Quant (QNT) +300 Prozent in sieben Tagen – warum der Bankendeal den Token nicht automatisch trägt

Raphael Lulay

28.09.2026, 08:04 Uhr

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Der Kurs von Quant (QNT) hat sich binnen einer Woche vervierfacht. Am Montagmorgen, 28. September 2026, notierte QNT bei 262,35 Dollar. Das entspricht einem Plus von 299,8 Prozent in sieben Tagen und 50,8 Prozent in 24 Stunden. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 3,8 Milliarden Dollar, das 24-Stunden-Volumen bei 1,34 Milliarden Dollar.

Auslöser sind zwei Bankenprojekte, die am 24. September bekannt wurden. Die Primärquellen zeigen allerdings: Der QNT-Token selbst kommt darin nicht vor.

Quant News: Clearing House und UK-Banken setzen auf Quant-Technologie

Wie Quant am 24. September mitteilte, hat The Clearing House das Unternehmen nach einem Auswahlverfahren für ihre On-Chain Money Initiative ausgewählt. Die Clearing House gehört großen US-Banken. Das neue Netz soll Finanzinstituten das Clearing und Settlement tokenisierter Einlagen ermöglichen. Quant liefert dafür die Schicht für Interoperabilität, Orchestrierung und Transaktionsmanagement und bindet die US-Zahlungssysteme RTP und CHIPS an. Starten soll das Netz im ersten Halbjahr 2027. Berichten zufolge sind 25 US-Banken an der Initiative beteiligt.

Screenshot: Coingecko.com

Am selben Tag meldete der britische Branchenverband UK Finance die ersten Live-Kundentransaktionen mit tokenisierten Sterling-Einlagen im Rahmen der Initiative Great British Tokenised Deposit (GBTD). Beteiligt waren Barclays, HSBC UK, Lloyds, Monzo, Nationwide, NatWest und Santander, die gemeinsame Infrastruktur stammt von Quant. Abgewickelt wurden zwei Hypothekenumschuldungen und ein Marktplatzkauf. Die Gelder wurden dabei automatisch freigegeben, sobald die vereinbarten Bedingungen erfüllt waren.

Warum steigt Quant? Der Token ist nicht Teil der Deals

Beide Projekte drehen sich um tokenisierte Einlagen. Gemeint ist digitales Geschäftsbankengeld, das in der regulierten Bankbilanz bleibt. Quant verkauft dafür Unternehmenssoftware. In der Mitteilung zum Clearing-House-Deal wird der QNT-Token nicht erwähnt. Offen bleibt deshalb, ob und in welchem Umfang das US-Netz Nachfrage nach dem Token erzeugt, zumal es frühestens 2027 startet.

Auffällig ist auch das Timing. Direkt nach der Meldung stieg QNT von rund 70 auf gut 90 Dollar. Am 26. September lag der Kurs nach einer ersten Konsolidierung bei etwa 101 Dollar. Der Sprung über 260 Dollar folgte erst am Wochenende, drei Tage nach den Meldungen. Das Handelsvolumen der Kryptowährung stieg dabei auf das 36-Fache des 30-Tage-Durchschnitts, begleitet von großen Short-Liquidationen.

Hinzu kommen Warnsignale. Einer On-Chain-Analyse zufolge sollen 77,4 Prozent des Volumens vom 27. September auf Wash Trading entfallen sein. Zudem deuten Nettozuflüsse an zentrale Börsen auf möglichen Verkaufsdruck hin. Die Methodik dieser Analyse ist nicht öffentlich überprüfbar. Am Sonntagmorgen lag das Verhältnis von Käufern zu Verkäufern bei etwa 0,71. Die Verkäufer waren also in der Überzahl.

Quant Prognose: Worauf es jetzt ankommt

Kurzfristig richtet sich der Blick auf die Bankenkonferenz Sibos in Miami. Dort will Quant ab dem 28. September gemeinsam mit Murex die Abwicklung tokenisierter Assets vorführen. Mittelfristig kommt es darauf an, ob Quant konkret darlegt, welche Rolle der Token in den Bankennetzen spielen soll.

Trotz der Vervierfachung liegt QNT noch rund 39 Prozent unter seinem Allzeithoch von 428,45 Dollar. Die fundamentale Nachricht ist real und für die Tokenisierung von Bankgeld bedeutend. Die jüngste Kursexplosion hat sich zeitlich aber deutlich von ihr abgekoppelt. Anleger sollten deshalb zwischen dem Erfolg des Unternehmens Quant und der Kursentwicklung des Tokens unterscheiden.

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