Bitcoin fällt auf 66.344 Dollar – Weltgrößter Miner verkauft, Retail-Anleger ziehen nach

Alex Merten

27.03.2026, 14:45 Uhr

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Der Kryptomarkt steht am Freitagnachmittag unter erheblichem Druck. Bitcoin notiert aktuell bei 66.344 Dollar, ein Minus von 3,8 Prozent binnen 24 Stunden. Ethereum ist auf 1.992 Dollar gefallen. Der gesamte Kryptomarkt verlor in diesem Zeitraum 3,4 Prozent an Marktkapitalisierung. Das 24-Stunden-Handelsvolumen von Bitcoin liegt laut CoinGecko bei rund 53,1 Milliarden Dollar – 42,7 Prozent mehr als am Vortag, was auf stark erhöhte Marktaktivität hindeutet.

Für Aufsehen sorgt dabei eine Meldung, die bereits seit Donnerstag die Runde macht: MARA Holdings, der weltgrößte Bitcoin-Miner, hat zwischen dem 4. und 25. März 2026 insgesamt 15.133 Bitcoin verkauft. Der Erlös von rund 1,1 Milliarden Dollar fließt in den Rückkauf von Wandelanleihen mit Fälligkeit 2030 und 2031. Die Gesamtverschuldung des Unternehmens sinkt damit um rund 30 Prozent. MARA-Chef Fred Thiel spricht von gezielter Kapitalallokation – durch den Rückkauf unter Nennwert spare das Unternehmen rund 88 Millionen Dollar. Den verbleibenden Erlös will MARA in den Aufbau von KI- und Hochleistungsrecheninfrastruktur investieren.

Die Grafik zeigt den BTC-Kurs im 24-Stunden-Rückblick. Bildquelle: Coinecko.com

Was den Verkauf besonders brisant macht: Noch im Sommer 2024 hatte MARA öffentlich eine „Full-Hodl-Strategie“ ausgerufen – keinen einzigen der geschürften Bitcoin jemals zu verkaufen. Diese Strategie ist damit vorerst Geschichte. Ob der Schritt als Belastung für die Marktstimmung wahrgenommen wird, lässt sich schwer isolieren – er fügt sich aber in ein Gesamtbild ein, das On-Chain-Daten ohnehin bereits zeichnen.

Retail-Stimmung

Denn die Verkäufe kommen nicht nur von institutioneller Seite. Glassnode-Daten zeigen, dass der Akkumulationsscore für Wallets mit weniger als zehn Bitcoin aktuell nahe null liegt – ein klares Signal, dass Retail-Anleger ihre Positionen abbauen. Große Adressen hingegen, die sogenannten Wale, verhalten sich weitgehend neutral. Das Bild ist damit zweigeteilt: Während sogenannte schwachen Hände mehrheitlich keine Bitcoins kaufen sondern verkaufen, halten jenseits der Miner viele der großen Marktteilnehmer still.

Hinzu kommt der geopolitische Hintergrund: Der seit Ende Februar schwelende US-Iran-Konflikt sorgt weiterhin für Unsicherheit an den Märkten. Zuletzt hatte ein kurzes Deeskalationssignal Bitcoin noch einmal kurz über die 70.000-Dollar-Marke getrieben – doch die Erholung hielt nicht. Anleger, die bei Risiko-Assets wie Krypto auf Sicherheitsabstand gehen, dürften zum aktuellen Abverkauf beitragen.