Update, 28. Juli 2026: Der Handel auf Bitcoin.de ist weiterhin ausgesetzt. Seit dem Beginn der Pause am 12. Juni sind damit mehr als sechs Wochen vergangen, ohne dass ein neuer Starttermin für die überarbeitete Plattform genannt wurde. Auch eine offizielle Unternehmensmitteilung zum Stand des Relaunchs gibt es seit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts Ende Juni nicht. Der nächste feste Termin im Unternehmenskalender ist die ordentliche Hauptversammlung am 28. August 2026. In unserem Krypto-Börsen-Vergleich MiCA-regulierter Anbieter findest Du gute Alternativen.
Der Neustart von Bitcoin.de lässt länger auf sich warten als geplant. Der Handelsplatz der Bitcoin Group SE, der seine Plattform seit Wochen technisch umbaut, hat den für den 1. Juli 2026 vorgesehenen Livegang kurzfristig verschoben. Damit bleibt der Handel bis auf Weiteres ausgesetzt. Nutzer, die auf den Wiederbeginn gewartet hatten, müssen sich weiter gedulden.
Auf der Handelsseite von Bitcoin.de war zuletzt der Hinweis zu lesen, dass Einzahlungen und Trading im Zeitraum vom 12. Juni bis zum 1. Juli pausieren. Dieser 1. Juli galt als anvisierter Termin für den Wiederbeginn des Handels auf der neuen Plattform. Genau dieser Starttermin ist nun nicht zu halten. In einer Kundeninformation nennt der Betreiber Sicherheits- und Regulierungsgründe als Ursache für die Verzögerung und betont, dass hier bewusst keine Kompromisse eingegangen würden – auch wenn dies den Start der neuen Krypto App nach hinten verschiebe. Ein konkreter neuer Termin wurde bislang nicht genannt.

Assets bleiben laut Betreiber jederzeit zugänglich
Für Bestandskunden ändert sich am Zugriff auf ihr Portfolio nach Angaben des Betreibers nichts. Nutzer sollen jederzeit vollen Zugriff auf ihre bestehenden Guthaben haben und diese auch heraustransferieren können. Die Pause betrifft demnach ausschließlich den aktiven Handel und neue Einzahlungen, nicht die Verwahrung der Bestände. Sobald ein neuer Starttermin feststehe, werde man umgehend informieren, heißt es weiter.
In eigener Sache: boersen-parkett.de berichtet regelmäßig über Neuigkeiten rund um Bitcoin.de. Markiere uns kostenlos als bevorzugte Quelle bei Google, um keine Neuigkeiten zu verpassen.
Verzögerung trifft ein Unternehmen in der Umbauphase
Die Verschiebung fällt in eine für die Bitcoin Group SE ohnehin angespannte Phase. Das Unternehmen überführt Bitcoin.de vom bisherigen Peer-to-Peer-Marktplatz in eine moderne Handelsarchitektur, verbunden mit einer neuen Trading-App für iOS und Android, einer neu konzipierten Website und einem deutlich erweiterten Angebot von über 100 Kryptowährungen. Im Geschäftsbericht 2025, veröffentlicht Ende Juni, hatte der Vorstand den vollständigen Relaunch noch für Ende Juni in Aussicht gestellt.
Die Investitionen in diesen Umbau haben im vergangenen Geschäftsjahr deutliche Spuren in der Bilanz hinterlassen. Während der Umsatz auf 10,0 Millionen Euro zulegte, sank das operative Ergebnis auf Basis des EBITDA von 1,8 auf 0,5 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Jahresfehlbetrag von 1,3 Millionen Euro nach einem Gewinn im Vorjahr. Für Anleger verschiebt sich mit dem Livegang damit auch der Zeitpunkt, an dem sich zeigen kann, ob die neue Plattform in höhere Handelsaktivität und bessere Ergebnisse mündet. Jede weitere Verzögerung verlängert die Phase, in der den hohen Investitionen noch keine entsprechenden Erträge aus dem neuen Modell gegenüberstehen.
Bitcoin.de Handel ausgesetzt: Was Nutzer aktuell wissen
Die Handelspause dauert länger als ursprünglich kommuniziert. Vorgesehen war ein Zeitraum vom 12. Juni bis zum 1. Juli, nach dem der Handel auf der neuen Plattform wieder aufgenommen werden sollte. Dieser Termin verstrich, ohne dass ein Ersatzdatum folgte. Nach den bisherigen Angaben betrifft die Pause den aktiven Handel und neue Einzahlungen. Der Zugriff auf bestehende Guthaben sowie Auszahlungen und Transfers auf externe Wallets sollen davon unberührt bleiben. Die öffentliche Programmierschnittstelle wurde bereits zum 1. Juni eingestellt.
Betroffen ist damit eine Nutzerbasis von rund 1,07 Millionen registrierten Kunden. Für Anleger, die ihre Bestände in dieser Zeit auf eine eigene Wallet übertragen, ändert sich an der steuerlichen Behandlung zunächst nichts: Ein Transfer zwischen eigenen Adressen gilt nicht als Veräußerung und setzt die einjährige Haltefrist nicht neu an. Erst ein tatsächlicher Verkauf oder Tausch löst einen steuerlich relevanten Vorgang aus.
Wann geht es bei Bitcoin.de weiter?
Ein belastbares Datum liegt nicht vor. Angekündigt ist eine Plattform mit über 100 handelbaren Kryptowährungen, einer Trading-App für iOS und Android, Sparplänen, Staking-Funktionen und Swaps sowie einem Mindesteinsatz von einem Euro. Der Umbau vom Peer-to-Peer-Marktplatz zu einem Broker-Modell gilt nach Unternehmensangaben als weitgehend abgeschlossen. Als Grund für die Verzögerung wurden zuletzt Sicherheits- und Regulierungsanforderungen genannt.
Parallel läuft das MiCAR-Lizenzierungsverfahren der konzerneigenen Bank, die das Angebot für institutionelle Kunden und mittelständische Unternehmen tragen soll. Dieses Verfahren ist Voraussetzung für den zweiten Teil der Strategie, der einige Monate nach dem Bitcoin.de-Relaunch starten soll.
Hauptversammlung am 28. August wird zum Prüfstein
Für Aktionäre verschiebt sich mit jedem Tag ohne Handel der Zeitpunkt, an dem die Investitionen der vergangenen Quartale erstmals Erträge liefern können. Ende Juni markierte die Aktie mit 22,40 Euro ein neues Zwölf-Monats-Tief; eine nachhaltige Erholung blieb seither aus. Auf Jahressicht liegt der Titel deutlich im Minus.
Die ordentliche Hauptversammlung am 28. August ist damit der nächste Termin, an dem der Vorstand konkret werden muss. Zur Abstimmung steht unter anderem die Dividende von 0,10 Euro je Aktie. Der Halbjahresbericht im September liefert anschließend die erste Datengrundlage, um zu beurteilen, wie stark der Umsatzausfall aus der Handelspause tatsächlich ins Gewicht fällt. Bis dahin bleibt die Frage offen, wie viele der bestehenden Kunden nach einem Neustart zurückkehren – und wie viele in der Zwischenzeit dauerhaft zu anderen Anbietern gewechselt sind.

Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com und 99bitcoins.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens.
Boersen-Parkett bei Google als bevorzugte Nachrichtenquelle markieren und keine Finanz- und Krypto-News mehr verpassen. Wie funktioniert das?