Bitcoin Prime Betrug: Unbedingt lesen

Zuletzt aktualisiert: 9. September 2026 · Autor: Alex Merten

Betrugswarnung · Krypto-Sicherheit

Die BaFin hat am 21. April 2022 namentlich vor Bitcoin Prime gewarnt: Der Betreiber der Seite bitcoinprimeapp.com/de bietet nach Feststellung der Aufsicht ohne Erlaubnis Finanzdienstleistungen in Deutschland an und untersteht nicht der BaFin. Das ist der stärkste belegte Befund – zugleich ist eine solche Warnung kein Gerichtsurteil und gilt nur für die konkret benannte Website. Was das für dich bedeutet und was bei einer bereits erfolgten Einzahlung zuerst zu tun ist, steht direkt hier.

Schon Geld eingezahlt? Stoppe zuerst weitere Zahlungen und kontaktiere sofort deine Bank bzw. deinen Zahlungsdienstleister über die offizielle Nummer. Die konkreten Schritte findest du weiter unten unter „Was können Betroffene tun?“

Die BaFin-Warnung im Detail

Am 21. April 2022 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gemäß § 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz (KWG) klargestellt, dass der Betreiber der Handelsplattform Bitcoin Prime – angeboten über die Internetseite bitcoinprimeapp.com/de und erreichbar über die Landingpage cnw-offers.live/btc-prime-de/ – keine Erlaubnis nach dem KWG oder dem Wertpapierinstitutsgesetz (WpIG) besitzt. Der Betreiber untersteht nicht der Aufsicht der BaFin (Quelle: BaFin-Verbrauchermitteilung vom 21.04.2022).

Wichtig für die richtige Einordnung: Diese Meldung besagt, dass ein bestimmter Anbieter ohne Erlaubnis tätig ist und nicht beaufsichtigt wird. Sie ist kein rechtskräftiges Betrugsurteil, und sie gilt ausdrücklich nur für die dort genannten Adressen. Die BaFin ist außerdem keine Strafverfolgungsbehörde – sie holt kein eingezahltes Geld zurück. Ob dieselbe Domain heute noch aktiv ist oder unter anderem Namen weiterläuft, lässt sich aus der Meldung von 2022 nicht ableiten; Betrugsangebote wechseln erfahrungsgemäß häufig Domain und Markennamen.

Bitcoin Prime im Prüfstand

Geprüfte Domain(s)
bitcoinprimeapp.com/de sowie Landingpage cnw-offers.live/btc-prime-de/ (laut BaFin-Meldung, nicht klickbar dokumentiert)
Betreiber
Von der BaFin nicht namentlich benannt; keine verifizierte Betreiberidentität auffindbar
Beworbenes Produkt
Angeblich automatisierter Krypto-Handel („Trading-Bot“) ab 250 € Mindesteinzahlung
Zuständige Behörde & Warnungsdatum
BaFin, Meldung vom 21.04.2022 (keine Erlaubnis, keine Aufsicht)
Datum unserer Prüfung
9. September 2026
Offene Punkte
Keine unabhängig verifizierten Einzel-Nutzerberichte; aktuelle Erreichbarkeit der Domain nicht bestätigt

Was ist Bitcoin Prime?

Bitcoin Prime präsentiert sich als automatisierte Handelsplattform für Kryptowährungen. Die Betreiber werben damit, dass eine selbstlernende Software den Markt rund um die Uhr analysiere und profitable Trades vollautomatisch ausführe – auch für Einsteiger ohne Börsenerfahrung. In der Werbung tauchen dabei folgende Versprechen auf:

  • eine angebliche Erfolgsquote von über 90 Prozent
  • Einstieg ab einer Mindesteinzahlung von 250 Euro
  • vollautomatischer Handel ohne eigenes Zutun
  • schnelle, hohe Gewinne ohne Vorwissen

Jedes dieser Versprechen ist für sich ein Warnsignal. Der Krypto-Markt gehört zu den volatilsten überhaupt; garantierte Renditen in dieser Form existieren nicht. Die BaFin weist grundsätzlich darauf hin, bei Geldanlagen im Internet äußerst vorsichtig zu sein und vorab gründlich zu recherchieren. Im konkreten Fall Bitcoin Prime hat sie darüber hinaus festgestellt, dass der Betreiber ohne die erforderliche Erlaubnis tätig ist.

