Bitcoin-ETFs kehren am 1. Juli in die Gewinnzone zurück – 223,5 Millionen Dollar beenden die Abflussserie

Alex Merten

03.07.2026, 07:56 Uhr

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Der Juni 2026 war für die US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs der schwächste Monat seit ihrer Auflegung im Januar 2024. Über den gesamten Monat verließen rund 4,5 Milliarden Dollar die zwölf Fonds – so viel wie nie zuvor in einem einzigen Monat. Umso genauer schauen Anleger nun auf die ersten Handelstage im Juli, denn die Zahlen zeigen einen möglichen Wendepunkt.

Am 2. Juli verbuchten die Bitcoin-Spot-ETFs erstmals seit über einer Woche wieder einen deutlichen Netto-Zufluss von 223,5 Millionen Dollar. Getragen wurde der Tag vor allem von Fidelitys FBTC mit 166,0 Millionen Dollar und Ark-21Shares ARKB mit 91,8 Millionen Dollar. Marktführer BlackRock IBIT blieb mit minus 40,4 Millionen Dollar zwar noch im roten Bereich, doch die breite Zuflussbasis über mehrere Anbieter hinweg markierte den ersten klar positiven Tag nach einer langen Verlustserie.

Ein einzelner grüner Tag macht noch keinen Trendwechsel

So erfreulich der Sprung ins Plus für viele Anleger wirkt: Die Wochenbilanz bleibt tiefrot. Der 1. Juli schloss noch mit einem Abfluss von 296,0 Millionen Dollar, davor lagen mit dem 26. Juni (minus 444,5 Millionen Dollar) und dem 25. Juni (minus 691,7 Millionen Dollar) zwei besonders schwache Tage. Auf Sieben-Tage-Sicht steht damit weiterhin ein Nettoabfluss im Milliardenbereich zu Buche. Ein einzelner Zuflusstag reicht nicht, um von einem gebrochenen Negativtrend zu sprechen.

Hinzu kommt die Struktur der Abflüsse. Grayscales GBTC trug mit seiner hohen Kostenquote von 1,50 Prozent überproportional zu den Abflüssen bei – ein Muster, das eher auf kostenbewusste Umschichtung und Gewinnmitnahmen als auf eine grundsätzliche Abkehr vom Bitcoin hindeutet. Ein belastbares Signal für eine Bodenbildung wären erst mehrere aufeinanderfolgende Tage mit substanziellen Zuflüssen.

Warum die ETF-Flüsse gerade jetzt so wichtig sind

Die Fonds sind in diesem Zyklus zum entscheidenden Preistreiber geworden, weil sie auf dem Weg nach oben der marginale Käufer und auf dem Weg nach unten der marginale Verkäufer waren. Zuletzt senkte die Citigroup ihr Zwölf-Monats-Kursziel für Bitcoin von 112.000 auf 82.000 Dollar und erwartet für das kommende Jahr keine neuen Nettozuflüsse in die Fonds – unter anderem, weil der CLARITY Act, der institutionellen Anlegern rechtliche Klarheit verschaffen soll, weiterhin im Senat feststeckt. Zusätzlich verkaufte Strategy erstmals seit 2022 einen Teil seiner Bitcoin-Bestände, was die vorsichtige Stimmung verstärkte.

Vor diesem Hintergrund ist der 2. Juli ein Hoffnungszeichen, aber kein Beleg. Eine nachhaltige Rückkehr der ETF-Zuflüsse könnte signalisieren, dass ein Boden erreicht ist – entscheidend wird sein, ob den 223,5 Millionen Dollar weitere positive Tage folgen. Bis dahin bleibt die Datenlage zweideutig: ein grüner Tag in einer weiterhin roten Woche.