Der lang erwartete Bezahldienst von X ist offiziell gestartet. In den USA ging X Money für Premium- und Premium+-Abonnenten live und ermöglicht ab sofort Peer-to-Peer-Zahlungen in Echtzeit. Ein Nutzer testete das System direkt in der Praxis und überwies 25 US-Dollar an Elon Musk, damit dieser sich davon einen Kaffee kaufen könne. Der Milliardär bedankte sich öffentlich – wenige Stunden nach dem Launch lieferte die Anwendung damit ihren ersten sichtbaren Praxisnachweis.
Die digitale Geldbörse erlaubt neben P2P-Transfers auch Überweisungen auf externe Bankkonten sowie das Halten von US-Dollar-Guthaben. Abonnenten erhalten zudem eine physische Visa-Debitkarte aus Metall, auf der ihr X-Handle eingraviert ist. Für Krypto-Anleger schürt der Start neue Erwartungen mitten in einer Marktschwächephase, denn Musk hatte in der Vergangenheit mehrfach Interesse an einer möglichen Krypto-Integration signalisiert. Der aktuelle Start mit reinen Fiat-Funktionen schließt einen späteren Einsatz digitaler Assets nicht aus.
Regulierung als Fundament einer möglichen Krypto-Integration
X verfügt mittlerweile über Geldtransferlizenzen in mehr als 40 US-Bundesstaaten und erfüllt damit die zentralen rechtlichen Voraussetzungen für den Inlandszahlungsverkehr. Guthaben sind über ein sogenanntes Cash-Sweep-Programm mit bis zu 10 Millionen US-Dollar über die Einlagensicherung FDIC abgesichert – ein Schutzniveau, das klassische Wettbewerber wie PayPal oder Venmo auf verwahrte Guthaben nicht bieten. Damit rückt X Money technologisch und rechtlich in die Nähe eines vollwertigen Bankprodukts.
Genau diese enge Bindung an die Visa-Infrastruktur und die aufwändige Lizenzierung gelten als Grund, warum digitale Assets zum Start außen vor bleiben. Die Integration eines volatilen Tokens hätte die Compliance-Anforderungen verkompliziert und vermutlich Widerstand bei den Aufsichtsbehörden ausgelöst. Offen bleibt, ob und wann Bitcoin, Ethereum oder andere Coins in einer späteren Phase folgen – eine offizielle Bestätigung des Unternehmens gibt es bislang nicht.
Dogecoin verliert seinen wichtigsten Werttreiber
Besonders hart trifft der Fiat-only-Start den Memecoin Dogecoin, der lange als heißester Kandidat für eine X-Money-Anbindung galt. Mit dem Launch ohne DOGE-Unterstützung verliert die Kryptowährung ihren zentralen fundamentalen Treiber innerhalb des X-Ökosystems. Der Kurs notiert aktuell bei rund 0,075 US-Dollar und liegt damit auf Monatssicht etwa ein Viertel im Minus. Der Relative-Strength-Index steht bei rund 23 Punkten und damit tief im überverkauften Bereich, während sich der übergeordnete Abwärtstrend seit Mai fortsetzt.
Zwar zeigen On-Chain-Daten weiterhin Akkumulation durch größere Wallets, und technisch deutet die überverkaufte Lage auf eine mögliche Gegenbewegung hin. Solange jedoch ein konkreter Nutzungsfall innerhalb von X Money fehlt, bleibt DOGE auf Social-Momentum und Spekulation angewiesen. Die zentrale Frage in der Community lautet nun, ob Musk nach einer konsolidierten Fiat-Basis im nächsten Schritt doch noch Kryptowährungen ergänzt – oder ob der lang gehegte X-Traum für Dogecoin endgültig geplatzt ist.

Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com und 99bitcoins.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens.
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