Ein weiteres vom Weißen Haus moderiertes Treffen zwischen Vertretern der US-Kryptoindustrie und großen Banken ist ohne finale Einigung zu Ende gegangen. Ziel der Gespräche ist es, die gesetzliche Marktstruktur für digitale Assets in den Vereinigten Staaten voranzubringen. Zwar beschrieben Teilnehmer die Atmosphäre als konstruktiv, doch insbesondere bei der Frage nach möglichen Renditen auf Stablecoins prallen die Positionen weiterhin aufeinander.
Stuart Alderoty betonte nach dem Treffen auf X, es gebe weiterhin parteiübergreifenden Rückenwind für eine sinnvolle Marktstrukturgesetzgebung. Gleichzeitig bleibt der politische Spielraum begrenzt. Im Senat fehlt bislang eine belastbare Mehrheit, nachdem der CLARITY Act im Repräsentantenhaus zwar verabschiedet wurde, aber ins Stocken geraten ist. Zusätzliche Spannungen entstanden, nachdem Coinbase Bedenken gegen ein umfassendes Verbot von Stablecoin-Yield geäußert hatte.
Vor allem Bankenvertreter drängen auf klare Beschränkungen. Sie argumentieren, dass Zinsmodelle auf Stablecoins – insbesondere über Börsenplattformen – Bankeinlagen unter Druck setzen und die Finanzstabilität beeinträchtigen könnten. Vertreter der Kryptobranche halten dagegen, dass Innovation und Wettbewerb nicht pauschal blockiert werden dürften.
Beobachter sehen das Thema Stablecoin-Rendite inzwischen als zentralen Hemmschuh für das gesamte Gesetzespaket. Einige Branchenvertreter fordern daher, die Marktstruktur-Reform von der Yield-Debatte zu entkoppeln, um Fortschritte nicht weiter zu verzögern. Ein Kompromiss ist derzeit nicht in Sicht – weitere Gespräche gelten als wahrscheinlich.

Martin Müller schreibt seit mehreren Jahren über Finanzmärkte, Geldanlage und Kryptowährungen – mit einem besonderen Blick auf aktuelle Trends und Entwicklungen.