SpaceX peilt für seinen Börsengang einen Ausgabepreis von 135 US-Dollar je Aktie an und will rund 555,6 Millionen Aktien verkaufen, um damit 75 Milliarden US-Dollar einzunehmen. Das berichtete Reuters am Dienstag unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Die angestrebte Bewertung liegt bei rund 1,75 Billionen US-Dollar – damit wäre es der größte Börsengang der Geschichte.
Ungewöhnlich ist der Zeitpunkt: Einen festen Zielpreis bereits vor dem Start der Investoren-Roadshow zu nennen, ist selbst für einen Mega-IPO selten. Üblicherweise rufen Börsenkandidaten zunächst nur eine Preisspanne aus, die sich erst im Bookbuilding verdichtet. Die Roadshow soll an diesem Donnerstag beginnen, die Konditionen bereits am Mittwochnachmittag festgelegt werden.
All-Primary-Offering: Erlöse fließen vollständig an SpaceX
Die Emission ist als reines Primärangebot strukturiert. Sie besteht ausschließlich aus neuen Aktien – bestehende Anteilseigner verkaufen also keine Papiere, sämtliche Erlöse fließen direkt ins Unternehmen. Das Pricing ist für den 11. Juni angesetzt, der erste Handelstag an der Nasdaq unter dem Ticker SPCX für den 12. Juni.
Hinter dem Rekordvolumen stehen offene Fragen zur Profitabilität. Bislang erwirtschaftet allein die Satellitensparte Starlink Gewinne, während zwei der drei Geschäftsbereiche als erhebliche Verlustbringer gelten. 2025 verzeichnete SpaceX einen Umsatz von 18,67 Milliarden US-Dollar bei einem Nettoverlust von 4,94 Milliarden US-Dollar – ein Minus, das maßgeblich auf die Übernahme von xAI zurückgeht.
Der Börsengang steht am Anfang einer Welle großer Tech-Listings: Auch die KI-Unternehmen OpenAI und Anthropic planen in den kommenden Monaten den Schritt an die Börse.
Was das für Krypto-Anleger bedeutet
Für Bitcoin-Investoren ist der SpaceX-IPO indirekt relevant: Laut dem S-1-Prospekt hält das Unternehmen rund 18.712 BTC auf seiner Bilanz – mehr als Tesla. Wer nach der Erstnotiz SpaceX-Aktien kauft, baut damit zugleich ein indirektes Bitcoin-Exposure auf. Ob die im Juni anstehende Privatanleger-Tranche kurzfristig Kapital aus dem Krypto-Markt abzieht, bleibt der eigentliche Test der kommenden Handelswochen.

Raphael Lulay ist Herausgeber und Redakteur von boersen-parkett.de. Er verfügt über einen akademischen Hintergrund in Politik, Soziologie und Verwaltung (B.A.) und berichtet seit 2018 über Kryptowährungen, Bitcoin, Altcoins und digitale Kapitalmärkte. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er regelmäßig Beiträge auf Block-Builders.de und Bitcoin-2Go.de. Zuvor schrieb er auch für Finanzpublikationen wie Fonds Finanz und das B.MAG Bankenmagazin. Sein Fokus liegt auf der datenbasierten Einordnung von Marktbewegungen, Kapitalflüssen, Regulierung und Krypto-Trends für Anleger. E-Mail: [email protected]
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