Saylor auf der Bitcoin 2026: BTC-Kurs soll auf 10 Millionen US-Dollar steigen

Alex Merten

30.04.2026, 10:21 Uhr

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Michael Saylor hat auf der Bitcoin-Konferenz 2026 in Las Vegas seine langfristige Kursprognose für Bitcoin bekräftigt: Der BTC-Kurs soll auf 10 Millionen US-Dollar pro Coin steigen, das Netzwerk eine Marktkapitalisierung von 200 Billionen US-Dollar erreichen. Im Zentrum seiner Argumentation steht das Konzept des „digitalen Kredits“ – also Finanz- und Kreditinstrumente, die Bitcoin als Sicherheit oder als Abwicklungsebene nutzen.

Saylors Mathematik: 300 Billionen Kreditmarkt als Bezugsgröße

Saylor verwies auf den globalen Kreditmarkt mit einem Volumen von rund 300 Billionen US-Dollar sowie den Aktienmarkt mit etwa 100 Billionen US-Dollar. Seine These: Bitcoin könne über Kreditinstrumente einen Anteil dieser Märkte erschließen.

Als Endziel skizzierte er digitale Bankkonten mit einer Rendite von 8 bis 10 Prozent für eine Milliarde Menschen weltweit – getragen durch Bitcoin als Basiswert. Würde dieses Szenario eintreten, ergäbe sich nach seiner Rechnung ein Bitcoin-Netzwerk mit einem Gesamtwert von 200 Billionen US-Dollar.

Angebot und Nachfrage: Die genannten Zahlen

Konkret bezifferte Saylor die erwartete Emission digitaler Kreditinstrumente in den kommenden 12 Monaten auf 20 bis 100 Milliarden US-Dollar. Dem stehe seiner Argumentation nach ein deutlich geringeres neu geschürftes Bitcoin-Angebot gegenüber – Saylor sieht darin einen „massiven Angebotsschock“.

Kritische Stimmen

Saylors Prognose bleibt umstritten. Der Ökonom Peter Schiff argumentiert, dass der hebelfinanzierte Treasury-Ansatz von Strategy bei einem starken Bitcoin-Kursrückgang zu einer Abwärtsspirale führen könnte. Beobachter weisen zudem darauf hin, dass eine Bewertung von 200 Billionen US-Dollar anhaltende institutionelle Zuflüsse über Jahrzehnte sowie eine grundlegende Veränderung globaler Spar- und Kreditstrukturen voraussetzen würde. Ob das Konzept des digitalen Kredits diese Rolle einnehmen kann, hängt nach Einschätzung der Beobachter wesentlich von regulatorischer Klarheit ab – Saylor selbst verwies auf den US-amerikanischen CLARITY Act sowie Leitlinien der Aufsichtsbehörden SEC und CFTC.

Auch andere Konferenzteilnehmer äußerten sich vorsichtiger zum kurzfristigen Kursziel: Arthur Hayes nannte als Jahresendziel für Bitcoin 125.000 US-Dollar.

Einschätzung

Saylors 10-Millionen-Prognose ist eine langfristige Vision, die an mehrere Bedingungen geknüpft ist – darunter regulatorische Klarheit in den USA, eine breite Adoption des digitalen Kredits durch Großbanken sowie stabile institutionelle Zuflüsse über lange Zeiträume. Die von Saylor genannten Zahlen rund um Angebot und Nachfrage sind nachvollziehbar dargestellt, allerdings stammen sie überwiegend aus seiner eigenen Argumentation und sollten als Marktposition eines stark in Bitcoin investierten Unternehmens eingeordnet werden. Wer selbst in Bitcoin investieren möchte, sollte derlei Prognosen nicht allzu viel Beachtung schenken.

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