Bitcoin schließt April mit zweistelligem Plus – wie der Mai historisch performt

Raphael Lulay

01.05.2026, 06:00 Uhr

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Bitcoin hat den April 2026 mit einem deutlichen Monatsplus abgeschlossen. Nach einem schwachen ersten Quartal mit Tiefständen um 65.000 US-Dollar arbeitete sich der Kurs im Laufe des Aprils auf bis zu 79.000 US-Dollar hoch. Auch am Monatsende notiert die größte Kryptowährung mit einem Plus im niedrigen zweistelligen Prozentbereich – ein Ergebnis, das den langjährigen April-Durchschnitt von +12,97 Prozent in etwa trifft.

April reiht sich in starkes Frühjahrsmuster ein

Treiber der April-Rallye waren vor allem anhaltende Zuflüsse in die US-Spot-Bitcoin-ETFs, eine spürbare Ausweitung der USDT-Marktkapitalisierung um rund fünf Milliarden US-Dollar in der zweiten Monatshälfte sowie eine Stimmungsdrehung im Fear-and-Greed-Index aus dem Bereich „Extreme Angst“ zurück in neutrales Terrain. BlackRocks Spot-ETF IBIT bleibt mit einem Bestand von rund 788.000 BTC der dominierende Fonds am US-Markt, die kumulierten Nettozuflüsse aller Spot-Bitcoin-ETFs lagen im April im einstelligen Milliardenbereich. Auch auf der On-Chain-Seite zeigten sich Akkumulationssignale: Adressen mit mehr als 1.000 Bitcoin haben in den letzten 30 Tagen so stark zugekauft wie zuletzt 2013, parallel sanken die BTC-Bestände auf zentralen Krypto-Börsen auf einen mehrjährigen Tiefstand.

Blick voraus: Mai historisch ein positiver Monat

Mit dem Monatswechsel rückt nun die Frage nach der Mai-Performance in den Fokus. Die alte Börsenweisheit „Sell in May and go away“ stammt aus dem London des 18. Jahrhunderts und wird an den Aktienmärkten regelmäßig diskutiert – auf Bitcoin lässt sie sich allerdings nur eingeschränkt übertragen. Eine Auswertung der monatlichen BTC-Renditen seit 2013 zeigt: Der Mai war für die größte Kryptowährung historisch ein klar positiver Monat. Der Durchschnitt liegt bei +8,18 Prozent, der Median bei +9,51 Prozent. In acht von dreizehn Jahren schloss der Bitcoin-Kurs den Mai mit einem Plus ab. Damit reiht sich der Mai in ein insgesamt starkes Frühjahr ein, ohne jedoch an die Spitzenmonate November (+41,12 Prozent), Oktober (+19,92 Prozent) und April (+12,97 Prozent) heranzukommen. Die statistische Schwächephase liegt bei Bitcoin eher in den Monaten Juni mit -0,14 Prozent im Durchschnitt und September mit -3,08 Prozent.

Mai-Renditen seit 2013 im Überblick

Besonders stark fielen die Mai-Monate 2017 mit +52,71 Prozent und 2019 mit +52,38 Prozent aus. Auch 2014 mit +39,46 Prozent, 2016 mit +18,78 Prozent, 2024 mit +11,07 Prozent und 2025 mit +10,99 Prozent lagen deutlich im Plus. Auf der negativen Seite stehen vor allem das Jahr 2021 mit -35,31 Prozent nach dem damaligen Einbruch vom Allzeithoch sowie 2018 mit -18,99 Prozent und 2022 mit -15,6 Prozent – beides Jahre im Bärenmarktumfeld. 2023 verlor BTC im Mai 6,98 Prozent, 2015 lag das Minus bei lediglich 3,17 Prozent. Der Median von +9,51 Prozent verdeutlicht: In der Hälfte aller Mai-Monate seit 2013 stand am Monatsende ein Plus von rund zehn Prozent oder mehr.

Makro-Setup für Mai 2026

Für die kommenden Wochen rücken mehrere Makrotermine ins Zentrum. Das Federal Open Market Committee hat den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen, der Markt preist eine erste Zinssenkung in diesem Jahr weiterhin als möglich ein. Für Bitcoin ist dabei weniger die eigentliche Zinsentscheidung entscheidend als der wirtschaftliche Ausblick: Lockerungssignale stützen tendenziell risikobehaftete Anlagen, während eine straffere Tonlage der Notenbank und steigende Renditen am US-Anleihemarkt Liquidität aus dem Kryptomarkt abziehen können. Hinzu kommen die anstehenden US-Inflationsdaten und der nächste Arbeitsmarktbericht – Datenpunkte, die in der Vergangenheit immer wieder kurzfristige Volatilitätsspitzen ausgelöst haben.

Strukturelle Stützen bleiben intakt

Auf der fundamentalen Seite haben sich die Rahmenbedingungen für Bitcoin in den letzten Monaten kaum verändert. Die ETF-Zuflüsse halten an, die Whale-Akkumulation ist auf einem Mehrjahreshoch, und das Halving vom April 2024, mit dem die tägliche Neuemission von 900 auf 450 BTC pro Tag halbiert wurde, wirkt strukturell weiter angebotsverknappend. Analysten von Bitwise gehen davon aus, dass Bitcoin-ETFs im Jahr 2026 mehr als 100 Prozent aller neu geminten Bitcoin aufkaufen werden – ein Angebot-Nachfrage-Ungleichgewicht, das den Kurs strukturell stützt. Privatanleger indes sind so pessimistisch wie selten.

Einschätzung

Saisonalitätsdaten sind kein Handelssignal, sondern statistischer Hintergrund. Der Mai-Durchschnitt von 8,18 Prozent wird durch die starken Jahre 2017 und 2019 nach oben gezogen, in den letzten vier Jahren stand zweimal ein deutliches Minus zu Buche. Entscheidender als der Kalender bleiben die makroökonomischen Rahmenbedingungen – insbesondere der Pfad der US-Geldpolitik, die Inflationsentwicklung und die Stabilität der ETF-Zuflüsse. Für langfristig orientierte Anleger, die Bitcoin als Beimischung zu einem breiter aufgestellten Portfolio sehen und die übliche Volatilität verkraften können, liefert das aktuelle Setup aus starkem April-Schluss, intakten ETF-Flüssen und Whale-Akkumulation ein eher konstruktives Gesamtbild. Wer kurzfristig spekuliert oder bereits stark in Krypto investiert ist, sollte die anstehenden Makrotermine im Mai bewusst abwarten und sein Risikomanagement entsprechend ausrichten.

Hier geht es zum Beitrag: wie viel sollte man in Bitcoin investieren?

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