SpaceX reicht IPO-Unterlagen ein – und nimmt 8.285 Bitcoin mit an die Börse

Raphael Lulay

02.04.2026, 08:39 Uhr

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SpaceX hat bei der US-Börsenaufsicht SEC vertrauliche Unterlagen für einen Börsengang eingereicht. Das berichtete Bloomberg unter Berufung auf nicht genannte Eingeweihte. Der Schritt ist der bislang konkreteste Hinweis darauf, dass Elon Musks Raumfahrtkonzern seinen lange angekündigten Börsengang nun tatsächlich vollzieht – und könnte als größtes IPO der Geschichte in die Finanzgeschichte eingehen.

Intern läuft die Transaktion unter dem Codenamen „Project Apex“. Geplant ist eine Erstnotiz im Juni 2026. Die angestrebte Bewertung liegt Berichten zufolge bei rund 1,75 Billionen Dollar – damit würde SpaceX direkt zum Börsendebüt zu den zehn wertvollsten Konzernen der Welt zählen. Das geplante Emissionsvolumen von bis zu 75 Milliarden Dollar wäre mehr als dreimal so groß wie der bislang größte US-Börsengang – der von Alibaba im Jahr 2014 mit 22 Milliarden Dollar.

Für die Abwicklung steht ein ungewöhnlich breites Bankenkonsortium bereit. Mindestens 21 Institute sind beteiligt, darunter Morgan Stanley, Goldman Sachs, JPMorgan Chase, Bank of America und Citigroup als federführende Banken. Auch Deutsche Bank und UBS sind Teil des Syndikats.

Anleger erwarten SpaceX Börsengang mit Spannung

Das Geschäftsmodell hinter der Rekordbewertung stützt sich vor allem auf Starlink. Morningstar schätzt, dass SpaceX 2025 rund 16 Milliarden Dollar Umsatz und 7,5 Milliarden Dollar EBITDA erwirtschaftet hat – nahezu das gesamte Wachstum geht auf den Satellitendienst zurück. Dazu kommen über 24 Milliarden Dollar an US-Regierungsaufträgen seit 2008, unter anderem von NASA, Air Force und Space Force.

Was viele Anleger dabei übersehen: Mit dem Kauf einer SpaceX-Aktie würden sie indirekt auch Bitcoin-Exposure ins Depot holen. SpaceX hält derzeit rund 8.285 Bitcoin in Verwahrung bei Coinbase Prime – ein Bestand, der nach aktuellen Kursen einen Wert von mehreren hundert Millionen Dollar hat. Den Bitcoin-Stack hat SpaceX bislang nie öffentlich erklären müssen – das wird sich mit dem S-1-Börsenprospekt ändern. Denn wie Tesla zeigt, fließen Bitcoin-Kursbewegungen dann direkt als Buchgewinne oder -verluste durch die Quartalszahlen – mit entsprechendem Schlagzeilenrisiko. Sollte SpaceX nach dem Börsengang in bedeutende Indizes wie den Nasdaq 100 aufgenommen werden, würden Tausende von ETFs und Pensionsfonds automatisch indirektes Bitcoin-Exposure erwerben – ohne es aktiv gewählt zu haben.

Berichten zufolge sollen bis zu 30 Prozent der Aktien an Privatanleger gehen – weit mehr als die üblichen fünf bis zehn Prozent bei vergleichbaren Börsengängen. The Cryptonomist Elon Musk widersprach persönlich auf X Berichten, wonach Plattformen wie Robinhood ausgeschlossen werden könnten.

Mit SpaceX könnte der Startschuss für eine Welle weiterer Mega-IPOs fallen. OpenAI und Anthropic bereiten sich ebenfalls auf Listings vor. Ob der Markt drei Schwergewichte dieser Größe in kurzer Folge positiv aufnehmen kann, ist offen.

Für Privatanleger gilt: Zeitpunkt, finale Bewertung und Konsortiumsstruktur können sich noch ändern. Bei einem IPO dieser Größenordnung spielen makroökonomische Faktoren eine entscheidende Rolle. Der Bitcoin-Bestand in der Bilanz macht das ohnehin schon komplexe SpaceX Investment noch eine Dimension facettenreicher.

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