ICE-CEO Jeffrey Sprecher nennt Hyperliquid „größer als die NASDAQ“

Alex Merten

29.05.2026, 16:35 Uhr

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Jeffrey Sprecher, Gründer und CEO der Intercontinental Exchange (ICE), der Muttergesellschaft der New York Stock Exchange, hat die dezentrale Handelsplattform Hyperliquid auf einer Bernstein-Konferenz als „größer als die NASDAQ“ bezeichnet. Die Aussage fiel laut CoinDesk in einem Fireside-Chat am 27. Mai mit dem Bernstein-Analysten Chinedu Bolu. Sprecher gab zudem an, sein Team habe die Gründer von Hyperliquid mehrfach getroffen – ein Signal, dass etablierte US-Börsen kryptonative Handelsplätze nicht mehr als Randerscheinung betrachten.

Der HYPE-Token notierte am Freitagnachmittag bei rund 62 US-Dollar und legte im 24-Stunden-Zeitraum etwa 8,5 Prozent zu.

Sprecher hob in seinem Statement vor allem das kleine Kernteam hervor. „Es sind 11 Personen“, sagte er und bezeichnete die Mitarbeiter als „sehr, sehr kluge Leute“. Die Angabe bezieht sich auf Hyperliquid Labs, die zentrale Entwicklungseinheit, während das übergeordnete Projekt auf Open-Source-Beitragende und ein Validator-Set zurückgreift, das die zugrunde liegende Layer-1-Blockchain betreibt.

Vergleich gilt dem Handelsvolumen, nicht dem Unternehmenswert

Beim Unternehmenswert trägt der Vergleich nicht: Die Marktkapitalisierung des HYPE-Tokens liegt laut CoinDesk bei rund 15,1 Milliarden US-Dollar, gegenüber etwa 50 Milliarden US-Dollar bei der Nasdaq Inc. am Donnerstag. Sprecher selbst bezog seine Einordnung auf das tägliche Handelsvolumen bei unbefristeten Terminkontrakten. Dort erzielt Hyperliquid nach Branchenangaben Nominalumsätze in Milliardenhöhe und hält mehr als 70 Prozent des dezentralen Marktes für Perpetual-Futures-DEX.

Aufmerksam wurde ICE laut Sprecher vor allem, weil Hyperliquid am Wochenende Öl-Derivate handelte, während die traditionellen Energiemärkte von ICE geschlossen sind — eine Aktivität, die während der jüngsten Spannungen im Nahen Osten zunahm. JPMorgan-Analysten beobachteten dasselbe Muster: Nicht-Krypto-Händler nutzen die rund um die Uhr geöffneten Märkte von Hyperliquid für Ölpositionen außerhalb der regulären Handelszeiten.

Sprecher fordert gleiche Wettbewerbsbedingungen

Im Zentrum von Sprechers Argumentation steht die Regulierung. Die von Hyperliquid angebotenen Perpetual Futures gelten nach US-Recht als Swaps und unterliegen damit Titel VII des Dodd-Frank-Gesetzes von 2008, das Meldepflichten, Margenvorgaben und Händlerregistrierung vorschreibt. ICE operiert unter diesen Vorschriften, der im Ausland gegründete und unregulierte Handelsplatz Hyperliquid dagegen nicht.

„Warum untersagen Sie uns dies, obwohl es bereits geschieht? Und können wir nicht gleiche Wettbewerbsbedingungen haben?“, sagte Sprecher. Er rechnet in den kommenden Monaten mit klareren Antworten: Entweder werde eine neue Kategorie regulierter unbefristeter Futures geschaffen, oder ausländische Handelsplätze würden unter die Dodd-Frank-Gesetzgebung und die EMIR-Vorschriften der EU eingeordnet.

Diese regulatorische Lücke beginnt sich bereits zu schließen. Die US-Aufsichtsbehörde CFTC erteilte am Freitag erstmals einer regulierten Börse die Zulassung, Bitcoin-Perpetuals zu listen und zu handeln. CFTC-Vorsitzender Mike Selig bezeichnete den Schritt als bedeutenden Fortschritt und erklärte, seine Behörde biete nun einen praktikablen Rahmen für echte Perpetual Contracts mit Krypto-Assets. Den Namen der zugelassenen Börse nannte die Behörde zunächst nicht.

Die Risiken solcher Produkte zeigten sich in derselben Woche: Ein Hyperliquid-Perpetual auf die Bewertung von SpaceX erlitt einen Flash-Crash von rund 45 Prozent und löste innerhalb von 30 Minuten Liquidationen im Nominalwert von etwa 1,5 Millionen US-Dollar aus, ausgelöst durch eine einzelne übergroße Position in einem dünnen Markt.

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