Nach Strategys Verkauf: Diese Treasury-Firmen kaufen weiter – und diese steigen aus

Raphael Lulay

02.06.2026, 08:00 Uhr

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Strategys Verkauf von 32 Bitcoin am 1. Juni markiert das vorläufige Ende einer Ära: Das Unternehmen, das mit seiner Akkumulationsstrategie eine ganze Generation sogenannter Digital Asset Treasuries (DATs) inspirierte, hat erstmals seit Dezember 2022 wieder Coins abgegeben. Der Schritt fällt in eine Phase, in der das Geschäftsmodell unter massivem Druck steht – und in der sich die Liste der noch aktiv kaufenden Firmen deutlich ausgedünnt hat.

Das Muster ist branchenweit ähnlich. Dutzende Unternehmen hatten über Aktien- und Anleiheemissionen Kapital aufgenommen, um Bitcoin, Ethereum und andere Coins zu kaufen und damit Michael Saylors Vorlage zu kopieren. Das funktionierte, solange die Kurse stiegen und die Treasury-Aktien mit einem Aufschlag auf ihren Nettoinventarwert handelten. Mit dem Markthoch im Oktober kippte das Bild: Sanken die Token-Preise und rutschten die Aktien unter den Nettoinventarwert, verloren viele Firmen den Zugang zu günstigem Kapital. Einzelne Aktien brachen um mehr als 90 Prozent von ihren Höchstständen ein.

Diese Firmen kaufen weiter

Ein kleiner Kreis hält dagegen. Tom Lees Ethereum-Treasury Bitmine kaufte vergangene Woche ETH im Wert von rund 53 Millionen US-Dollar und im gesamten Mai über 338.000 Token. Mit mehr als 5,4 Millionen ETH ist Bitmine der größte Unternehmenshalter des Coins – will das Tempo aber drosseln, da die angepeilte Marke von fünf Prozent des ETH-Angebots näher rückt. Ebenfalls auf Ethereum fokussiert ist Bit Digital, das im Mai mit einem 20-Millionen-Kauf erstmals seit Oktober wieder zugriff.

Auf der Bitcoin-Seite kaufte Strive im Mai rund 1.944 BTC für etwa 150 Millionen US-Dollar über mehrere Tranchen. Japans Metaplanet meldete zuletzt Anfang April einen Zukauf von 5.075 BTC. Hyperliquid Strategies, spezialisiert auf den Token HYPE, gab an, zwischen Anfang Dezember und Ende April 216 Millionen US-Dollar für 7,3 Millionen Token ausgegeben zu haben – ein Investment, das sich angesichts der HYPE-Rally auf Rekordhochs seither mehr als verdoppelt hat.

Trotz des vielbeachteten Verkaufs bleibt selbst Strategy einer der größten Nachfrager: Im Mai kaufte das Unternehmen netto über 25.000 BTC für mehr als zwei Milliarden US-Dollar hinzu.

Diese Firmen steigen aus oder verkaufen

Auf der anderen Seite reduzieren mehrere Unternehmen ihre Bestände. Nakamoto Holdings unter David Bailey verkaufte im März 284 BTC, rund fünf Prozent seiner Holdings. Empery Digital trennte sich im April von 370 BTC, um ein Darlehen zu tilgen. Genius Group liquidierte im April die letzten 84 BTC, um Schulden von 8,5 Millionen US-Dollar abzubauen.

Andere verabschieden sich ganz vom Modell. Forum Markets, früher als ETHZilla bekannt, verkaufte Ether im Wert von rund 114 Millionen US-Dollar und richtete sich auf Tokenisierung neu aus. VivoPower, das ursprünglich eine XRP-Treasury aufbauen wollte, schwenkte im Februar auf Rechenzentren und KI-Infrastruktur um und stieß seine Ripple-Bestände ab.

Die Verengung ist damit weniger ein einzelnes Strategy-Ereignis als ein Strukturwandel: Das DAT-Modell funktioniert nur, solange Kapital günstig zu beschaffen ist und die Aktie über dem Nettoinventarwert notiert. Wer das nicht mehr darstellen kann, verkauft oder steigt aus – und übrig bleibt eine Handvoll Firmen mit eigenem Narrativ oder ausreichend tiefen Taschen.

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