IOTA bereitet eine deutliche Änderung für die Betreiber seiner Validierungsknoten vor: Mit Protokollversion 39 soll der erforderliche Stake für den Einstieg von zwei auf sechs Millionen IOTA steigen. Beim IOTA-Kurs von rund 0,04236 US-Dollar entspricht das einem Gegenwert von etwa 254.000 Dollar. Die Änderung ist bereits im Entwicklercode verankert. Ein Termin für die Aktivierung im Hauptnetz wird in den bislang geprüften Veröffentlichungen allerdings noch nicht genannt.
Während IOTA die technischen Anforderungen weiterentwickelt, steht der Token am Markt unter Druck. Auf Monatssicht beläuft sich das Minus auf 16,2 Prozent.
IOTA News: Anforderungen für Validatoren werden erhöht
Validatoren wirken an der Bestätigung von Transaktionen und der Absicherung des Netzwerks mit. Dafür müssen ihre Staking-Pools bestimmte Mindestbestände erreichen.
Die am 23. Oktober in den Entwicklungszweig übernommene Änderung betrifft sowohl neue als auch bereits aktive Validatoren. Für den Beitritt steigt die Anforderung von zwei auf sechs Millionen IOTA – ein Plus von 200 Prozent. Beim Verbleib im aktiven Validator-Set gelten eigene Grenzen.
Bereits aktive Validatoren benötigen künftig mindestens 5,5 Millionen IOTA, um die Stake-Anforderung ohne Schonfrist zu erfüllen. Liegt der Bestand bei mindestens fünf, aber weniger als 5,5 Millionen Token, erhalten sie sieben Epochen Zeit, um die erforderliche Menge wieder zu erreichen. Bei den regulären 24-Stunden-Epochen entspricht das etwa einer Woche.
Unter fünf Millionen IOTA greift diese Schonfrist nicht. Die Entwickleränderung sieht dann einen Ausschluss am Ende der ersten Epoche vor, die mit Protokoll 39 läuft.
Die Sechs-Millionen-Grenze betrifft damit den Einstieg neuer Validatoren. Für bereits aktive Betreiber liegt die entscheidende Schwelle für den Verbleib ohne Schonfrist bei 5,5 Millionen IOTA.
Warum daraus kein Kaufzwang über 254.000 Dollar entsteht
Die sechs Millionen IOTA müssen nicht vollständig dem Betreiber gehören. Die angepassten technischen Anforderungen halten ausdrücklich fest, dass andere Tokenhalter den benötigten Stake delegieren können. Entscheidend ist der Bestand des gesamten Pools.
Beim genannten Kurs steigt der rechnerische Gegenwert der Einstiegsschwelle von bisher 84.720 auf 254.160 Dollar. Diese Beträge beschreiben den Wert der erforderlichen Token. Eine entsprechende Gebühr für den Validator-Betrieb wird damit nicht eingeführt.
Für neue Anbieter wird es anspruchsvoller, genügend Stake zu bündeln. Ein zusätzlicher Kaufbedarf lässt sich daraus aber nicht pauschal ableiten: Bereits vorhandene Token können umverteilt oder einem anderen Pool zugeordnet werden.
Aus redaktioneller Sicht stellt sich deshalb vor allem die Frage, wie sich die höheren Anforderungen auf kleinere Betreiber auswirken. Ob die Änderung die Zahl unabhängiger Validatoren beeinflusst, hängt auch davon ab, wie Betreiber und delegierende Anleger reagieren.
Protokoll 39 zunächst als Devnet-Version veröffentlicht
Die ebenfalls am 23. Oktober veröffentlichte Softwareversion v1.35.0-alpha enthält Protokoll 39 und die höheren Stake-Schwellen. Sie ist ausdrücklich als Devnet-Vorabversion gekennzeichnet und damit für eine Entwicklungsumgebung vorgesehen.
Die offizielle IOTA-Dokumentation nennt bereits die neuen Werte. Daraus allein lässt sich jedoch keine erfolgte Aktivierung im Hauptnetz ableiten. Einen konkreten Mainnet-Termin nennen die geprüften Release Notes nicht.
Die jüngste in der geprüften Veröffentlichungsübersicht als Mainnet-Version geführte Ausgabe ist v1.34.1 mit Protokoll 38. Dieses Update enthält unter anderem eine frühere Prüfung bestimmter fehlerhafter Transaktionen. Diese konnten zuvor erst bei der Ausführung scheitern und trotzdem Gebühren verursachen.
IOTA Kurs verliert auf Monatssicht rund 16 Prozent
Der IOTA-Kurs liegt laut einer CoinGecko-Momentaufnahme vom 26. Oktober bei 0,04236 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung beträgt rund 199,2 Millionen Dollar, das Handelsvolumen über 24 Stunden etwa 4,2 Millionen Dollar.
Über sieben Tage verzeichnet der Token einen Rückgang von 6,5 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen beträgt das Minus 16,2 Prozent, im Jahresvergleich liegt IOTA 71,4 Prozent zurück.
Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen diesen Verlusten und der geplanten Validator-Änderung ist damit nicht belegt. Für die weitere Einordnung sind vor allem der Mainnet-Zeitplan und die Entwicklung der Staking-Pools relevant. Erst daran lässt sich ablesen, welche praktischen Folgen die höheren Grenzen für das Netzwerk haben, und ob positive Auswirkungen auf die aktuelle IOTA Prognose denkbar sind.

Raphael Lulay ist Herausgeber und Redakteur von boersen-parkett.de. Er verfügt über einen akademischen Hintergrund in Politik, Soziologie und Verwaltung (B.A.) und berichtet seit 2018 über Kryptowährungen, Bitcoin, Altcoins und digitale Kapitalmärkte. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er regelmäßig Beiträge auf Block-Builders.de und Bitcoin-2Go.de. Zuvor schrieb er auch für Finanzpublikationen wie Fonds Finanz und das B.MAG Bankenmagazin. Sein Fokus liegt auf der datenbasierten Einordnung von Marktbewegungen, Kapitalflüssen, Regulierung und Krypto-Trends für Anleger. E-Mail: [email protected]
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