Wie die Masche typischerweise abläuft

Für Bitcoin Prime und ähnliche „Trading-Bot“-Angebote ist ein wiederkehrendes Muster dokumentiert. Es folgt in der Regel diesen Phasen:

Phase 1: Werbung mit erfundenen Empfehlungen

Der erste Kontakt entsteht meist über bezahlte Anzeigen in sozialen Netzwerken oder auf seriös wirkenden Nachrichtenseiten-Nachbauten. Für Bitcoin Prime ist dabei die Masche mit angeblichen Auftritten in der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ beschrieben; zusätzlich wirbt die Seite mit dem Foto eines angeblichen Gründers namens „Steve McKay“, hinter dem ein Stockfoto und eine erfundene Geschichte stehen (belegte Beobachtung, Quelle: coin-update.de). Solche Promi- und TV-Bezüge sind erfunden – weder die Sendung noch die gezeigten Personen stehen tatsächlich hinter dem Angebot.

Phase 2: Einfache Registrierung und erste Einzahlung

Die Anmeldung ist bewusst niedrigschwellig – Name, E-Mail, Telefonnummer. Danach folgt die Aufforderung zur Mindesteinzahlung von 250 Euro. Der geringe Betrag soll Hemmschwellen abbauen.

Phase 3: Simulierte Gewinne im Konto

Nach der Einzahlung werden angebliche Echtzeit-Trades und steigende Kontostände angezeigt. Bei dieser Art von Angeboten findet dahinter typischerweise kein echter Handel statt; die Darstellung dient dazu, Vertrauen aufzubauen und zu höheren Einzahlungen zu bewegen.

Phase 4: Anrufe angeblicher „Berater“

Wer Kontaktdaten hinterlassen hat, wird regelmäßig angerufen. Die „Berater“ arbeiten häufig in Callcentern und setzen mit klassischen Verkaufs- und Drucktaktiken auf größere Einzahlungen hin – „Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt“, „Nur noch heute dieser Kurs“.

Phase 5: Auszahlung wird blockiert

Will ein Anleger sein Geld zurück, wird die Auszahlung mit wechselnden Begründungen verzögert: angebliche Steuern, Verifikationsprobleme, technische Fehler. Wer daraufhin weitere „Gebühren“ zahlt, verliert zusätzlich.

Warnsignale im Überblick

Merkmal Seriöse, regulierte Plattform Bitcoin Prime
Erlaubnis / Aufsicht Erlaubnis einer Aufsichtsbehörde nachweisbar Laut BaFin keine Erlaubnis, keine Aufsicht (Stand 04/2022)
Renditeversprechen Verpflichtender Risikohinweis, keine Gewinngarantie „Über 90 % Erfolgsquote“
Transparenz Impressum, Betreiber und Sitz klar erkennbar Betreiber laut BaFin nicht benannt
Auszahlungen Klar kommunizierte Standardprozesse Verzögert, an Nachzahlungen geknüpft (dokumentiertes Muster)
Werbung Sachlich, ohne Promi- oder TV-Versprechen Erfundene „Höhle der Löwen“-Bezüge, fiktiver Gründer
Kundenkontakt Support auf Anfrage per Ticket, Chat oder Telefon Ungebetene Druckanrufe durch „Berater“

Erfahrungsberichte: Was ist belegt?

Uns liegen keine unabhängig verifizierten Einzel-Nutzerberichte zu bitcoinprimeapp.com/de mit nachprüfbarer Herkunft und Datum vor. Das ist eine bewusste Einschränkung: Sowohl übermäßig positive als auch drastisch negative Online-Bewertungen lassen sich manipulieren, und positive „Erfahrungsberichte“ zu solchen Plattformen stammen häufig aus bezahlten Werbeartikeln.

Belegbar ist dagegen das Werbe- und Ablaufmuster: erfundene TV- und Promi-Bezüge, ein Einstieg über 250 Euro, simulierte Kontostände und Druckanrufe. Dieses Muster ist für „Höhle der Löwen“-Bitcoin-Bots einschließlich Bitcoin Prime beschrieben (Quelle: coin-update.de). Wer konkrete eigene Erfahrungen dokumentieren will, sollte diese der zuständigen Behörde und der eigenen Bank melden – siehe unten.

Was können Betroffene tun?

Wenn du bereits Geld eingezahlt hast, kommt es auf die Reihenfolge an. Beginne oben und arbeite dich nach unten.

