Hyperliquid-ETFs sammeln 136 Millionen Dollar ein – während Bitcoin-Anleger flüchten

Alex Merten

31.05.2026, 21:01 Uhr

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Die beiden US-Spot-ETFs auf Hyperliquid (HYPE) verzeichnen Rekordzuflüsse – und das ausgerechnet in einer Woche, in der die Bitcoin-Fonds die längste Abflussserie seit ihrem Handelsstart hinlegen. Am 29. Mai flossen laut Farside Investors 29,6 Millionen US-Dollar in die Produkte: 20,1 Millionen entfielen auf den Bitwise Hyperliquid ETF (BHYP), 9,5 Millionen auf das Pendant THYP von 21shares. Es war der bislang stärkste Einzeltag seit dem Start der beiden Fonds Mitte Mai.

In nur 13 Handelstagen summieren sich die Nettozuflüsse damit auf 136 Millionen US-Dollar. Das entspricht mehr als 2 Prozent des gesamten HYPE-Angebots und über 5,3 Prozent der zirkulierenden Menge – eine Absorptionsrate, die nach Daten von FalconX und Presto Research kein anderer Altcoin-ETF in dieser frühen Phase erreicht hat. Peter Chung, Forschungschef bei Presto Research, formulierte es zugespitzt: Marktkapitalisierungs-bereinigt ströme institutionelles Kapital schneller in die HYPE-ETFs, als es seinerzeit in die Bitcoin-ETFs floss.

Geld rotiert aus Bitcoin, Ethereum und Solana

Der eigentliche Kontrast liegt im Rest des ETF-Marktes. Während HYPE Tag für Tag Zuflüsse meldet – seit Start kein einziger Abflusstag – kämpfen die etablierten Krypto-Fonds mit Kapitalflucht. Die Bitcoin-ETFs steckten zuletzt in ihrer längsten Abflussserie seit Handelsstart, die den Markt für das laufende Jahr nahe an die Nulllinie drückte.

Analysten sehen darin eine bewusste Umschichtung. Der Market Maker Keyrock berichtete, dass Fonds und Family Offices gezielt aus Ethereum- und Solana-Wrappern in die neue HYPE-Hülle rotieren – auf der Suche nach dem frischeren Trade. Spot-Solana-ETFs zogen im selben Zeitraum nur rund 15,6 Millionen Dollar an und blieben damit deutlich hinter den HYPE-Produkten zurück. Beim Bitwise-Produkt ist die Dynamik besonders auffällig: BHYP sammelte seit Start 79,7 Millionen Dollar ein, THYP kommt auf 56 Millionen. Die durchschnittlichen Tageszuflüsse lagen zuletzt bei rund 12,3 Millionen Dollar.

Warum der Buyback das Angebot doppelt verknappt

Hinter dem Interesse steckt mehr als der Reiz des Neuen. Hyperliquid ist eine eigene Layer-1-Blockchain, die auf den Handel mit Perpetual Futures ausgelegt ist und statt eines klassischen Automated-Market-Maker-Modells auf ein Orderbuch setzt – näher an zentralen Börsen als an typischen DeFi-Plattformen. Das Protokoll wickelt nach eigenen Angaben rund 60 Prozent des weltweiten On-Chain-Open-Interest bei Derivaten ab.

Der entscheidende Hebel ist jedoch der Buyback-Mechanismus: Hyperliquid verwendet 99 Prozent seiner Protokolleinnahmen, um HYPE am offenen Markt zurückzukaufen. Bitwise legt nach und kündigte an, 10 Prozent der BHYP-Verwaltungsgebühren ebenfalls in HYPE-Käufe zu stecken und die Token auf die eigene Bilanz zu nehmen. Damit wirken zwei Kräfte gleichzeitig auf das verfügbare Angebot – der protokolleigene Rückkauf und die ETF-Akkumulation. Hält die Nachfrage an, dürfte sich das frei handelbare Angebot weiter verknappen, was den HYPE-Kurs zusätzlich stützen könnte. Ein Risiko bleibt: Das Modell ist volumenabhängig. Ein längerer Einbruch der Handelsaktivität würde den Buyback-Boden schwächen.

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