Bitget Auszahlungen ab 10 Uhr: Der Zeitplan nach dem 387,5-Millionen-Dollar-Hack

Raphael Lulay

28.09.2026, 05:00 Uhr

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Die Kryptobörse Bitget will am heutigen Montag, 28. September, die nach einem Hackerangriff gestoppten Auszahlungen wieder freigeben. Den Anfang macht Bitcoin, planmäßig ab 10:00 Uhr deutscher Zeit. Das geht aus dem Zeitplan hervor, den Bitget am 26. September über seinen offiziellen X-Account veröffentlicht hat.

Bis zum 2. Oktober sollen schrittweise alle weiteren Coins, Fiat-Auszahlungen und der P2P-Handel folgen. Den Schaden beziffert die Börse inzwischen auf rund 387,5 Millionen US-Dollar.

Bitget Auszahlung: Der Zeitplan in deutscher Zeit

Bitget gibt die Termine in UTC an. In deutscher Sommerzeit (MESZ) ergibt sich folgende Reihenfolge:

  • Montag, 28. September, 10:00 Uhr: Bitcoin (BTC) über das Bitcoin-Netzwerk.
  • Dienstag, 29. September, 10:00 Uhr: Ether (ETH) über Ethereum, BNB Smart Chain, Arbitrum, Base und Optimism.
  • Mittwoch, 30. September, 10:00 Uhr: Tether (USDT) über Ethereum, BNB Smart Chain, Solana und Tron.
  • Freitag, 2. Oktober, 10:00 Uhr: alle übrigen Token sowie Fiat-Auszahlungen und P2P-Dienste.

Für die übrigen Token nennt Bitget laut crypto.news keine Aufschlüsselung nach einzelnen Netzwerken. Wer Coins auf einem Netzwerk hält, das im Zeitplan nicht auftaucht, muss sich daher voraussichtlich bis zum 2. Oktober gedulden.

Handel und Einzahlungen liefen nach Angaben der Börse während der gesamten Pause weiter. CEO Gracy Chen will sich laut The Crypto Times heute um 9:30 Uhr deutscher Zeit in einer Fragerunde (AMA) zu dem Vorfall äußern.

Bitget Hack: Was passiert ist

Bitget hat den Angriff nach eigenen Angaben am Donnerstag, 24. September, um 20:31 Uhr deutscher Zeit entdeckt, nachdem die Sicherheitssysteme ungewöhnliche Abflüsse gemeldet hatten. Zunächst bezifferte die Börse den Schaden auf 351,6 Millionen US-Dollar. Später korrigierte sie ihn auf 387,5 Millionen, weil zusätzlich betroffene Bestände auf Zcash und TRON auftauchten.

Laut Bitget waren unter anderem XRP, ETH, USDT, USDC, ZEC, TRX, BNB, AVAX und der Gold-Token XAUt betroffen. Die Angreifer verschafften sich demnach Zugriff auf eine Backend-Komponente der Wallet-Infrastruktur. Mit manipulierten Transaktionsdaten lösten sie reguläre Freigabeprozesse aus.

Private Schlüssel sollen nicht kompromittiert worden sein. Die Cold Wallets mit dem Großteil der Kundengelder blieben nach Angaben der Börse unberührt. Getroffen wurden Teile der Hot und Warm Wallets. Die Lücke ist laut Bitget geschlossen. Die Google-Tochter Mandiant und das Blockchain-Sicherheitsunternehmen SlowMist unterstützen die Untersuchung.

Ein Großteil der Beute dürfte kaum zurückzuholen sein. Circle und Tether haben laut CoinCentral lediglich rund 318.000 US-Dollar an Stablecoins eingefroren, die mit einer Angreifer-Adresse verknüpft sind. Zudem hat der Angreifer nach einem Bericht von CoinDesk gestohlene XRP im Wert von 83 Millionen US-Dollar bewegt, die Ripple nicht einfrieren kann. Bitget hat laut Coinpedia eine Belohnung von bis zu 10 Prozent für eingefrorene und zurückgeholte Mittel ausgelobt.

Ist das Geld bei Bitget sicher?

Bitget betont, die Kontostände der Nutzer seien nicht betroffen. Den Schaden soll der hauseigene Protection Fund tragen. Laut CEO Gracy Chen umfasst dieser Fonds mehr als 464 Millionen US-Dollar und wäre damit größer als der gemeldete Schaden.

Für Anleger ist eine Einordnung wichtig. Der Protection Fund ist eine freiwillige Zusage der Börse, kein gesetzlicher Anspruch. Eine staatliche Einlagensicherung wie bei Bankguthaben gibt es für Kryptowerte auf Handelsplattformen nicht.

Bitget verfügt zudem über keine Zulassung nach der EU-Kryptoverordnung MiCA und steht nicht unter Aufsicht der BaFin. In Deutschland ist die Übergangsfrist für Anbieter ohne MiCA-Erlaubnis nach dem Kryptomärkteaufsichtsgesetz (KMAG) bereits am 31. Dezember 2025 abgelaufen.

Bitget Auszahlung: Was deutsche Nutzer jetzt beachten sollten

Vorab muss niemand etwas tun, erklärt Bitget. Sobald eine Phase startet, soll die Auszahlung direkt in der Krypto App verfügbar sein. Anbei wichtige Informationen und Hinweise der Redaktion von boersen-parkett.de:

  • Nur offizielle Kanäle nutzen: Nach großen Hacks häufen sich erfahrungsgemäß Phishing-Mails und gefälschte Support-Konten, die angebliche „Rückerstattungen“ oder „Verifizierungen“ versprechen. Bitget kündigt jede Phase ausschließlich über seine offiziellen Kanäle an.
  • Netzwerk prüfen: Bitget gibt pro Termin nur bestimmte Netzwerke frei. Vor jeder Auszahlung sollten Nutzer kontrollieren, dass das gewählte Netzwerk mit der Empfangsadresse übereinstimmt. Fehlüberweisungen lassen sich in der Regel nicht rückgängig machen.
  • Mit Verzögerungen rechnen: Die gestaffelte Öffnung soll laut Coinpedia Engpässe bei der Liquidität verhindern. Gerade in den ersten Stunden sind längere Bearbeitungszeiten denkbar.
  • Verwahrung überdenken: Wer weiterhin Guthaben bei Bitget hält, kann die Wiedereröffnung nutzen, um die eigene Verwahrung zu überprüfen. Mögliche Ziele sind eine selbst verwaltete Wallet oder ein Anbieter mit MiCA-Zulassung.