Der Bitcoin-Miner Bitdeer hat einen markanten Schritt vollzogen und seine gesamte Bitcoin-Rücklage verkauft. Laut dem jüngsten Wochenbericht auf X hält das Unternehmen nun keine eigenen Bitcoin mehr in der Bilanz. Die „pure holdings“ – also die reinen Eigenbestände ohne Kundeneinlagen – sind auf null gesenkt worden. Zudem veräußerte Bitdeer 943,1 Bitcoin aus seiner Treasury-Reserve.
Krypto versus KI
Gleichzeitig gab das Unternehmen bekannt, 300 Millionen US-Dollar über eine wandelbare vorrangige Anleihe aufnehmen zu wollen. Mit einer Option auf eine Aufstockung um weitere 45 Millionen US-Dollar sollen die Mittel vor allem in den Ausbau von Rechenzentren, den KI-Cloud-Bereich und die Weiterentwicklung von Mining-Hardware fließen. Die Entscheidung zur Liquidation der Bitcoin-Bestände und die Fokussierung auf KI und Rechenzentren dürfte auch als Reaktion auf die wachsende Konkurrenz durch den KI-Sektor verstanden werden.

Der KI-Markt, der von vielen als zukunftsträchtiger angesehen wird, steht zunehmend in Konkurrenz zum Bitcoin-Mining. Energie, die für das Mining von Bitcoin aufgewendet wird, könnte in Zukunft verstärkt für KI-Computing-Prozesse genutzt werden – ein Trend, den manche Analysten als einen möglichen Wandel in der Nutzung von Rechenleistung und Energie betrachten. Zugleich verschiebt sich der Fokus vieler Anleger zunehmend von spekulativen Krypto-Investitionen hin zu langfristigen KI-Investitionen, was den Druck auf den Bitcoin-Mining-Sektor weiter erhöht.

Die Aktie von Bitdeer Technologies Group notiert derzeit bei 7,80 USD, was einem Rückgang von 40,1 % in den letzten sechs Monaten entspricht. Der Bitcoin-Kurs liegt am Sonntagnachmittag bei 67.404 USD. Angesichts der Entwicklungen stellt sich die Frage, ob Bitdeer mit seiner Umstellung auf KI und den Ausbau von Rechenzentren den richtigen Kurs für die Zukunft eingeschlagen hat oder ob das Unternehmen den Wandel zu spät vollzieht.
Krypto Aktien sind aktuell stark unter Druck, das gilt sowohl für Krypto-Treasurie-Unternehmen, als auch für Mining-Konzerne. Wer investiert, sollte sich auf eine hohe Volatilität einstellen.