1. Weitere Zahlungen sofort stoppen

Leiste keine weiteren Einzahlungen und zahle insbesondere keine „Gebühren“, „Steuern“ oder „Freischaltbeträge“, um an dein Guthaben zu kommen. Genau das ist Teil der Masche.

2. Bank oder Zahlungsdienstleister kontaktieren

Informiere umgehend deine Bank bzw. den Zahlungsdienstleister über die offizielle Kontaktnummer – nicht über Nummern, die dir die Plattform genannt hat. Wie eine Rückholung möglich ist, hängt stark vom Zahlungsweg ab: Bei Kreditkartenzahlungen kommt je nach Fall ein Chargeback in Betracht; bei einer SEPA-Lastschrift gelten eigene Rückgabefristen; eine selbst veranlasste Überweisung oder ein Krypto-Transfer lässt sich dagegen in der Regel nicht einfach zurückrufen. Kläre die konkrete Möglichkeit direkt mit deiner Bank – pauschale Garantien gibt es nicht.

3. Beweise sichern

Sichere alles, was den Vorgang belegt: die verwendeten Domains, Zeitpunkte, Zahlungsempfänger und -wege, bei Krypto-Zahlungen die Transaktions-Hashes, das Netzwerk und die Wallet-Adressen sowie Chat- und E-Mail-Verläufe. Gib niemals deine Seed Phrase oder private Schlüssel an angebliche Berater, Ermittler oder Rückholdienste weiter.

4. Anzeige erstatten

Erstatte Anzeige bei der Polizei, idealerweise bei einer Dienststelle mit Cybercrime-Bezug. Die gesicherten Beweise helfen bei der Aufnahme.

5. BaFin informieren und Verbraucherzentrale nutzen

Die BaFin nimmt Hinweise auf unerlaubt tätige Anbieter entgegen; das unterstützt ihre Arbeit, ersetzt aber keine Rückholung des Geldes. Die Verbraucherzentralen beraten zu Kapitalanlagebetrug und helfen bei der Einschätzung des weiteren Vorgehens.

6. Vorsicht vor „Recovery“-Angeboten

Nach einem Verlust melden sich häufig „Fund Recovery“-Dienste, die gegen Vorschuss eine Rückholung versprechen. Das ist oft der nächste Betrug (Recovery Scam). Ein angemessener Vorschuss eines echten Rechtsanwalts ist dagegen üblich und für sich allein kein Betrugsmerkmal – entscheidend sind überprüfbare Identität, klarer Auftrag und keine falschen Rückholgarantien.

So prüfst du eine Plattform selbst

Warnliste und Erlaubnis getrennt prüfen

Zwei Dinge, die oft verwechselt werden: Die BaFin führt eine Warnliste und getrennt davon eine Unternehmensdatenbank für erlaubte Anbieter. Ein fehlender Eintrag in der Warnliste ist keine Entwarnung, und ein fehlender Eintrag in der Unternehmensdatenbank belegt für sich noch keinen Betrug – kann aber ein deutliches Warnsignal sein. Für Bitcoin Prime existiert eine ausdrückliche BaFin-Meldung (siehe oben).

Gewinnversprechen hinterfragen

Regulierte Anbieter sind zu Risikohinweisen verpflichtet. Wer mit festen Erfolgsquoten von „über 90 %“ wirbt, arbeitet entweder ohne die nötige Erlaubnis oder gibt bewusst ein falsches Bild.

Betreiber recherchieren

Fehlen Impressum, Rechtsform und nachvollziehbare Kontaktdaten, ist das ein Warnsignal. Umgekehrt beweist ein deutsch klingender Firmenname allein noch keine Seriosität – Identitätsmissbrauch echter Firmen kommt vor.

Drucktaktiken erkennen

„Nur heute“, „letzter freier Platz“, „exklusive Chance“ sollen Entscheidungsdruck erzeugen. Ein seriöses Angebot verschwindet nicht, wenn du dir 24 Stunden Bedenkzeit nimmst.

Einen umfassenden Überblick über weitere Betrugsplattformen und aktuelle Warnungen findest du in unserem zentralen Ratgeber Bitcoin Betrug – Warnung vor unseriösen Plattformen. Wie Fake-Broker und Online-Trading-Betrug allgemein ablaufen, erklärt der Beitrag zur Online-Trading-Betrugsmasche.

