Bitcoin fällt unter 77.000 US-Dollar – 700 Millionen Dollar Liquidationen am Wochenende

Raphael Lulay

18.05.2026, 09:05 Uhr

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Bitcoin notiert am Montagmorgen bei 76.700 US-Dollar und liegt im 24-Stunden-Rückblick 1,7 Prozent im Minus. Auf Sieben-Tages-Sicht summiert sich das Minus auf 5,0 Prozent. Ethereum verliert 3,1 Prozent auf 2.113 US-Dollar und steht damit 9,5 Prozent unter dem Niveau der Vorwoche.

Auslöser des Rücksetzers war eine Liquidationswelle am Wochenende. Innerhalb von 24 Stunden wurden nach Daten von Branchenanalysten gehebelte Krypto-Positionen im Volumen von über 700 Millionen US-Dollar zwangsweise geschlossen. Allein 573 Millionen US-Dollar entfielen dabei auf Long-Positionen – also auf Anleger, die auf steigende Kurse gesetzt hatten.

Long-Positionen tragen Hauptlast der Liquidationen

Den größten Einzelposten machten Ethereum-Liquidationen mit rund 197 Millionen US-Dollar aus. Auch Positionen in Solana, XRP und Dogecoin wurden in größerem Umfang aufgelöst. Die breit gestreuten Zwangsverkäufe deuten darauf hin, dass nicht ein einzelner Coin den Crash auslöste, sondern eine systematische Risikoreduktion im gesamten Krypto-Markt stattfand.

Solana notiert aktuell bei rund 85 US-Dollar und verliert 1,5 Prozent. XRP fällt um 1,5 Prozent auf 1,49 US-Dollar. Der breitere Krypto-Markt steht damit nahezu geschlossen im Minus.

Bitcoin-ETFs verzeichnen Milliarden-Abflüsse

Verstärkend wirken anhaltende Abflüsse aus den US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs. In der vergangenen Woche zogen Anleger nach Marktdaten rund eine Milliarde US-Dollar aus den Produkten ab. Damit drehten die ETFs, die seit Auflage als zentraler Treiber institutioneller Nachfrage galten, deutlich auf die Verkäuferseite.

Ethereum-ETFs verzeichneten innerhalb von vier Handelstagen Abflüsse von 189 Millionen US-Dollar. Die Kombination aus institutionellen Verkäufen und Wochenend-Liquidationen traf auf eine traditionell dünne Marktliquidität – ein Umfeld, in dem auch moderate Verkäufe überproportionale Kursbewegungen auslösen können.

Die Annäherung zwischen den USA und China, die am Wochenende in einem neuen Abkommen mündete, konnte den Druck nicht abfedern. Beide Seiten erklärten unter anderem, dass der Iran keine Atomwaffen besitzen dürfe, und sprachen sich für eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus aus. Auch die US-Aktienmärkte reagierten zurückhaltend: Die Futures auf S&P 500 und Nasdaq notieren im Minus.

Hyperliquid steigt sieben Prozent – ETF-Start an der NYSE

Eine Ausnahme bildet Hyperliquid. Der Token legt innerhalb von 24 Stunden rund sieben Prozent zu und gehört damit zu den wenigen Gewinnern im Top-Segment. Hintergrund ist der Start des Bitwise Hyperliquid ETF (Ticker: BHYP) an der New Yorker Börse am vergangenen Donnerstag, dem 15. Mai.

Hyperliquid betreibt eine eigene Layer-1-Blockchain für dezentrale Derivate und hält nach Analystenangaben rund 40 Prozent der Gebühreneinnahmen im Markt für dezentrale Perpetual-Börsen. Zusätzlich wurde Mitte Mai eine Partnerschaft mit Coinbase angekündigt, die USDC zur kanonischen Stablecoin auf der Plattform machen soll.

Im Wochenfokus stehen weitere Signale aus den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie die Entwicklung der ETF-Flüsse. Eine Stabilisierung würde voraussichtlich eine Rückkehr institutioneller Käufer erfordern.

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