Krypto entkoppelt vom Aktienmarkt: Rekord-Abflüsse bei Bitcoin-ETFs treffen auf neue Aktien-Höchststände

Alex Merten

01.06.2026, 10:15 Uhr

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Der Kryptomarkt und die globalen Aktienmärkte laufen derzeit auffällig auseinander. Während Wall Street und die asiatischen Börsen zu Wochenbeginn dank des anhaltenden KI-Handels neue Rekordstände erreichten, hielten Rekord-Abflüsse aus US-Spot-Bitcoin-ETFs sowie ein anziehender Ölpreis Bitcoin und den breiteren Kryptomarkt unter Druck.

Konkret zogen Anleger nach Daten von SoSoValue zwischen dem 15. und 29. Mai rund 2,97 Milliarden US-Dollar aus den US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs ab. Mit zehn aufeinanderfolgenden Handelstagen im Minus ist das die längste Abflussserie seit Auflage der Produkte – der bisherige Rekord von acht Tagen stammte aus dem Frühjahr 2025. Dominiert wurde die Serie von einem einzelnen Ausstieg über 733 Millionen US-Dollar am 27. Mai, dem größten Einzelabfluss seit Januar. Die gesamten Nettomittel der Spot-Bitcoin-ETFs sanken dadurch von 104,29 Milliarden auf 94,17 Milliarden US-Dollar. Bei den Ether-ETFs fällt die Serie mit 14 Sitzungen und Abflüssen von rund 2,6 Milliarden US-Dollar sogar noch länger aus.

Aktienmärkte feiern, während Krypto schwächelt

Parallel dazu erreichten die globalen Aktienmärkte neue Höchststände. Der MSCI All Country World Index legte zum Wochenstart leicht zu, asiatische Aktien stiegen auf ein Allzeithoch, und die Technologieindizes in Südkorea, Taiwan und Japan markierten laut Bloomberg neue Rekorde. Treiber war erneut der KI-Sektor: Nvidia kündigte den Eintritt in den Windows-Laptop-Markt an und greift damit Intel und AMD direkt an, während die SoftBank Group dank ihrer Beteiligungen an OpenAI und Arm zeitweise um bis zu 11 Prozent zulegte.

Die Belastung für Krypto kam zugleich von der Makro-Seite. Brent-Rohöl stieg über 93 US-Dollar pro Fass, nachdem die Bemühungen um eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus kaum vorankamen und die Spannungen im Nahen Osten anhielten. Der von vielen Marktteilnehmern erhoffte makroökonomische Rückenwind für Kryptowährungen bleibt damit vorerst aus – ausgerechnet während Aktien von der Risikofreude profitieren.

HYPE als einziger Ausreißer

Der einzige Lichtblick unter den nach Marktkapitalisierung größten Coins war Hyperliquids HYPE. Der zugehörige US-Spot-HYPE-ETF, der am 12. Mai startete, verzeichnete seitdem in jeder einzelnen Handelssitzung Zuflüsse und brachte das kumulierte Nettovermögen bis Ende der Woche auf über 122 Millionen US-Dollar. Damit lief HYPE klar gegen den allgemeinen Markttrend – ein Hinweis darauf, dass die aktuelle Schwäche weniger ein pauschaler Krypto-Ausverkauf als vielmehr eine selektive Umschichtung sein könnte.

Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob die Entkopplung von den Aktienmärkten nur eine kurzfristige Folge der ETF-Abflüsse und der Ölpreis-Rally ist – oder ob sich hier eine grundsätzlichere Schwächephase abzeichnet, solange der erhoffte Makro-Impuls ausbleibt.

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