Kraken strebt laut CoinDesk vollständige Banklizenz in Europa an – Litauen im Fokus

Raphael Lulay

08.07.2026, 10:59 Uhr

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Die Krypto-Börse Kraken bemüht sich laut einem Bericht von CoinDesk um eine vollständige Banklizenz in Europa. Als bevorzugte Rechtsordnung für den Antrag soll dabei Litauen dienen. Das Vorhaben beruft sich auf eine mit dem Vorgang vertraute Person; Kraken selbst lehnte gegenüber CoinDesk eine Stellungnahme ab, und die litauische Zentralbank verwies auf die Vertraulichkeit laufender Lizenzierungsverfahren.

Sollte der Antrag erfolgreich sein, wäre Kraken dem Bericht zufolge die erste Krypto-Börse überhaupt, die über eine vollwertige Banklizenz in der Europäischen Union verfügt. Damit würde das Unternehmen einen Schritt gehen, der weit über die bislang übliche Krypto-Regulierung im Rahmen von MiCAR hinausreicht – und der Kraken potenziell klassische Bankdienstleistungen für europäische Kunden eröffnen könnte.

Warum Litauen als Standort

Litauen hat sich in den vergangenen Jahren als bevorzugter EU-Standort für Fintechs etabliert. Prominentes Beispiel ist Revolut, das dort bereits 2018 eine spezialisierte Banklizenz erhielt und von diesem Standort aus sein europäisches Geschäft ausbaute. Für Kraken wäre eine litauische Zulassung ein möglicher Zugang zum gesamten EU-Binnenmarkt, da Banklizenzen innerhalb der Union grundsätzlich passportfähig sind.

Der Schritt fügt sich in eine Reihe regulatorischer Vorstöße ein, mit denen Kraken zuletzt seine Position als lizenzierter Finanzakteur festigen wollte. Eine formale Vollbanklizenz in Europa würde diese Strategie auf dem Kontinent konsequent fortführen.

Kraken auf Regulierungskurs

Das Vorhaben ist Teil einer breiteren Expansion. Bereits im März 2026 erhielt die Einheit Kraken Financial dem Bericht zufolge als erste Digital-Asset-Bank Zugang zur Zahlungsinfrastruktur der US-Notenbank Federal Reserve. Im Mai folgte eine Genehmigung der Regulierungsbehörde VARA in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Für Anleger ist die Entwicklung vor allem als Signal einer Professionalisierung im Krypto-Sektor relevant: Eine Krypto-Börse, die aktiv um eine klassische Banklizenz ringt, positioniert sich näher am regulierten Finanzsystem. Ob und wann Litauen einen entsprechenden Antrag genehmigt, ist derzeit jedoch offen – der Prozess ist vertraulich und ein Ergebnis nicht garantiert.

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