbehalten werden.
- Sind Krypto-Gewinne bei eToro nach einem Jahr steuerfrei?
- Ja – für echte Kryptowährungen im Privatvermögen gilt nach aktueller Rechtslage: Wer länger als 12 Monate hält und dann verkauft, zahlt keine Einkommensteuer auf den Gewinn. Diese Regelung gilt nicht für Krypto-CFDs.
- Was ist der Sparerpauschbetrag bei eToro?
- Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung) gilt auch für eToro-Kapitalerträge aus Aktien, ETFs, Dividenden und Zinsen. Da eToro keinen deutschen Freistellungsauftrag anbietet, wird er über die Anlage KAP berücksichtigt; für echte ETF-Erträge ohne inländischen Steuerabzug ist zusätzlich die Anlage KAP-INV erforderlich.
- Wie bekomme ich den eToro Steuerbericht?
- Der offizielle eToro Steuerbericht ist für berechtigte Club-Mitglieder ab der Silver-Stufe verfügbar. Die automatische Silver-Mitgliedschaft beginnt bei einer Kontostufe von 5.000 US-Dollar. Andere Nutzer können den regulären Kontoauszug als Excel- oder PDF-Datei herunterladen.
- Was ist DAC8 und warum ist es für eToro-Nutzer relevant?
- DAC8 verpflichtet erfasste Krypto-Anbieter zur Meldung von Kunden- und Transaktionsdaten an die zuständige Steuerbehörde. Der erste Meldezeitraum ist 2026, der erste Datenaustausch erfolgt 2027. In Deutschland meldepflichtige Anbieter melden grundsätzlich bis zum 31. Juli 2027 an das Bundeszentralamt für Steuern. Bei Anbietern in anderen EU-Staaten erfolgt die Meldung an die dort zuständige Behörde.
- Welche Anlage brauche ich für eToro in der Steuererklärung?
- Für Aktien, Dividenden, Zinsen und CFDs: Anlage KAP. Für echte ETF-Erträge ohne inländischen Steuerabzug: Anlage KAP-INV sowie die erforderlichen Angaben in Anlage KAP. Für steuerpflichtige Gewinne aus echten Kryptowährungen und Einkünfte aus passivem Staking: Anlage SO.
- Sind Staking-Erträge bei eToro steuerpflichtig?
- Ob eToro-Staking für deutsche Nutzer verfügbar ist, hängt vom Konto, der Verwahrung und dem Coin ab. Für Tangany-Bestände ist es nicht verfügbar; prüfe die aktuelle Berechtigung in deinem Konto. Allgemein gelten Belohnungen aus passivem Staking im Privatvermögen als Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG. Sie sind mit dem persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern, sobald die gesamten Einkünfte aus Leistungen nach dieser Vorschrift im Jahr mindestens 256 Euro betragen. Zuständig ist die Anlage SO.