Midterms 2026: Krypto-Lobby setzt 243 Millionen Dollar als Wahlkampf-Kriegskasse ein

Raphael Lulay

27.05.2026, 07:30 Uhr

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Die US-Kryptoindustrie rüstet sich für die Zwischenwahlen im November 2026 mit einer beispiellosen Finanzmacht. Allein die Super-PACs aus dem Krypto-Umfeld verfügen laut der Transparenz-Plattform „Follow the Crypto“ der Forscherin Molly White über rund 243 Millionen Dollar an verfügbaren Mitteln, um Kongresswahlen zu beeinflussen. Im Zentrum steht das FairShake-Netzwerk, das bislang 13,15 Millionen Dollar ausgegeben und über 193 Millionen Dollar eingesammelt hat.

Die Verteilung der bisherigen Ausgaben zeigt eine klare parteipolitische Schlagseite. Nach Auswertung der Daten flossen die mit Abstand größten Einzelsummen an republikanische Bewerber. Auf der Liste der bedachten Kandidaten stehen etwa der republikanische Abgeordnete Tom Emmer aus Minnesota mit rund 1,1 Millionen Dollar an Branchenzuwendungen, der Senatskandidat John Deaton aus Massachusetts mit etwa 1,04 Millionen Dollar sowie House-Speaker Mike Johnson aus Louisiana mit gut 810.000 Dollar. Als wesentlicher Grund gilt die wirtschaftspolitische Linie der Republikaner, die einer strengen Regulierung des Finanzsektors traditionell skeptischer gegenüberstehen.

Vorwahlen als strategisches Schlachtfeld

Auffällig ist, wohin das Geld primär fließt: nicht in den Wahlkampf gegen die jeweils andere Partei, sondern bereits in die parteiinternen Vorwahlen. Die Branche versucht damit offenkundig, möglichst früh kryptofreundliche Kandidaten in aussichtsreiche Positionen zu bringen, bevor überhaupt die eigentliche Wahl ansteht. Bei den Midterms werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Senatssitze neu vergeben. Bemerkenswert ist dabei, dass die Geldflüsse der Branche zuletzt deutlich stärker waren als das Interesse der Wähler selbst: Wie die Daten zur abnehmenden Bedeutung von Krypto als Wahlkampfthema zeigen, ist die finanzielle Offensive vor allem ein Projekt der Industrie, nicht der Basis.

Das FairShake-Netzwerk gliedert sich dabei in mehrere Arme: Neben dem Haupt-PAC FairShake selbst zählen dazu „Defend American Jobs“ mit 8,76 Millionen Dollar an Ausgaben sowie „Protect Progress“ mit 4,7 Millionen Dollar. Hinter den Geldern stehen die Schwergewichte der Branche – die Unternehmens-PACs von Robinhood, Coinbase und Stripe gehören mit jeweils sechsstelligen Summen zu den größten direkten Spendern.

Was das für den Markt bedeutet

Die finanzielle Offensive unterstreicht, wie sehr die Kryptoindustrie ihre regulatorische Zukunft inzwischen als politisches Projekt begreift. Ein kryptofreundlicher Kongress könnte Vorhaben wie klare Stablecoin-Regeln oder eine entschärfte Aufsicht durch die Börsenaufsicht SEC beschleunigen. Ob sich die Millioneninvestitionen auszahlen, entscheidet sich allerdings erst im November – und in den vielen Vorwahlen, die diesem Termin vorausgehen.

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