MARA Holdings hat zwischen dem 4. und 25. März 2026 insgesamt 15.133 Bitcoin veräußert. Der Erlös: rund 1,1 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen nutzte das Kapital, um eigene Wandelanleihen mit einem Abschlag von rund 9 Prozent auf den Nennwert zurückzukaufen.
Konkret wurden Anleihen mit einem Nennwert von rund 1,0 Milliarden Dollar für etwa 912,8 Millionen Dollar zurückgekauft. Der buchhalterische Vorteil daraus: 88,1 Millionen Dollar. Die gesamte Wandelschuldenlast sinkt damit um rund 30 Prozent – von 3,3 Milliarden auf 2,3 Milliarden Dollar.
Die Märkte reagierten positiv. Die MARA-Aktie legte im vorbörslichen Handel um rund 10 Prozent zu.
Strategie mit Haken: Bitcoin am Hoch gehebelt, jetzt günstiger verkauft
Der Schritt hat eine zweite Lesart. MARA hatte die Wandelanleihen ursprünglich aufgelegt, um damit Bitcoin zu kaufen – teils auf deutlich höherem Kursniveau. Nun werden die Coins mit einem Abschlag von rund 30 Prozent zum Einstandspreis liquidiert, um eben jene Schulden vorzeitig zu tilgen.
Auf den Punkt gebracht: Das Unternehmen hat Fremdkapital aufgenommen, Bitcoin auf Hochständen erworben – und verkauft die Bestände jetzt, um die Hebelpositionen wieder zu schließen.
Trotzdem gilt die Transaktion als bilanziell klug. Schulden unter Nennwert zurückzukaufen und dabei 88 Millionen Dollar Buchgewinn zu realisieren, ist eine Maßnahme, die Analysten als Stärke werten – nicht als Kapitulation.
Einordnung: Genau das Bild, das wir im März beschrieben haben
Der heutige Schritt fügt sich in ein Bild, das Boersen-Parkett.de seit Wochen verfolgt. Anfang März dokumentierten wir in einer Infografik-Analyse die sinkenden Miner-Reserven und MAARAs veränderte Treasury-Strategie. Wenig später berichteten wir über die Mehrheitsbeteiligung an Exaion – ein KI-Infrastrukturunternehmen, das MARA strategisch in Richtung Rechenzentrumsgeschäft bewegt. Der Bitcoin-Verkauf von heute ist die Finanzierungsseite dieser Transformation: Schulden abbauen, Bilanz entlasten, Spielraum für das neue Geschäftsmodell schaffen.
Das Unternehmen positioniert sich damit im Spannungsfeld zwischen klassischer Bitcoin-Treasury-Strategie – wie sie etwa MicroStrategy verfolgt – und dem pragmatischen Schuldenabbau, der institutionelle Investoren beruhigt.
Die Abschlüsse der Rückkäufe sind für den 30. und 31. März 2026 geplant, vorbehaltlich üblicher Closing-Bedingungen.

Raphael Lulay ist Herausgeber und Redakteur von boersen-parkett.de. Seit 2018 berichtet er über Kryptowährungen, Bitcoin, Altcoins und digitale Kapitalmärkte. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er regelmäßig Beiträge auf Block-Builders.de und Bitcoin-2Go.de. Zuvor schrieb er auch für Finanzpublikationen wie Fonds Finanz und das B.MAG Bankenmagazin. Sein Fokus liegt auf der datenbasierten Einordnung von Marktbewegungen, Kapitalflüssen, Regulierung und Krypto-Trends für Anleger. E-Mail: [email protected]
