Krypto-Studie: Deutschland nutzt Bitcoin nur halb so oft wie die Schweiz

Raphael Lulay

31.07.2026, 08:44 Uhr

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Deutschland bleibt bei Kryptowährungen der zurückhaltendste Markt der DACH-Region. Nach einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung BearingPoint nutzen hierzulande 11 Prozent der Bevölkerung digitale Währungen zumindest gelegentlich. Österreich kommt auf 18 Prozent, die Schweiz auf 23 Prozent – mehr als das Doppelte des deutschen Werts.

Auch bei der Bewertung als Anlageklasse liegt Deutschland zurück: 23 Prozent der Befragten halten Kryptowährungen für eine geeignete Geldanlage. In Österreich sind es 28 Prozent, in der Schweiz 37 Prozent. Robert Bosch, globaler Leiter Financial Services bei BearingPoint, bringt den Befund auf die Formel, Deutschland diskutiere Risiken, während die Nachbarn bereits nutzten und investierten.

Krypto-Nutzung in Deutschland: Einkommen und Bildung entscheiden mit

Bemerkenswert ist der Blick unter die Oberfläche der Länderwerte. In deutschen Haushalten mit einem Nettoeinkommen ab 4.000 Euro halten rund 37 Prozent Kryptowährungen für eine geeignete Anlage – bei Haushalten unter 2.000 Euro sind es nur rund 17 Prozent. Ähnlich deutlich fällt der Bildungseffekt aus: Befragte mit Hochschulabschluss bewerten Krypto-Assets mit rund 30 Prozent mehr als doppelt so häufig positiv wie Personen mit Lehre oder vergleichbarem Abschluss (rund 16 Prozent).

Dazu kommt ein ausgeprägter Gender Gap: In Deutschland nutzen 15 Prozent der Männer Kryptowährungen, aber nur 6 Prozent der Frauen. In Österreich liegt das Verhältnis bei 26 zu 10 Prozent, in der Schweiz bei 31 zu 15 Prozent. Am aktivsten sind die 18- bis 24-Jährigen: In dieser Altersgruppe nutzt in allen drei Ländern bereits rund jeder Dritte digitale Währungen.

Bitcoin als Reservewährung? Schweizer am optimistischsten

Über die reine Nutzung hinaus liefert die Erhebung einen strategischen Befund: 32 Prozent der Deutschen, 36 Prozent der Österreicher und 45 Prozent der Schweizer halten es für wahrscheinlich, dass Kryptowährungen künftig eine Rolle als internationale Handels- oder Reservewährung übernehmen.

Zugleich bleibt staatliches Geld unangefochten: 84 Prozent der Deutschen bewerten es als gutes oder sehr gutes Zahlungsmittel, in Österreich 87 Prozent, in der Schweiz 80 Prozent. Auch Gold genießt als Inflationsschutz über alle Altersgruppen hinweg mehr Vertrauen als Kryptowährungen. Höher als das Krypto-Interesse fällt zudem die Offenheit für digitales Zentralbankgeld aus: Eine CBDC können sich 29 Prozent der Deutschen vorstellen, 38 Prozent der Österreicher und 44 Prozent der Schweizer.

Für die Untersuchung befragte das Marktforschungsinstitut YouGov im Auftrag von BearingPoint zwischen dem 18. und 29. Juni 2026 insgesamt 2.031 Personen in Deutschland sowie jeweils rund 1.000 in Österreich und der Schweiz. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung ab 18 Jahren; vergleichbare Erhebungen laufen in Deutschland seit 2016.

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