Der Bitcoin Bundesverband (BTCBV) hat einen neuen Vorstand. Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung am 26. September 2026 wählten die stimmberechtigten Mitglieder fünf Kandidaten ohne Gegenstimme. Neuer Vorstandsvorsitzender ist Larry Terwey. Die Amtszeit läuft bis 2028.
Die Wahl fiel exakt auf den zweiten Jahrestag der Gründung. Der Verband war am 26. September 2024 im Bundestag mit 69 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen worden.
Bitcoin Bundesverband Vorstand 2026: Das ist das neue Team
Larry Terwey (Vorstandsvorsitzender) kommt aus Digitalisierung, IoT, Robotik und KI und bringt nach Verbandsangaben mehr als 25 Jahre Berufserfahrung mit. Er war bereits als Vorstand und Aufsichtsratsvorsitzender tätig und hat kommunalpolitische Erfahrung. Mit Bitcoin befasst er sich seit 2014. Sein Fokus liegt auf politischer Sichtbarkeit und Kooperationen mit Unternehmen und anderen Verbänden.
Jens Leinert (stellvertretender Vorsitzender) ist das einzige Vorstandsmitglied, das seit der Gründung dabei ist. Der Unternehmer arbeitet seit mehr als 20 Jahren im Online-Payment und konzentriert sich seit 2017 ausschließlich auf Bitcoin und Lightning als Zahlungsmittel.
Yvonne Strathmann (Finanzvorstand) ist Diplom-Sozialpädagogin mit Hintergrund in der Automobilbranche und der Organisationsentwicklung. Sie war zuvor im Bildungsausschuss und in der Mitgliederbetreuung des Verbands aktiv.
Fardad Hooghoughi (geschäftsführendes Vorstandsmitglied) ist Jurist und hat Erfahrung in Politik und Verbandsarbeit. Er soll die Strukturen professionalisieren und die Mitgliedergewinnung vorantreiben.
Sebastian Rehbein (Vorstandsmitglied) ist Unternehmer und befasst sich seit 2013 mit Bitcoin. Er will die Finanzbasis stärken und den Verband stärker an den Bedürfnissen von Unternehmen ausrichten.
Haltefrist, DAC8, Digitaler Euro: die inhaltlichen Schwerpunkte
Inhaltlich will der neue Vorstand vor allem die Interessen von Bitcoin-Unternehmen in Deutschland bündeln und gegenüber Politik und Verwaltung vertreten. Genannt werden steuerliche und regulatorische Rahmenbedingungen sowie Bitcoin als Zahlungsmittel.
Als Vorlage dient die Initiative proHaltefrist. Sie setzt sich für den Erhalt der einjährigen Spekulationsfrist bei privaten Bitcoin-Veräußerungen ein. Die Erfahrungen daraus sollen auf weitere Themen übertragen werden, konkret auf die EU-Meldepflichten für Kryptotransaktionen nach DAC8 und auf den Digitalen Euro.
Organisatorisch stehen professionellere Strukturen, eine stärkere Einbindung der Mitglieder und mehr Präsenz in Wirtschaft, Politik und Medien im Vordergrund. Zum Start plant der Vorstand eine Klausurtagung. Dort sollen Zuständigkeiten verteilt und erste Projekte festgelegt werden.
Kleiner Vorstand, fast komplett neue Besetzung
Der Gründungsvorstand von 2024 umfasste sieben Personen unter dem Vorsitz von Philipp Hartmannsgruber, Stellvertreter war Daniel Wingen. Der neue Vorstand ist mit fünf Mitgliedern kleiner. Personell ist der Wechsel nahezu vollständig: Außer Leinert gehört keines der Gründungsmitglieder dem Gremium mehr an.
Der Verband dankt den ausscheidenden Vorständen in seiner Mitteilung pauschal für die Aufbauarbeit der ersten zwei Jahre, nennt sie aber nicht namentlich. Gründe für den Wechsel an der Spitze werden nicht genannt.
Wie der Verband seine politische Rolle künftig ausfüllt, dürfte sich an konkreten Dossiers zeigen. Die Debatte um die Haltefrist und die Umsetzung von DAC8 betreffen private Bitcoin-Anleger in Deutschland unmittelbar.

Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com und 99bitcoins.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens.
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