Sammelklage gegen Strategy: Rosen Law Firm sucht geschädigte MSTR- und STRC-Anleger

Raphael Lulay

25.06.2026, 22:30 Uhr

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Die US-Kanzlei Rosen Law Firm hat am 24. Juni 2026 eine Untersuchung gegen Strategy Inc. (NASDAQ: MSTR) eingeleitet und sucht geschädigte Anleger für eine mögliche Sammelklage. Im Zentrum steht der Vorwurf, das Unternehmen von Michael Saylor habe „möglicherweise wesentlich irreführende Geschäftsinformationen“ an Investoren weitergegeben. Die Untersuchung erstreckt sich über die Stammaktie MSTR sowie die Vorzugsaktien STRF, STRC, STRK und STRD – also die gesamte Kapitalstruktur des größten börsennotierten Bitcoin-Halters.

Eine konkrete Klage ist bislang nicht eingereicht. Solche Untersuchungsankündigungen sind nach Kurseinbrüchen Routine im US-Wertpapierrecht und führen häufig nicht zu einem Verfahren.

STRC 26 Prozent unter Zielmarke

Auslöser ist der massive Druck auf Strategy-Wertpapiere. Die Stammaktie MSTR markierte am Donnerstag mit 86,41 US-Dollar ein 52-Wochen-Tief, ein Minus von rund 7,3 Prozent. Das Handelsvolumen lag bei etwa 24,8 Millionen Aktien und damit mehr als doppelt so hoch wie im Tagesdurchschnitt.

Besonders im Fokus steht das Vorzugspapier STRC. Es soll über einen variablen Dividendenmechanismus nahe seinem Nennwert von 100 US-Dollar gehalten werden, rutschte im Tief jedoch auf 73,62 US-Dollar ab – rund 26 Prozent unter die Zielmarke. Brisant: Berichten zufolge halten Privatanleger etwa 80 Prozent von STRC, das Strategy mit einer Rendite von 11,5 Prozent vermarktet hatte. Saylor hatte das Produkt als Alternative zu Geldmarktfonds oder Bankkonten beworben – ein Vergleich, den volatilitätsscheue Käufer in den vergangenen Tagen schmerzhaft hinterfragen mussten.

Bitcoin auf Mehrjahrestief

Der Kursrutsch bei Strategy fällt mit der anhaltenden Schwäche von Bitcoin zusammen. BTC fiel am Donnerstag erstmals seit September 2024 unter 58.000 US-Dollar und notiert aktuell bei rund 59.519 US-Dollar. Strategy verfolgt einen All-in-Ansatz auf Bitcoin, weshalb die Wertpapiere des Unternehmens den Kursbewegungen des Assets eng folgen – meist mit verstärkter Volatilität.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Solange STRC unter 100 US-Dollar handelt und die Stammaktie im Verhältnis zur Bitcoin-Bilanz niedrig bewertet ist, dürfte Strategy nach eigenen Regeln vorerst keine Bitcoin mehr zukaufen. Dividendenzahlungen müssten unter Umständen sogar über BTC-Verkäufe finanziert werden. Strategy verlässt damit potenziell die Käuferseite des Marktes.

Kommunikation schon länger in der Kritik

Die Kommunikation von Strategy stand bereits mehrfach in der Kritik. So wurde 2025 ein mNAV-Framework eingeführt und kurz darauf wieder geändert. Auch die Zusage, eine Cash-Reserve solle stets mindestens zwei Jahre an Dividenden abdecken, hielt nicht. Anfang Juni behauptete Saylor zudem auf einer Konferenz in Prag, er habe nie gesagt, dass Strategy seine Bitcoin nicht verkaufen werde – obwohl ältere Auftritte das Gegenteil belegen.

Ob solche Aussagen juristisch als „irreführend“ einzuordnen sind, ist offen. In den offiziellen Risikohinweisen waren die Grenzen der Vergleiche stets dokumentiert, und viele Plan-Abweichungen erfolgten nach ausdrücklichem Ermessensvorbehalt. Sammelklagen dieser Art enden zudem selten vor Gericht, sondern meist in einem Vergleich. Im März 2026 zahlte Strategy bereits 550.000 US-Dollar im Zusammenhang mit einer früheren Aktionärsklage. Wie ernst die aktuelle Untersuchung wird, hängt letztlich auch davon ab, ob sich Bitcoin wie nach früheren Abstürzen erneut erholt.