SpaceX Aktie kaufen vor dem IPO: Binance startet Pre-IPO-Perpetuals – Bitcoin gerät unter Druck

Raphael Lulay

22.05.2026, 06:00 Uhr

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Binance hat am 21. Mai sein erstes „Pre-IPO Perpetual“ live geschaltet – und der erste Kontrakt ist an SpaceX gekoppelt. Anleger können damit auf die Bewertung von Elon Musks Raketen- und Satellitenkonzern spekulieren, bevor das Unternehmen an die Börse geht. Der Kontrakt läuft unter dem Kürzel SPCXUSDT und wird im Stablecoin USDT abgerechnet.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall: SpaceX hat am 20. Mai seine S-1-Registrierungserklärung bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht und plant, Class-A-Aktien unter dem Tickersymbol SPCX an der Nasdaq zu listen. Der Börsengang wird für Juni erwartet, mit einer angestrebten Bewertung zwischen 1,75 und 2 Billionen US-Dollar und einem möglichen Emissionsvolumen von bis zu 75 Milliarden US-Dollar – es wäre der größte IPO der Geschichte.

Wer jetzt schon die SpaceX Aktie kaufen will – das sind die Optionen

Eine echte SpaceX-Aktie gibt es vor dem Börsengang nicht. Was Krypto-Börsen anbieten, sind synthetische Pre-IPO-Futures, die die erwartete Bewertung abbilden. Binance ist dabei nicht der Vorreiter, sondern zieht nach: Vergleichbare Produkte gibt es bereits von OKX, Crypto.com und Hyperliquids Trade.xyz. Trade.xyz startete am 18. Mai mit einem Referenzpreis von 150 US-Dollar je Aktie, was einer Bewertung von 1,78 Billionen US-Dollar entspricht, und erreichte am ersten Handelstag 33 Millionen US-Dollar Volumen.

Vor dem eigentlichen Börsengang orientieren sich die Kontraktpreise an öffentlich verfügbaren Signalen wie privaten Finanzierungsrunden und kommunizierten Preisspannen. Sobald die Aktie regulär gehandelt wird, koppelt sich der Kontrakt an den realen Kurs. Wichtig für Anleger: Es handelt sich um gehebelte Derivate, nicht um echten Anteilsbesitz. Wer auf den eigentlichen IPO warten will, kann die Aktie später regulär über einen Broker wie eToro zeichnen.

Die Zahlen aus der S-1 – Substanz und ein digitales Schwergewicht

Die Einreichung gewährt erstmals einen detaillierten Blick in die Bücher. SpaceX erzielte im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 4,69 Milliarden US-Dollar. Beim Ergebnis lohnt ein genauer Blick: Während mehrere Berichte einen Nettoverlust von rund 4,28 Milliarden US-Dollar nennen, weist die S-1 ein operatives Ergebnis von minus 1,94 Milliarden US-Dollar und ein positives bereinigtes EBITDA von 1,13 Milliarden US-Dollar aus. Der hohe Nettoverlust ist also überwiegend durch nicht zahlungswirksame Posten getrieben, nicht durch das operative Geschäft.

Besonders relevant für Krypto-Anleger: SpaceX hielt zum 31. März 2026 18.712 Bitcoin, erworben zu Anschaffungskosten von rund 661 Millionen US-Dollar – das entspricht einem Durchschnittspreis von etwa 35.300 US-Dollar je Coin. Damit besitzt SpaceX mehr Bitcoin als Tesla und rangiert weltweit unter den rund elf größten Unternehmens-Haltern. Der Bestand ist seit dem Aufbau zwischen 2021 und 2024 praktisch unverändert geblieben – anders als bei Strategy, das laufend zukauft und inzwischen über 843.000 BTC hält.

Warum der SpaceX-IPO zur Gefahr für Bitcoin werden kann

Die wachsende Zahl an SpaceX-Pre-IPO-Märkten hat eine Kehrseite. Sie könnte Kapital und Aufmerksamkeit von Bitcoin und großen Kryptowährungen abziehen. Ein Indiz dafür liefert die jüngste Kursentwicklung: Die Bitcoin-Erholung stockte vor rund einer Woche bei etwa 80.000 US-Dollar, seither sind die Kurse auf unter 78.000 US-Dollar zurückgefallen. Auch traditionelle Marktanalysten warnen, dass der bisher größte Börsengang der Geschichte erhebliche Kapitalabflüsse aus anderen Marktsegmenten auslösen könnte.

Wie groß die Erwartungen sind, zeigt der Wettmarkt: Auf Polymarket preisen Trader eine Wahrscheinlichkeit von über 70 Prozent ein, dass der Börsengang letztlich oberhalb von 2 Billionen US-Dollar abschließt.

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