Europol zerschlägt Krypto-Geldwäsche-Plattform „AudiA6″ – LKA NRW maßgeblich beteiligt

Alex Merten

12.06.2026, 15:55 Uhr

,

Internationale Ermittler haben mit „AudiA6″ einen der meistgenutzten Dienste zur Geldwäsche von Kryptowährungen ausgehoben. Nach Angaben von Europol soll die Plattform zwischen 2022 und 2025 mehr als 336 Millionen Euro gewaschen haben. Bei der koordinierten Aktion am Mittwoch nahmen Ermittler in Georgien zwei mutmaßliche Plattform-Administratoren mit ukrainischer und russischer Staatsangehörigkeit fest. An den Ermittlungen waren neben Behörden aus den USA, Australien, Kanada, Frankreich, der Schweiz und Großbritannien auch das Bundeskriminalamt sowie das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen beteiligt.

Was bei der Razzia beschlagnahmt wurde

Im Zuge der Durchsuchungen schalteten die Ermittler 25 Domains ab und beschlagnahmten mehr als 30 Server. In Georgien wurden drei Immobilien durchsucht sowie 80 Fahrzeuge und mehrere weitere Immobilien konfisziert. Zudem fror Europol Kryptowährungen im Wert von rund 692.000 Euro ein und beschlagnahmte digitale Vermögenswerte von über 86.000 Euro. Die zerschlagene Infrastruktur diente nach Darstellung der Behörden dazu, kriminelle Geldflüsse über mehrere Stationen zu verschleiern und so deren Herkunft zu verwischen.

Rolle des LKA Nordrhein-Westfalen

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) wertete die Aktion als bedeutenden Erfolg und sprach von einem „dicken Fisch“, der unter Beteiligung des LKA NRW ins Netz gegangen sei. Wer glaube, ungestört eine Geldwäscheplattform betreiben zu können, müsse früher oder später mit dem Zugriff der Behörden rechnen – gerade dann, wenn Sicherheitsbehörden weltweit zusammenarbeiteten. Die Beteiligung des LKA NRW unterstreicht, welche Rolle deutsche Strafverfolger inzwischen bei der Bekämpfung grenzüberschreitender Krypto-Kriminalität spielen.

Einordnung: Druck auf Geldwäsche-Infrastruktur wächst

Der Schlag gegen „AudiA6″ reiht sich in eine Serie internationaler Operationen gegen Krypto-Geldwäschedienste ein. Bereits Ende 2025 hatten deutsche und Schweizer Behörden gemeinsam mit Eurojust und Europol einen sogenannten Mixing-Dienst abgeschaltet. Für Anleger zeigt der Fall vor allem zweierlei: Erstens richtet sich das Vorgehen der Behörden gezielt gegen die Infrastruktur der Geldwäsche, nicht gegen die zugrunde liegenden Kryptowährungen selbst. Zweitens nimmt der regulatorische und ermittlungstechnische Druck auf intransparente Dienste weiter zu – ein Trend, der sich mit dem europäischen Regelwerk MiCAR und der Geldwäsche-Richtlinie DAC8 fortsetzen dürfte.

Boersen-Parkett bei Google als bevorzugte Nachrichtenquelle markieren und keine Finanz- und Krypto-News mehr verpassen.