Bitcoin-ETFs ziehen 1,16 Milliarden Dollar in zwei Tagen – IBIT setzt April-Rekord, Saylor pausiert vor Strategy-Earnings

Alex Merten

05.05.2026, 08:04 Uhr

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US-Spot-Bitcoin-ETFs haben am Freitag und Montag zusammen rund 1,16 Milliarden US-Dollar an Nettozuflüssen verzeichnet. Allein BlackRocks IBIT zog an beiden Tagen 619,9 Millionen Dollar an. Bitcoin notiert am Dienstagmorgen über 81.000 Dollar – der höchste Stand seit Ende Januar.

Die Zahlen im Detail

Am Freitag, 1. Mai, flossen netto 629,8 Millionen Dollar in die zwölf US-Spot-Bitcoin-ETFs. Treiber:

  • BlackRock IBIT: +284,4 Mio. $
  • Fidelity FBTC: +213,4 Mio. $
  • ARK 21Shares ARKB: +88,5 Mio. $
  • Bitwise BITB: +27,3 Mio. $

Am Montag, 4. Mai, folgten weitere 532,3 Millionen Dollar Nettozufluss – dieses Mal getragen fast ausschließlich von BlackRock (+335,5 Mio. $) und Fidelity (+184,6 Mio. $). Alle übrigen Anbieter blieben weitgehend flach. Die Blockchain-Analysefirma Arkham fasste den Freitag-Move kurz zusammen: ETFs hätten an einem einzigen Tag mehr Bitcoin gekauft, als sie in der gesamten Woche zuvor verkauft hatten.

Kontext: April war stärkster Monat 2026

April 2026 war der zuflussstärkste Monat des Jahres bei US-Spot-Bitcoin-ETFs. Insgesamt sammelten die Produkte rund 2,44 Milliarden Dollar ein. BlackRocks IBIT zog davon allein etwa 2,3 Milliarden Dollar – und das, obwohl IBIT als einziger Top-12-ETF nach Mittelzuflüssen 2026 bislang eine negative Year-to-date-Rendite ausweist. Die kumulierten Nettozuflüsse aller US-Spot-Bitcoin-ETFs seit Januar 2024 belaufen sich auf rund 58,5 Milliarden Dollar.

Zu beachten ist: Der Wochenverlauf vom 27. April bis 1. Mai war volatil. Drei aufeinanderfolgende Verlusttage (27. April: −263,2 Mio. $, 28. April: −89,7 Mio. $, 29. April: −137,6 Mio. $) wurden erst durch den Freitags-Schub ins Plus gedreht. Netto blieben für die Woche 162,8 Millionen Dollar Zuflüsse übrig.

Bitcoin-Kurs: Über 81.000 Dollar, 200-Tage-Linie als Schlüsselmarke

Bitcoin handelt am 5. Mai über 81.000 Dollar und liegt damit auf dem höchsten Niveau seit dem 31. Januar 2026. Im Monatsvergleich liegt BTC etwa 17 Prozent im Plus.

Die entscheidende technische Marke bleibt die 200-Tage-Linie bei rund 82.228 Dollar. Diese Marke hat Bitcoin in den vergangenen sieben Monaten bei jedem Ausbruchsversuch zurückgewiesen. Ein Wochenschluss darüber wäre das erste echte Trendumkehr-Signal des Jahres.

Der Fear & Greed Index von alternative.me steht heute bei 50 (Neutral) – gegenüber 40 (Fear) gestern, 33 (Fear) vor einer Woche und 12 (Extreme Fear) vor einem Monat. Die Stimmung dreht, ist aber nicht euphorisch.

Strategy: Saylor pausiert vor Q1-Earnings

Strategy Inc. (vormals MicroStrategy) hat seine wöchentlichen Bitcoin-Käufe diese Woche ausgesetzt. Michael Saylor begründete den Schritt mit der heute, Dienstag 5. Mai nach US-Börsenschluss, anstehenden Q1-2026-Berichterstattung. Käufe sollen kommende Woche wieder aufgenommen werden.

Die Eckdaten:

  • Bestand: 818.334 BTC (rund 64,4 Mrd. $ Marktwert)
  • Durchschnittlicher Einstiegspreis: 75.532 $
  • Q1-Zukäufe: rund 89.600 BTC für 5,5 Mrd. $ — zweitgrößter Quartals-Kauf der Firmengeschichte
  • Erwarteter Q1-Verlust: rund 14,46 Mrd. $ (unrealisiert, mark-to-market)
  • Wall-Street-Konsens: EPS −3,41 $, Umsatz rund 120 Mio. $

Macro-Backdrop

Die Rallye fällt mit zwei makroökonomischen Entwicklungen zusammen: erstens dem 14-Punkte-Friedensvorschlag des Iran an die USA (vermittelt über Pakistan, 1. Mai), der im Erfolgsfall den US-Iran-Konflikt beenden würde – Öl-Futures fielen daraufhin am 1. Mai um knapp 5 Prozent. Zweitens nähert sich der Wechsel an der Fed-Spitze: Jerome Powell verlässt am 15. Mai sein Amt, Kevin Warsh übernimmt nach erwarteter Senatsbestätigung in der Woche ab 11. Mai.

Einschätzung

Die ETF-Daten der letzten zwei Handelstage sind beachtlich, aber sie sind kein Trendbeweis. Wer die Tabelle nüchtern liest, sieht: April war volatil, mit mehreren Tagen kräftiger Abflüsse (27., 28., 29. April zusammen rund 490 Mio. $ raus). Erst der Freitag und Montag haben das Bild gedreht. Konzentrationsrisiko bleibt: Außerhalb von BlackRock und Fidelity ist die Nachfrage dünn – Invesco BTCO, Franklin EZBC und Valkyrie BRRR melden seit Wochen praktisch null oder negative Flüsse.

Die wirklich entscheidende Marke ist nicht 81.000 Dollar, sondern der 200-Tage-Durchschnitt bei rund 82.228 Dollar. Sieben Monate Ablehnung an diesem Level sprechen für Vorsicht. Solange Bitcoin nicht eine volle Woche darüber schließt, bleibt die seit Februar etablierte Range von etwa 73.500 bis 83.500 Dollar das wahrscheinlichste Szenario.

Strategys Q1-Bericht heute Abend ist der nächste echte Test. Saylors Pause ist routinemäßig (Quiet Period vor Earnings) – entscheidend ist, ob er kommende Woche tatsächlich wieder kauft.

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