Der Neustart von Bitcoin.de lässt länger auf sich warten als geplant. Der Handelsplatz der Bitcoin Group SE, der seine Plattform seit Wochen technisch umbaut, hat den für den 1. Juli 2026 vorgesehenen Livegang kurzfristig verschoben. Damit bleibt der Handel bis auf Weiteres ausgesetzt. Nutzer, die auf den Wiederbeginn gewartet hatten, müssen sich weiter gedulden.
Auf der Handelsseite von Bitcoin.de war zuletzt der Hinweis zu lesen, dass Einzahlungen und Trading im Zeitraum vom 12. Juni bis zum 1. Juli pausieren. Dieser 1. Juli galt als anvisierter Termin für den Wiederbeginn des Handels auf der neuen Plattform. Genau dieser Starttermin ist nun nicht zu halten. In einer Kundeninformation nennt der Betreiber Sicherheits- und Regulierungsgründe als Ursache für die Verzögerung und betont, dass hier bewusst keine Kompromisse eingegangen würden – auch wenn dies den Start der neuen Krypto App nach hinten verschiebe. Ein konkreter neuer Termin wurde bislang nicht genannt.

Assets bleiben laut Betreiber jederzeit zugänglich
Für Bestandskunden ändert sich am Zugriff auf ihr Portfolio nach Angaben des Betreibers nichts. Nutzer sollen jederzeit vollen Zugriff auf ihre bestehenden Guthaben haben und diese auch heraustransferieren können. Die Pause betrifft demnach ausschließlich den aktiven Handel und neue Einzahlungen, nicht die Verwahrung der Bestände. Sobald ein neuer Starttermin feststehe, werde man umgehend informieren, heißt es weiter.
Verzögerung trifft ein Unternehmen in der Umbauphase
Die Verschiebung fällt in eine für die Bitcoin Group SE ohnehin angespannte Phase. Das Unternehmen überführt Bitcoin.de vom bisherigen Peer-to-Peer-Marktplatz in eine moderne Handelsarchitektur, verbunden mit einer neuen Trading-App für iOS und Android, einer neu konzipierten Website und einem deutlich erweiterten Angebot von über 100 Kryptowährungen. Im Geschäftsbericht 2025, veröffentlicht Ende Juni, hatte der Vorstand den vollständigen Relaunch noch für Ende Juni in Aussicht gestellt.
Die Investitionen in diesen Umbau haben im vergangenen Geschäftsjahr deutliche Spuren in der Bilanz hinterlassen. Während der Umsatz auf 10,0 Millionen Euro zulegte, sank das operative Ergebnis auf Basis des EBITDA von 1,8 auf 0,5 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Jahresfehlbetrag von 1,3 Millionen Euro nach einem Gewinn im Vorjahr. Für Anleger verschiebt sich mit dem Livegang damit auch der Zeitpunkt, an dem sich zeigen kann, ob die neue Plattform in höhere Handelsaktivität und bessere Ergebnisse mündet. Jede weitere Verzögerung verlängert die Phase, in der den hohen Investitionen noch keine entsprechenden Erträge aus dem neuen Modell gegenüberstehen.

Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com und 99bitcoins.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens.
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