SpaceX vor IPO handelbar: Hyperliquid startet Pre-IPO-Perpetual – 33 Mio. Dollar Volumen am ersten Tag

Alex Merten

19.05.2026, 08:00 Uhr

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Erstmals können auch Privatanleger auf eine Kursbewegung der SpaceX-Aktie wetten – noch bevor das Unternehmen an die Börse geht. Trade.xyz hat am Montag um 05:16 UTC über das HIP-3-Framework von Hyperliquid den synthetischen Perpetual-Kontrakt SPCX-USDC gelauncht. Der Referenzpreis lag bei 150 US-Dollar pro Anteil, was bei einer fully diluted Aktienzahl von 11,87 Milliarden eine implizite Bewertung von rund 1,78 Billionen US-Dollar ergibt.

In der ersten Handelssession schoss SPCX bis auf 216 US-Dollar nach oben und pendelte sich anschließend bei 202,89 US-Dollar ein – ein Plus von 12,72 Prozent zum Eröffnungskurs. Der Markt verbuchte laut Trade.xyz-Daten 33 Millionen US-Dollar Handelsvolumen und 21,8 Millionen US-Dollar Open Interest in den ersten 24 Stunden.

Der native Token der Plattform, HYPE, profitierte direkt vom Launch. Hyperliquid notierte zeitweise bei 47 US-Dollar – ein Sieben-Monats-Hoch – und liegt aktuell bei rund 45 US-Dollar, ein Plus von etwa zehn Prozent in 24 Stunden bei 80 Prozent höherem Handelsvolumen. Das Open Interest in HYPE-Futures stieg laut Coinglass seit dem 12. Mai von 1,58 auf 2,01 Milliarden US-Dollar (+27 Prozent). Bemerkenswert: Die Bewegung erfolgte entgegen dem breiteren Krypto-Markt. Bitcoin notierte zeitgleich unter Druck, Ethereum und Solana verloren deutlich.

Synthetisch statt SPV: Warum die Konstruktion juristisch funktioniert

SPCX ist ein synthetischer Perpetual – es werden keine echten SpaceX-Aktien transferiert. Trader spekulieren über einen Derivatkontrakt auf den implizierten Aktienkurs, der über Funding Rates und Oracle-Preisfeeds an eine Referenzbewertung gekoppelt ist. Dieser Aufbau unterscheidet das Produkt grundlegend von tokenisierten Aktien wie sie etwa PreStocks angeboten hatte. Dort wurden Anteile über Special Purpose Vehicles (SPVs) gehalten – eine Konstruktion, die OpenAI und Anthropic vergangene Woche für ungültig erklärten. Die PreStocks-Token auf beide Unternehmen verloren daraufhin rund 50 Prozent.

Bei einem synthetischen Perpetual gibt es schlicht keine Anteile, die ein Unternehmen für ungültig erklären könnte. Das ist der entscheidende strukturelle Unterschied – und der Grund, warum Trade.xyz das Modell für robust gegenüber Restriktionen privater Unternehmen hält. Als Referenzfall gilt der Cerebras-Perpetual, den Trade.xyz am 1. Mai gestartet hatte: Der synthetische Kontrakt traf den späteren Nasdaq-Eröffnungskurs auf drei Prozent genau. Klassische Secondary-Plattformen wie Hiive lagen 35 Prozent daneben.

SpaceX-IPO im Juni erwartet – mit 8.285 BTC in der Bilanz

SpaceX hat seinen S-1 am 1. April 2026 vertraulich bei der SEC eingereicht. Berichten zufolge zielt das Unternehmen auf einen IPO-Preis am 11. Juni mit Trading-Start ab dem 12. Juni an der Nasdaq. Die angestrebte Bewertung liegt zwischen 1,75 und 2 Billionen US-Dollar, das Emissionsvolumen bei 75 bis 80 Milliarden US-Dollar. Damit wäre der SpaceX-Börsengang der größte der Geschichte und würde das bisherige Rekord-IPO von Saudi Aramco (29 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019) deutlich übertreffen.

Für die Krypto-Branche relevant ist eine bislang wenig beachtete Position in der SpaceX-Bilanz: Das Unternehmen hält 8.285 Bitcoin in der Verwahrung von Coinbase Prime. Diese Position wird mit der Veröffentlichung des S-1 erstmals in offiziellen Filings auftauchen und nach den seit Ende 2025 geltenden FASB-Regeln eine Fair-Value-Bilanzierungsentscheidung erfordern.

HIP-3 verarbeitet 120 Milliarden Dollar – Wall Street wird aufmerksam

Der SpaceX-Kontrakt ist Teil eines breiteren Trends. Hyperliquids HIP-3-Framework, das es Drittanbietern erlaubt, eigene Perpetual-Märkte zu launchen, hat laut Dune-Analytics-Daten seit dem Start kumuliert über 120 Milliarden US-Dollar Volumen verarbeitet. Am 8. April generierten HIP-3-Deployer 48,1 Prozent des gesamten Plattform-Volumens. Trade.xyz hat weitere Pre-IPO-Märkte auf OpenAI (pOPENAI) und Anthropic (pANTHRO) in der Pipeline.

Auf der regulatorischen Seite verdichten sich die Risiken. Die Intercontinental Exchange (ICE), Muttergesellschaft der NYSE, und CME Group sollen die CFTC auf potenzielle Marktintegritätsrisiken durch Hyperliquids pseudonymes Handelsumfeld hingewiesen haben. Beobachter rechnen damit, dass Regulatoren langfristig prüfen werden, ob Pre-IPO-Perpetuals für Privatanleger als unregistrierte Wertpapier-Exposition einzustufen sind. Während traditionelle Pre-IPO-Plattformen wie Forge Global oder EquityZen ihren Zugang auf akkreditierte Investoren mit fünfstelligen Mindestbeträgen beschränken, ist der SPCX-Kontrakt für jeden Trader mit Krypto-Wallet und USDH-Margin zugänglich.

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