- Robinhood erzielte im dritten Quartal 2026 einen Rekordumsatz von 1,42 Milliarden US-Dollar – 12 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
- Die Transaktionserlöse aus dem Kryptohandel fielen im selben Zeitraum um 55 Prozent auf 120 Millionen US-Dollar.
- Ereigniskontrakte brachten 173 Millionen US-Dollar ein und lagen damit vor dem Kryptogeschäft. Der Optionshandel erzielte 399 Millionen US-Dollar.
- Trotz des Umsatzrekords sank der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahresquartal um 14 Prozent auf 476 Millionen US-Dollar.
Robinhood hat im dritten Quartal 2026 so viel Umsatz erzielt wie noch nie – während die Einnahmen aus dem Kryptohandel um mehr als die Hälfte eingebrochen sind. Der US-Neobroker steigerte seinen Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 12 Prozent auf 1,42 Milliarden US-Dollar. Die Krypto-Transaktionserlöse fielen dagegen um 55 Prozent auf 120 Millionen US-Dollar.
Besonders auffällig: Mit Ereigniskontrakten verdiente Robinhood inzwischen mehr als mit dem Handel von Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Noch größer war das Optionsgeschäft. Eine Infografik von boersen-parkett.de zeigt, wie sich ausgewählte Transaktionserlöse im Quartal verteilten.
Robinhood verdient mit Ereigniskontrakten mehr als mit Krypto
Der Abstand zwischen den beiden Geschäftsfeldern ist bereits deutlich: Ereigniskontrakte brachten Robinhood 53 Millionen US-Dollar mehr ein als Krypto. Dabei handelt es sich um Kontrakte, mit denen Nutzer auf den Ausgang bestimmter Ereignisse setzen können. Die Erlöse aus diesem Bereich stiegen gegenüber dem Vorjahresquartal auf mehr als das Sechsfache.
Am meisten verdiente Robinhood unter den dargestellten Handelsprodukten jedoch mit Optionen. Die Transaktionserlöse aus diesem Geschäft kletterten um 31 Prozent auf 399 Millionen US-Dollar. Der Aktienhandel brachte 121 Millionen US-Dollar ein – nahezu genauso viel wie das Kryptogeschäft.
Bereits im Juni hatte boersen-parkett.de Robinhoods Geschäftsmodell anhand der Umsätze für 2025 untersucht . Damals zeigte sich: Der Neobroker verdiente mit Zinsen, Optionen und Krypto deutlich mehr als mit dem Aktienhandel. Die neuen Quartalszahlen zeigen nun, wie sich das Verhältnis innerhalb der Handelssparten weiter verschoben hat: Ereigniskontrakte liegen vor Krypto, während Optionen das größte der dargestellten Transaktionsgeschäfte bleiben.
Zu den Transaktionserlösen kommen weitere Einnahmen hinzu. Die Nettozinserträge lagen im dritten Quartal bei 415 Millionen US-Dollar. Sie sind Teil des Gesamtumsatzes und werden in der Grafik zu den Handelssparten nicht dargestellt.
Krypto-Erlöse fallen im Jahresvergleich – steigen aber zum Vorquartal
Wie stark sich das Kryptogeschäft innerhalb eines Jahres verändert hat, zeigt der direkte Vergleich: Im dritten Quartal 2025 hatte Robinhood noch 268 Millionen US-Dollar an Krypto-Transaktionserlösen ausgewiesen. Ein Jahr später waren es 120 Millionen US-Dollar.
Auch das Handelsvolumen ging zurück. Über die Robinhood-App wurden im dritten Quartal Kryptowährungen im Wert von 21 Milliarden US-Dollar gehandelt – 48 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Hinzu kamen 29 Milliarden US-Dollar über die zu Robinhood gehörende Kryptobörse Bitstamp, ein Rückgang um 28 Prozent.
Allerdings ist der Jahresvergleich nur ein Teil des Bildes: Gegenüber dem unmittelbar vorherigen Quartal stiegen die Krypto-Transaktionserlöse von 100 Millionen auf 120 Millionen US-Dollar. Von einer durchgehend fallenden Entwicklung lässt sich deshalb nicht sprechen.
Wer Handelsplätze für Kryptowährungen gegenüberstellen möchte, findet im Krypto-Börsen-Vergleich von boersen-parkett.de Informationen zu Gebühren, Verwahrung und Angebot verschiedener Anbieter.
Warum der Gewinn trotz Rekordumsatz zurückging
Trotz des Umsatzrekords sank Robinhoods Nettogewinn im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent auf 476 Millionen US-Dollar. Das Ergebnis enthält unter anderem nicht realisierte Verluste von 67 Millionen US-Dollar, die überwiegend mit der Bewertung eines Beteiligungsfonds zusammenhängen.
Gleichzeitig stiegen die Betriebsaufwendungen um 16 Prozent auf 739 Millionen US-Dollar. Robinhood führte den Anstieg unter anderem auf höhere Vorsorgen für mögliche Kreditausfälle, Ausgaben für neue Geschäftsbereiche sowie Investitionen in Marketing und Wachstum zurück.
Für das kommende Quartal bleibt damit eine Frage entscheidend: Kann Robinhood die wachsenden Einnahmen aus Optionen und Ereigniskontrakten halten – und zugleich das Kryptogeschäft wieder näher an das Niveau des Vorjahres heranführen?

Raphael Lulay ist Herausgeber und Redakteur von boersen-parkett.de. Er verfügt über einen akademischen Hintergrund in Politik, Soziologie und Verwaltung (B.A.) und berichtet seit 2018 über Kryptowährungen, Bitcoin, Altcoins und digitale Kapitalmärkte. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er regelmäßig Beiträge auf Block-Builders.de und Bitcoin-2Go.de. Zuvor schrieb er auch für Finanzpublikationen wie Fonds Finanz und das B.MAG Bankenmagazin. Sein Fokus liegt auf der datenbasierten Einordnung von Marktbewegungen, Kapitalflüssen, Regulierung und Krypto-Trends für Anleger. E-Mail: [email protected]
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