Der Krypto Fear-&-Greed-Index von alternative.me notiert am Mittwoch, 4. März 2026, um 7:09 Uhr MEZ bei 10 Punkten. Am Vortag lag der Wert noch bei 14 Punkten. Damit bleibt der Markt klar in der Zone extreme furcht und entfernt sich wieder weiter von neutraleren Niveaus.
Der aktuelle Stand bestätigt einen Trend, der sich bereits seit mehreren Tagen abzeichnet. In den vergangenen Wochen bewegte sich der Stimmungsindikator wiederholt im Bereich sehr niedriger Werte. Auch im Monatsvergleich zeigt sich kaum Erholung: Vor rund vier Wochen lag der Index ebenfalls nur bei etwa 14 Punkten. Eine nachhaltige Verbesserung der Risikobereitschaft ist damit bislang nicht erkennbar.
Der Indikator, der unter anderem Volatilität, Marktvolumen, Social-Media-Daten und Marktbreite auswertet, gilt als Stimmungsbarometer für den Kryptomarkt. Niedrige Werte deuten typischerweise auf eine defensive Positionierung vieler Marktteilnehmer hin.
Aktienmarkt ebenfalls schwächer gestimmt
Ein ähnliches Bild zeigt sich derzeit auch außerhalb des Kryptomarkts. Der Fear-&-Greed-Index für den US-Aktienmarkt von CNN liegt aktuell bei 32 Punkten. Noch vor rund einem Monat hatte der Wert bei etwa 45 gelegen und damit näher an der neutralen Zone.
Der Rückgang deutet darauf hin, dass die Risikoaversion zuletzt breiter geworden ist. Marktbeobachter führen dies unter anderem auf die zuletzt angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten zurück, die die Risikobereitschaft an den globalen Finanzmärkten gedämpft hat. Im Kryptomarkt fällt die Verschlechterung im Monatsvergleich dagegen weniger stark aus.
Derivatemarkt signalisiert mittleres Risiko
Ein Blick auf den Derivatemarkt zeichnet ein differenzierteres Bild. Der Derivate Risk Index des Analyseanbieters Coinglass liegt aktuell bei 51 Punkten. Der Indikator bewertet, wie hoch das Risiko übermäßiger Hebelpositionen im Markt ist.
Werte im Bereich um 50 gelten als relativ ausgeglichen. Sie deuten darauf hin, dass sich weder eine besonders riskante Überhebelung noch eine außergewöhnlich defensive Positionierung im Derivatemarkt erkennen lässt. Trotz der schwachen Gesamtstimmung bleibt die Struktur des Derivatemarktes damit bislang vergleichsweise stabil.
Großanleger werden zurückhaltender
Ein weiteres Signal liefert das Verhältnis zwischen großen Marktteilnehmern und privaten Anlegern. Laut Coinglass liegt das sogenannte Whale vs Retail Delta aktuell bei 0,22.
Der Wert misst, ob Handelsaktivität stärker von großen Marktteilnehmern oder von kleineren Anlegern dominiert wird. Höhere Werte sprechen typischerweise für eine stärkere Aktivität institutioneller oder kapitalkräftiger Investoren.
Zum Vergleich: Anfang Februar lag der Wert noch bei 0,896. Der deutliche Rückgang deutet darauf hin, dass die Aktivität größerer Marktteilnehmer zuletzt spürbar nachgelassen hat. Eine solche Entwicklung passt häufig zu Phasen erhöhter Unsicherheit, in denen institutionelle Anleger ihre Engagements vorsichtiger steuern.
ETF-Zuflüsse setzen Kontrapunkt
Gleichzeitig gibt es einzelne Datenpunkte, die nicht vollständig zur gedrückten Stimmung passen. So verzeichneten Bitcoin-ETFs am Dienstag deutliche Nettozuflüsse, wie ein aktueller Beitrag von boersen-parkett.de zeigt.
Starke ETF-Zuflüsse werden häufig als Hinweis darauf gewertet, dass institutionelles Kapital weiterhin Interesse am Markt zeigt. Sie stehen damit teilweise im Kontrast zu anderen Stimmungsindikatoren, die derzeit eine defensive Haltung vieler Marktteilnehmer signalisieren.
Google-Suchinteresse steigt leicht
Auch das öffentliche Interesse zeigt derzeit keine klare Schwäche. Laut Google-Trends-Daten ist das Suchvolumen für den Begriff Bitcoin in Deutschland zuletzt leicht gestiegen.
Der Trend-Score im Rahmen einer zwölfmonatigen Auswertung lag Ende Februar noch bei 48 Punkten. Aktuell wird ein Wert von 55 erreicht. Der Anstieg ist moderat, deutet jedoch darauf hin, dass das Interesse am Thema trotz der angespannten Marktstimmung nicht zurückgeht.

Suchdaten gelten häufig als ergänzender Indikator für das Verhalten privater Anleger, da steigendes Suchinteresse mit zunehmender Aufmerksamkeit für den Markt einhergehen kann.

Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens.
