Bitcoin zu volatil für Kriminelle? – Stablecoins dominieren Finanzkriminalität

Alex Merten

01.06.2026, 09:28 Uhr

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Bitcoin gilt in der öffentlichen Wahrnehmung häufig als bevorzugtes Zahlungsmittel für kriminelle Akteure. Neue Daten des Analyseunternehmens River zeichnen ein anderes Bild: Im Jahr 2025 war Bitcoin für rund 10,8 Milliarden US-Dollar an Transaktionen verantwortlich, die mit Finanzkriminalität in Verbindung gebracht wurden. Stablecoins wie USDT und USDC kamen dagegen auf 129 Milliarden US-Dollar – mehr als das Zwölffache.

Stablecoins seit 2022 klar in Führung

Der Trend ist nicht neu. Bereits 2022 übertrafen Stablecoins Bitcoin in dieser Kategorie deutlich: Damals wurden 35 Milliarden US-Dollar bei Stablecoins erfasst, gegenüber 11,2 Milliarden bei Bitcoin. Seither hat sich der Abstand kontinuierlich ausgeweitet.

Der Grund ist struktureller Natur: Stablecoins sind an den US-Dollar gekoppelt und unterliegen damit keinen Kursschwankungen. Für illegale Akteure, die Werte kurzfristig transferieren oder parken wollen, ohne Kursrisiko zu tragen, bieten sie damit deutliche Vorteile gegenüber Bitcoin.

Pierre Rochard dreht das Narrativ um

Pierre Rochard, CEO der Bitcoin Bond Company, kommentierte die River-Auswertung auf X mit einem prägnanten Statement: „Bitcoin is too volatile for criminals.“ Die Botschaft zielt direkt auf ein verbreitetes Narrativ – und dreht es um. Nicht Bitcoin, sondern Stablecoins seien das bevorzugte Werkzeug krimineller Netzwerke.

Hinzu kommt ein weiterer Einordnungspunkt: Selbst die 129 Milliarden US-Dollar bei Stablecoins sind im Verhältnis zum traditionellen Finanzsystem gering. Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) schätzt, dass jährlich zwischen 800 Milliarden und zwei Billionen US-Dollar auf klassischem Weg gewaschen werden – das entspricht zwei bis fünf Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts. Das gesamte Krypto-Volumen im kriminellen Kontext bleibt damit ein kleiner Bruchteil des Gesamtproblems.

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