BaFin warnt vor Wissenslücken: Deutsche Krypto-Anleger unterschätzen Bitcoin-Risiken

Alex Merten

27.08.2026, 21:54 Uhr

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Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sieht erhebliche Wissenslücken bei deutschen Krypto-Anlegern. Eine repräsentative Befragung der Finanzaufsicht zeigt, dass viele Investoren zentrale Eigenschaften und Risiken von Bitcoin, Stablecoins und anderen Kryptowerten falsch einschätzen.

Nach Angaben der BaFin besitzen inzwischen rund 13 Prozent der Erwachsenen in Deutschland Kryptowerte. Das entspricht etwa neun Millionen Menschen. Gleichzeitig offenbart die Untersuchung deutliche Defizite beim Verständnis des Marktes.

Besonders auffällig ist die Einschätzung von Bitcoin als Schutz vor Inflation. 54 Prozent der befragten Krypto-Besitzer gehen davon aus, dass Bitcoin aufgrund seiner auf maximal 21 Millionen Einheiten begrenzten Menge vor Inflation schützt. Die BaFin verweist dagegen auf die hohe Volatilität der Kryptowährung und warnt davor, die begrenzte Geldmenge mit einem zuverlässigen Inflationsschutz gleichzusetzen.

Auch die Schwankungsanfälligkeit von Bitcoin wird offenbar häufig unterschätzt. Mehr als ein Drittel der Befragten hält den Bitcoin-Kurs im Vergleich zu neueren Kryptowährungen für stabil. Tatsächlich können Nachrichten, Marktstimmungen sowie größere Kauf- und Verkaufsaufträge weiterhin erhebliche Kursbewegungen auslösen.

Jeder Zweite sieht Krypto als Instrument zum Vermögensaufbau

Rund die Hälfte der Krypto-Anleger hält digitale Assets laut der Untersuchung für geeignet, um langfristig Vermögen aufzubauen. Gleichzeitig bestehen teilweise falsche Vorstellungen darüber, ob Kryptowährungen zur Absicherung gegen andere Marktrisiken eingesetzt werden können.

Auch bei Stablecoins stellte die BaFin erhebliche Wissenslücken fest. Obwohl diese Token darauf ausgelegt sind, ihren Wert beispielsweise an den US-Dollar oder den Euro zu koppeln, können sie ihre Bindung verlieren. Hinzu kommen Risiken durch Emittenten, Reserven und technische Strukturen.

Die Finanzaufsicht sieht darin ein zunehmendes Verbraucherschutzproblem. Mit der wachsenden Zahl deutscher Krypto-Anleger steige auch die Bedeutung finanzieller Bildung. Die BaFin will deshalb ihre Aufklärungsarbeit rund um Kryptowerte weiter verstärken.

Trotz der inzwischen umfangreicheren Regulierung des europäischen Kryptomarktes bleiben die grundlegenden Anlagerisiken bestehen. Neben starken Kursschwankungen nennt die Aufsicht insbesondere Cyberrisiken und die Gefahr unseriöser Angebote. Eine regulatorische Zulassung eines Anbieters bedeutet damit nicht automatisch, dass die angebotenen Kryptowerte selbst eine sichere Geldanlage darstellen.