USA sanktionieren Irans größte Krypto-Börse Nobitex und drei weitere Plattformen

Raphael Lulay

03.06.2026, 09:38 Uhr

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Das US-Finanzministerium hat am Dienstag, dem 2. Juni 2026, die iranische Krypto-Börse Nobitex sowie die Plattformen Wallex, Bitpin und Ramzinex auf seine Sanktionsliste gesetzt. Zusätzlich wurden vier iranische Staatsangehörige designiert. US-Personen und -Unternehmen ist es damit untersagt, Transaktionen mit den betroffenen Börsen abzuwickeln; ihr in den USA befindliches oder von US-Personen kontrolliertes Vermögen wird eingefroren.

Verantwortlich ist das Office of Foreign Assets Control (OFAC), das Nobitex unter der Executive Order 13224 wegen materieller Unterstützung der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) sowie unter der Executive Order 13902 wegen Tätigkeit im iranischen Finanzsektor listete. Die Maßnahme ist Teil der US-Kampagne „Economic Fury“ gegen iranische Finanz- und Krypto-Netzwerke.

Nobitex verarbeitete über die Hälfte aller iranischen Krypto-Zuflüsse

Nobitex gilt als größte Krypto-Handelsplattform des Iran. Nach Angaben des OFAC wickelte die Börse im Jahr 2025 mehr als 50 Prozent aller iranischen Krypto-Zuflüsse ab. Die zweitgrößte Plattform Wallex kam auf rund 12 Prozent, Bitpin auf etwa 10 Prozent. Ramzinex, 2018 in Teheran gegründet, hat über die Laufzeit Transaktionen im Wert von mehr als 2,45 Milliarden US-Dollar verarbeitet.

Das US-Finanzministerium wirft Nobitex vor, Zahlungen für die Revolutionsgarden ermöglicht zu haben, darunter Wallets, die mit IRGC-nahen Ransomware-Akteuren in Verbindung stehen. Zudem soll die Börse der iranischen Zentralbank Zugang zu Stablecoins im Wert von mehreren Hundert Millionen US-Dollar verschafft haben, um den fallenden Rial zu stützen. Laut OFAC ermöglichte die Plattform Regime-Insidern darüber hinaus den Zugriff auf internationale Börsen zur Umgehung von Sanktionen. Nobitex war im Juni 2025 von einem Hack über rund 90 Millionen US-Dollar betroffen.

Auch Führungsebene auf der Sanktionsliste

Über die Plattformen hinaus designierte OFAC die Führungsebene von Nobitex. Genannt wurden der amtierende CEO Seyed Ali Khoee sowie Verwaltungsratschef und Mitgründer Amir Hossein Rad, dem die Behörde vorwirft, den Betrieb nach dem Hack vom Juni 2025 wieder aufgebaut zu haben. Zwei weitere Mitgründer werden der Familie Kharrazi zugerechnet, die dem Umfeld des früheren Obersten Führers Khamenei zugeordnet wird.

US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, die iranische Regierung nutze digitale Vermögenswerte zur Sanktionsumgehung und zum Transfer von Vermögen ins Ausland. Während sich die iranische Wirtschaft im freien Fall befinde, habe sich das Regime entschieden, digitale Vermögenswerte für seine korrupten Zwecke zu vereinnahmen, so Bessent. Nach Behördenangaben hat die USA seit Beginn des Konflikts mit dem Iran Kryptowährungen im Wert von rund einer Milliarde US-Dollar beschlagnahmt. Bereits im April 2026 hatte der Stablecoin-Emittent Tether 344,2 Millionen US-Dollar in zwei der iranischen Zentralbank zugeordneten Wallets eingefroren.

Sekundärsanktionen erhöhen das Risiko für ausländische Institute

Die Designation entfaltet Wirkung über US-Personen hinaus. Auch ausländische Finanzinstitute können ins Visier geraten, wenn sie bestimmte Transaktionen mit den gelisteten Börsen abwickeln. Entitäten, die zu 50 Prozent oder mehr von gesperrten Personen gehalten werden, gelten ebenfalls als blockiert. Für Compliance-Abteilungen international tätiger Krypto-Dienstleister verschärft die Maßnahme damit die Anforderungen an das Iran-Screening.

Die Sanktionen reihen sich in eine Serie jüngerer US-Maßnahmen gegen iranische Finanzkanäle ein. Am 27. Mai 2026 hatte OFAC eine IRGC-nahe Struktur zur Erpressung internationaler Schifffahrt in der Straße von Hormus designiert.

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