Fazit: BaFin-Warnung dokumentiert, aber kein Gerichtsurteil

Für Bitcoin Prime liegt eine namentliche BaFin-Meldung vom 21. April 2022 vor: Der Betreiber der Seite bitcoinprimeapp.com/de ist danach ohne Erlaubnis tätig und untersteht nicht der BaFin. Zusammen mit dem dokumentierten Werbemuster – erfundene TV-Bezüge, 250-Euro-Einstieg, simulierte Gewinne, Druckanrufe – ergibt das ein klares Bild eines unseriösen Angebots.

Zugleich gilt die Einschränkung sauber: Eine BaFin-Warnung ist kein rechtskräftiges Betrugsurteil, sie gilt nur für die konkret benannten Adressen, und ob die Domain heute noch aktiv ist, ist nicht bestätigt. Wer in Krypto investieren möchte, sollte ausschließlich Anbieter nutzen, deren Erlaubnisstatus sich öffentlich überprüfen lässt.


Häufige Fragen zu Bitcoin Prime

Ist Bitcoin Prime seriös oder Betrug?

Die BaFin hat am 21.04.2022 festgestellt, dass der Betreiber von bitcoinprimeapp.com/de ohne Erlaubnis tätig ist und nicht ihrer Aufsicht untersteht. Das ist ein ernstes Warnsignal, aber kein rechtskräftiges Betrugsurteil, und es gilt nur für die benannte Website. Von einer Investition ist abzuraten.

Gibt es eine BaFin-Warnung zu Bitcoin Prime?

Ja. Am 21. April 2022 veröffentlichte die BaFin eine Verbrauchermitteilung zu bitcoinprimeapp.com/de und der Landingpage cnw-offers.live/btc-prime-de/. Sie besagt, dass der Betreiber keine Erlaubnis hat und nicht beaufsichtigt wird.

Kann ich mein Geld von Bitcoin Prime zurückbekommen?

Eine Rückerstattung ist nicht garantiert. Die Möglichkeiten hängen vom Zahlungsweg ab: Bei Kreditkarte kommt je nach Fall ein Chargeback in Betracht, bei SEPA-Lastschrift gelten eigene Rückgabefristen, selbst veranlasste Überweisungen oder Krypto-Transfers lassen sich meist nicht zurückrufen. Kontaktiere zuerst deine Bank über die offizielle Nummer und erstatte Anzeige.

Wie erkenne ich Krypto-Betrug wie Bitcoin Prime?

Typische Merkmale sind unrealistische Gewinnversprechen wie eine über 90-prozentige Erfolgsquote, fehlende Erlaubnis einer Aufsichtsbehörde, nicht benannte Betreiber, erfundene Promi- oder TV-Empfehlungen und Probleme bei der Auszahlung.

Hat Bitcoin Prime wirklich mit „Höhle der Löwen“ oder Prominenten geworben?

Für Bitcoin Prime sind erfundene Bezüge zur Sendung „Höhle der Löwen“ und ein fiktiver Gründer „Steve McKay“ dokumentiert. Solche TV- und Promi-Bezüge sind gefälscht; weder die Sendung noch die gezeigten Personen stehen tatsächlich hinter dem Angebot.

Ist Bitcoin selbst ein Betrug?

Nein. Bitcoin ist eine Kryptowährung, die an regulierten Börsen weltweit gehandelt wird. Der Betrug entsteht durch unseriöse Plattformen wie Bitcoin Prime, nicht durch Bitcoin selbst.


Alex Merten · Autor / Redakteur

Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com und 99bitcoins.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens. Autorenprofil · Redaktionsrichtlinien

Disclaimer

Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar. boersen-parkett.de übernimmt keine Haftung für Entscheidungen, die auf Basis dieser Inhalte getroffen werden. Betroffene von Kapitalanlagebetrug sollten rechtliche Beratung bei einem zugelassenen Rechtsanwalt suchen.

‹etoro› Krypto, Aktien & ETFs in einem Depot
Krypto-Börsen-Empfehlung der Redaktion · EU-MiCA-lizenziert · 40 Mio.+ Nutzer

Kostenlos starten →

Investitionen in Kryptowerte sind mit Risiken verbunden und möglicherweise nicht für Privatanleger geeignet. Es kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Informiere dich hier über die Risiken.