Strategy stößt 1.637 Bitcoin mit Verlust ab – um eine Vorzugsaktie zu stützen

Alex Merten

03.08.2026, 20:14 Uhr

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Strategy hat seine Bitcoin-Reserve zwischen dem 26. Juli und dem 2. August 2026 um 1.637 BTC reduziert – von 843.775 auf 842.138 Bitcoin. Der Verkaufserlös liegt bei rund 102 Millionen US-Dollar. Weil der durchschnittliche Einstandspreis des Unternehmens bei 75.476 Dollar je Bitcoin liegt, die verkauften Coins aber nur etwa 62.500 Dollar einbrachten, entsteht ein realisierter Verlust von schätzungsweise 21 Millionen US-Dollar. Das Geld fließt nicht in neue Bitcoin, sondern in die Aufstockung der Dollarreserve und den Rückkauf der eigenen Vorzugsaktie STRC.

Michael Saylor selbst benennt den Verkauf in seiner Mitteilung nicht direkt. Er meldet lediglich, die USD-Reserve sei um 250 Millionen Dollar erhöht und STRC im Wert von 81 Millionen Dollar zurückgekauft worden. Die verkaufte Bitcoin-Menge ergibt sich nur aus der Differenz zum Vorwochenbestand. Zum Stichtag 2. August hält das Unternehmen nach eigenen Angaben 842.138 Bitcoin sowie 4,0 Milliarden Dollar in seiner Dollarreserve.

Warum verkauft Strategy jetzt Bitcoin?

Der Verkauf ist kein Zufall, sondern Teil eines strukturellen Umbaus. Seit dem Wechsel zum sogenannten Digital Credit Capital Framework tauscht Strategy nicht mehr ausschließlich frisches Kapital gegen Bitcoin, sondern verkauft in begrenztem Umfang eigene Coins, um Dividendenverpflichtungen und Rückkäufe seiner Vorzugsaktien zu bedienen. Es ist bereits der zweite dokumentierte Rückgang der Bitcoin-Bestände innerhalb kurzer Zeit. Für das Unternehmen, das jahrelang mit dem Grundsatz „never sell“ auftrat, markiert das einen deutlichen Kurswechsel.

Der eigentliche Kern der Meldung liegt in der Mechanik dahinter: Erstmals wird sichtbar, dass Bitcoin-Substanz abgebaut wird, um eine Vorzugsaktie zu stabilisieren. STRC ist eine verzinsliche Vorzugsaktie, deren laufende Verpflichtungen bedient werden müssen – unabhängig vom Bitcoin-Kurs. Die jährliche Dividendenlast aus allen Vorzugsaktien des Unternehmens bewegt sich in der Größenordnung von rund 1,2 Milliarden Dollar. Die vorhandene Dollarreserve von 4,0 Milliarden Dollar deckt diese Verpflichtungen damit für etwa zwei Jahre – vorausgesetzt, es fließt weiteres Kapital nach.

Wie reagieren Bitcoin-Kurs und MSTR-Aktie?

Der Bitcoin-Kurs zeigt auf die Verkaufsmeldung keine unmittelbare Reaktion und notiert bei rund 62.500 US-Dollar, ein leichtes Minus von etwa 0,9 Prozent gegenüber dem Vortag. Der Markt scheint sich mit dem Gedanken regelmäßiger, begrenzter Bitcoin-Verkäufe durch Strategy abgefunden zu haben. Deutlicher fällt die Reaktion bei der MSTR-Aktie aus: Sie verliert vorbörslich rund 4,5 Prozent und steht bei etwa 93 US-Dollar.

Der Abstand zwischen Einstandspreis und aktuellem Marktpreis bleibt der wunde Punkt. Mit einem Durchschnittskurs von 75.476 Dollar liegt das gesamte Bitcoin-Portfolio des Unternehmens deutlich unter Wasser. Jeder Verkauf in diesem Umfeld realisiert damit einen Buchverlust, der zuvor nur auf dem Papier bestand.

Droht ein größerer Ausverkauf?

Für einen massiven Notverkauf gibt es derzeit keine belastbaren Anzeichen. Um die Dividenden eines gesamten Jahres zu decken, wäre rechnerisch nur ein kleiner einstelliger Prozentsatz der Bitcoin-Bestände nötig. Das größere Risiko für Strategy liegt weniger in weiteren Kursverlusten als in der Dauer des Bärenmarktes: Je länger der Bitcoin-Preis unter dem Einstandsniveau verharrt, desto länger muss das Unternehmen laufende Verpflichtungen aus Reserven statt aus Kursgewinnen finanzieren.