Grayscale verschiebt IPO auf frühestens Q4 2026 – Krypto-Börsengangswelle bricht ab

Alex Merten

29.05.2026, 08:01 Uhr

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Grayscale Investments, einer der weltgrößten Krypto-Asset-Manager, hat seine Börsengang-Vorbereitungen vorübergehend eingestellt. Das berichtet CoinDesk unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Eine Wiederaufnahme des Prozesses sei frühestens im vierten Quartal 2026 zu erwarten. Das Unternehmen selbst verweist auf die SEC-vorgeschriebene Schweigepflicht und kann sich demnach nicht öffentlich äußern.

Grayscale hatte im November 2025 vertraulich einen IPO-Antrag bei der US-Börsenaufsicht eingereicht. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft der Digital Currency Group (DCG) und verwaltet bekannte Produkte wie den Bitcoin Trust ETF (GBTC). Im ersten Quartal 2026 zog allein der Ethereum Staking Mini-ETF des Unternehmens laut Bloomberg-Daten rund 337 Millionen US-Dollar an Zuflüssen an – das stärkste US-ETP für Ethereum in diesem Zeitraum.

Krypto-IPO-Euphorie von 2025 ist verflogen

Der Schritt steht exemplarisch für eine deutliche Abkühlung am Krypto-Börsengangsmarkt. Zu Jahresbeginn 2026 hatten zahlreiche Unternehmen auf ein Durchbruchjahr für Krypto-Listings gesetzt – angetrieben vom Erfolg der Börsengänge von Circle (CRCL) und Bullish (BLSH) im Jahr 2025. Seitdem haben sich die Rahmenbedingungen jedoch verschlechtert: Handelsvolumina sind zurückgegangen, und mehrere Neuzugänge enttäuschten nach ihrem Debüt die Anleger.

Die Folge: Neben Grayscale haben auch die Kraken-Mutter Payward, der Ethereum-Entwickler ConsenSys und der Hardware-Wallet-Anbieter Ledger ihre IPO-Pläne auf unbestimmte Zeit verschoben.

FalconX geht trotzdem voran

Nicht alle Unternehmen ziehen sich zurück. Der institutionelle Krypto-Prime-Broker FalconX hat laut CoinDesk ebenfalls vertraulich einen S-1-Entwurf bei der SEC eingereicht und die Investmentbank Cantor für die Beratung engagiert – rechnet aber selbst erst später im Jahr mit dem tatsächlichen Börsengang. Auch Blockchain.com bestätigte zuletzt eine vertrauliche SEC-Einreichung.

Das Bild ist damit gemischt: Krypto-Unternehmen halten das Börsenfenster prinzipiell offen, warten aber auf stabilere Marktbedingungen, bevor sie den Schritt wagen.

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