Kraken wird offizieller Krypto-Partner der Fußball-WM 2026 – Timing kein Zufall

Raphael Lulay

10.06.2026, 08:59 Uhr

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Zwei Tage vor dem Anpfiff hat sich Kraken einen der letzten großen Sponsoring-Plätze der Fußball-Weltmeisterschaft gesichert: Die Krypto-Börse ist ab sofort „Official Crypto Exchange Supporter“ der FIFA World Cup 2026, wie das Unternehmen und die FIFA am 9. Juni mitteilten. Die Partnerschaft umfasst Fan-Aktivierungen und Produkterlebnisse in den 16 Austragungsstädten in den USA, Kanada und Mexiko sowie in Europa. Finanzielle Details nannten beide Seiten nicht.

Die Dimensionen sind beachtlich: Die WM 2026 ist die erste Ausgabe mit 48 Teams und 104 Spielen, läuft vom 11. Juni bis 19. Juli und soll kumuliert mehr als sechs Milliarden Zuschauer weltweit erreichen. Den Auftakt der Kraken-Aktivitäten bildete bereits am 10. Juni ein Countdown-Konzert in mehreren Städten am Vorabend des Eröffnungsspiels.

Erste Krypto-Börse als WM-Sponsor seit Katar

Es ist das erste große Krypto-Sponsoring dieser WM-Ausgabe – und das erste einer Krypto-Börse seit Crypto.com in Katar 2022. Damals fiel das Turnier mitten in den FTX-Kollaps, Krypto-Sponsoring galt anschließend als Reputationsrisiko. Dass die FIFA das größte Sportereignis der Welt nun wieder mit einer Exchange verknüpft, lässt sich als Signal lesen, dass die Branche reputationsseitig rehabilitiert ist.

Für deutsche Fußballfans ist Kraken kein Unbekannter: Das Unternehmen ist bereits Partner von RB Leipzig, Tottenham Hotspur, Atlético de Madrid und dem Formel-1-Team Williams. Co-CEO Arjun Sethi formulierte den Anspruch entsprechend groß: Fußball überschreite Grenzen – Krypto ebenso.

Unsere Einordnung: Markenaufbau für den Börsengang

Das eigentlich Interessante an dem Deal ist sein Kontext. Kraken-Mutter Payward arbeitet seit Monaten an einem Börsengang: Im November 2025 wurde vertraulich ein S-1-Entwurf bei der SEC eingereicht, im März 2026 legte das Unternehmen die Pläne wegen schwieriger Marktbedingungen vorerst auf Eis. Begraben sind sie nicht: Anfang Mai erklärte Sethi auf der Consensus in Miami, man sei „zu etwa 80 Prozent bereit“ für das IPO, parallel sammelt Payward frisches Kapital zu einer Bewertung von rund 20 Milliarden Dollar ein.

Vor diesem Hintergrund ist das WM-Sponsoring weniger Fan-Romantik als strategischer Markenaufbau: Ein global sichtbares FIFA-Siegel adressiert exakt jene Mainstream- und institutionelle Zielgruppe, die Payward für ein erfolgreiches Listing braucht. Coinbase hat vorgemacht, wie viel ein etablierter Markenname beim Gang an die Börse wert ist. Kraken kauft sich mit der WM sieben Wochen globale Dauerpräsenz – mutmaßlich als Anlauf für das eigene Börsendebüt, sobald sich das IPO-Fenster wieder öffnet.

Ein Wermutstropfen bleibt: Behörden warnen bereits vor Krypto-Betrugsmaschen, die WM-Fans beim Ticket- und Merchandise-Kauf ins Visier nehmen. Je sichtbarer Krypto beim Turnier wird, desto wichtiger ist die Unterscheidung zwischen offiziellen Partnern und Trittbrettfahrern.