Q1-2026-Filings: Harvard reduziert IBIT um 43%, Dartmouth steigt bei Solana ein

Alex Merten

17.05.2026, 10:30 Uhr

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Die jüngsten 13F-Filings der US-Börsenaufsicht zeichnen ein gespaltenes Bild der Krypto-Strategien an Amerikas Elite-Universitäten. Während die Harvard Management Company ihre Bitcoin-Position im ersten Quartal 2026 um mehr als 43 Prozent zusammengestrichen und ihre Ethereum-Position vollständig aufgelöst hat, baut das Dartmouth College sein Krypto-Engagement systematisch aus – inklusive Erstkauf eines Solana-Staking-ETFs.

Die Filings wurden zum Stichtag 15. Mai 2026 eingereicht und beziehen sich auf die Portfolios per 31. März 2026. Sie liefern damit den ersten institutionellen Datenpunkt nach dem Bitcoin-Crash auf zwischenzeitlich 60.000 US-Dollar – und zeigen, dass es unter den Ivy-League-Stiftungen keinen einheitlichen Konsens zu digitalen Assets mehr gibt.

Harvard: Rückzug aus Bitcoin und Komplettverkauf bei Ethereum

Die Harvard Management Company, Verwalterin des knapp 57 Milliarden US-Dollar schweren Stiftungsvermögens, hielt zum Stichtag noch 3.044.612 Anteile am iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock. Im Vorquartal waren es noch 5.353.612 Anteile. Der Gegenwert sank von rund 266 Millionen auf knapp 117 Millionen US-Dollar.

IBIT ist damit nicht mehr die größte Einzelposition im offengelegten Harvard-Portfolio. An die Spitze rückte der Halbleiterkonzern Taiwan Semiconductor. Auch Alphabet, Microsoft und der SPDR Gold Trust werden inzwischen höher gewichtet als der Bitcoin-ETF.

Bemerkenswerter als der Bitcoin-Verkauf ist allerdings die Ethereum-Entscheidung: Die im vierten Quartal 2025 neu aufgebaute Position im iShares Ethereum Trust (ETHA) im Wert von 86,8 Millionen US-Dollar wurde komplett liquidiert. Harvard hielt die ETH-Position damit gerade einmal ein Quartal.

Da aus den 13F-Filings weder Kauf- noch Verkaufskurse hervorgehen, lässt sich der realisierte Verlust nicht exakt beziffern. Angesichts der Q1-Schwäche an den Krypto-Märkten – Bitcoin handelte zeitweise unter den Tiefständen aus dem Vorjahr – dürfte Harvard die Position jedoch im Minus aufgelöst haben.

Dartmouth setzt auf Diversifikation statt Rückzug

Eine andere Strategie verfolgt das Dartmouth College, dessen Stiftungsfonds rund neun Milliarden US-Dollar verwaltet. Die Treuhänder hielten ihre IBIT-Position mit 201.531 Anteilen im Wert von rund 7,7 Millionen US-Dollar stabil und rotierten innerhalb ihrer Ethereum-Exposure vom Grayscale Ethereum Mini Trust in den renditestärkeren Grayscale Ethereum Staking ETF (rund 3,5 Millionen US-Dollar).

Der eigentliche Bruch mit der bisherigen Endowment-Logik ist jedoch der Einstieg in Solana: Dartmouth meldete 304.803 Anteile am Bitwise Solana Staking ETF mit einem Gegenwert von rund 3,67 Millionen US-Dollar. Das gilt unter Beobachtern als eines der ersten dokumentierten Beispiele dafür, dass eine namhafte US-Universitätsstiftung über Bitcoin und Ethereum hinaus in Altcoins investiert.

Auch die Brown University, eine weitere Ivy-League-Hochschule, hielt ihre IBIT-Position mit 212.500 Anteilen im Wert von etwas mehr als acht Millionen US-Dollar unverändert.

Eigene Meinung: Was die gespaltenen Filings für institutionelles Krypto bedeuten

Die Lesart, US-Elite-Universitäten seien geschlossen ins Krypto-Lager gewechselt, lässt sich nach diesen Filings nicht mehr halten. Harvard agiert nach dem Q1-Crash wie ein klassischer aktiver Asset-Manager: Verluste begrenzen, Risikopositionen reduzieren, ETH ganz raus. Dartmouth und Brown verhalten sich dagegen wie langfristig orientierte Endowments, die Volatilität aussitzen und sogar in dünner gehandelte Staking-Produkte diversifizieren.

Für die institutionelle Akzeptanz von Krypto-ETFs ist das ambivalent. Auf der einen Seite zeigt der Harvard-Rückzug, dass auch prestigeträchtige Adressen Bitcoin und Ethereum nicht als alternativlose Allokation betrachten und kurzfristig handeln. Auf der anderen Seite ist der Dartmouth-Einstieg in einen Solana-Staking-ETF ein Signal mit potenzieller Strahlkraft: Wenn ein Ivy-League-Endowment ETF-basiertes Staking als zulässige Anlageform einstuft, senkt das die Hürde für andere Stiftungen, Pensionskassen und Family Offices.

Für Privatanleger sind die Filings eher als Stimmungsbild zu lesen denn als Handlungsanleitung. Die ausgewiesenen Positionen sind gemessen am Gesamtvermögen der Universitäten klein – Harvards verbleibende IBIT-Position entspricht rund 0,2 Prozent des Stiftungsvermögens.

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